Multiple Sklerose: Menopause beschleunigt den Krankheitsverlauf14. Januar 2025 Foto: © Muhammad_Safuan/stock.adobe.com Eine neue Studie der University of California – San Francisco (UCSF), USA, hat ergeben, dass die Menopause den Verlauf von Multipler Sklerose (MS) beschleunigt. „Wir wissen, dass hormonelle Veränderungen während der Pubertät Autoimmunerkrankungen wie MS auslösen können“, kommentiert der korrespondierende Autor Prof. Riley Bove. Die Ergebnisse der Studie wurde in der Fachzeitschrift „Neurology“ veröffentlicht. Auswertung von Daten aus den Studien EPIC und ORIGINS Die Studie begleitete 184 Frauen vor und nach der Menopause. Sie basierte auf Daten aus zwei UCSF-Studien, EPIC und ORIGINS, die die Ursachen von MS und ihre Entwicklung erforschen wollen. Die Teilnehmerinnen wurden jedes Jahr über einen Zeitraum von durchschnittlich 13 Jahren untersucht. Bisherige Studien kamen laut den Forschenden zu widersprüchlichen Schlussfolgerungen über die Rolle der Menopause bei der MS-Progression. Einige Studien verwendeten das Tool Expanded Disability Status Scale (EDSS), das sich hauptsächlich auf die Beurteilung des Gehvermögens konzentriert. „Die EDSS hat eine Reihe von Einschränkungen und kann auch Veränderungen messen, die nicht mit MS in Zusammenhang stehen, wie z. B. höheres Alter und Einnahme mehrerer Medikamente, die beide die Mobilität beeinträchtigen können“, kommentiert Hannah Silverman, Erstautorin der neuen Studie. In der neuen Studie verwendeten die Forscher das Tool MS Functional Composite (MSFC), das neben anderen Aufgaben auch die Gehgeschwindigkeit erfasst. Biomarker im Fokus Die Forscher fanden heraus, dass die Teilnehmerinnen nach der Menopause länger brauchten, um einen 25-Fuß-Spaziergang zu absolvieren, wenn man Alter, Gewicht und Tabakkonsum berücksichtigte. Sie stellten auch subtilere Rückgänge bei Geschicklichkeit und kognitiver Leistungsfähigkeit fest. Die Wissenschaftler stellten außerdem fest, dass ein Biomarker im Blut, die Neurofilament-Leichtkette (NfL), nach der Menopause anstieg. Dies deute auf eine verstärkte Degeneration von Nervenzellen hin und bestätigt die MSFC-Ergebnisse, so die Autoren. „Die Studie zeigt, dass die Menopause einen einzigartigen Faktor für das Fortschreiten von MS darstellt, selbst wenn wir die Auswirkungen des Alterns berücksichtigen“, berichtet Bove und fährt fort: „Aber wir bräuchten große, randomisierte Studien, die eine Hormonbehandlung mit einem Placebo vergleichen, bevor wir die wahren Auswirkungen einer Hormontherapie bei einer so komplexen Erkrankung wie MS kennen.“ Nur 31 der 184 Teilnehmerinnen (17 %) erhielten eine Östrogentherapie, was laut den Forschern nicht ausreicht, damit Rückschlüsse auf deren Nutzen gezogen werden können.
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