Multiple Sklerose: Mehr Sicherheit bei der Therapie7. Mai 2018 Privatdozent Dr. Mike Peter Wattjes bei der Auswertung einer Magnetresonanztomograph-Aufnahme. (Foto: MHH/Kaiser) Die Progressive Multifokale Leukenzephalopathie (PML) ist eine gefürchtete Komplikation der Multiple-Sklerose-Therapie mit modernen Immuntherapeutika. Regelmäßige Untersuchungen der Patienten im Magnetresonanztomografen (MRT) können diese lebensbedrohliche Erkrankung durch eine frühzeitige Diagnose verhindern, wie Wissenschaftler aus Hannover herausgefunden haben. Die neuere Generation von Medikamenten gegen die Multiple Sklerose (MS) können die für die Erkrankung typischen Entzündungen in Gehirn und Rückenmark wirkungsvoll verhindern. Doch sie unterdrücken das Immunsystem des Patienten, so dass es den Körper schlechter gegen Viren, beispielsweise das JC-Virus, verteidigen kann. Forscher um Privatdozent Dr. Mike P. Wattjes vom Institut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben nun herausgefunden, dass regelmäßige Untersuchungen der Patienten im Magnetresonanztomografen (MRT) Progressive Multifokale Leukenzephalopathie (PML) als Folge der Therapie durch eine frühzeitige Diagnose verhindern können. Die Diagnose einer PML mit Hilfe der MRT-Untersuchung gelingt sogar noch bevor Symptome einer Virusinfektion des Gehirns auftreten oder das Virus selbst im Hirnnervenwasser (Liquor) nachweisbar ist. Dieses Konzept der stringenten Therapieüberwachung bei MS-Patienten wird jetzt an der MHH in Zusammenarbeit mit dem kommissarischen Direktor der MHH-Klinik für Neurologie, Prof. Martin Stangel, weiterentwickelt. Wenn das JC-Virus Schäden im Gehirn angerichtet hat, wird das MS-Medikament abgesetzt, bis sich das Immunsystem erholt und die Infektion bekämpft hat. Anschließend wird die MS-Therapie mit einem anderen Medikamente fortgesetzt. Wattjes wertet nicht nur für die MHH, sondern auch für Patienten aus ganz Deutschland und aus dem Ausland MRT-Aufnahmen aus. Dafür ist eine spezielle neuroradiologische Expertise Voraussetzung, welche nur an wenigen Standorten auf der Welt verfügbar ist. Er wirkt für die MHH an einem Pilotprojekt mit, in dem es darum geht, die MHH als Referenzzentrum für eine neue internationale digitale Plattform zu etablieren. Auf dieser können von überall auf der Welt MRT-Aufnahmen anonymisiert hochgeladen werden, um für eine Zweitbegutachtung zur Verfügung zu stehen.
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