Gestationsdiabetes erhöht das Risiko für Typ-2-Diabetes – selbst bei Normalgewicht3. Juni 2026 Symbolbild © tonefotografia/stock.adobe.com Gestationsdiabetes stellt laut einer Studie der Universität Göteborg einen starken Risikofaktor für eine spätere Typ-2-Diabetes-Erkrankung dar – selbst bei Frauen, die vor der Schwangerschaft ein normales Körpergewicht aufwiesen. Die Forscher fordern daher frühere Tests und eine bessere Nachsorge. Die frühzeitige Erkennung von Gestationsdiabetes ist von großer Bedeutung, da die Erkrankung das Risiko für Komplikationen erhöht; hierzu zählen beispielsweise die Präeklampsie, die Notwendigkeit eines Kaiserschnitts sowie ein hohes Geburtsgewicht des Kindes. Zudem tragen Frauen, die an Gestationsdiabetes erkrankt waren, ein höheres Risiko, zu einem späteren Zeitpunkt an Typ-2-Diabetes zu erkranken. In der aktuellen Studie, die in der Fachzeitschrift „eClinicalMedicine“ veröffentlicht wurde, zeigen die Forscher nun auf, dass Gestationsdiabetes ein starker Indikator für ein künftiges Risiko ist, an Typ-2-Diabetes zu erkranken – und dies selbst bei Frauen, die vor Beginn der Schwangerschaft ein normales Körpergewicht hatten. Erhöhtes Risiko auch bei Normalgewicht Die Studie stützt sich auf Daten des medizinischen Geburtenregisters und umfasst etwas mehr als 1,15 Millionen Erstgebärende in Schweden, die im Zeitraum zwischen 1987 und 2019 entbunden haben. Dabei wurden 16.870 Frauen, bei denen ein Gestationsdiabetes diagnostiziert worden war, mit einer gleichaltrigen Kontrollgruppe von Frauen ohne diese Diagnose verglichen. Der mediane Nachbeobachtungszeitraum lag bei neun Jahren. Die Ergebnisse zeigen, dass Frauen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 35 oder höher – also mit schwerer Adipositas – im Vergleich zu normalgewichtigen Frauen ein fast zehnfach erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Gestationsdiabetes aufwiesen. Auch das Risiko für eine nachfolgende Typ-2-Diabetes-Erkrankung stieg mit zunehmendem BMI an; es war jedoch selbst bei Frauen mit normalem Körpergewicht signifikant erhöht – ein Umstand, den die Forscher als besonders besorgniserregend einstufen. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Gestationsdiabetes gewissermaßen als ein ‚Stresstest‘ für die Fähigkeit des Körpers fungiert, den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Auf diese Weise lassen sich jene Frauen identifizieren, die ein stark erhöhtes Risiko für eine künftige Typ-2-Diabetes-Erkrankung tragen“, erläutert Erstautor Dr. Jon Edqvist. Mehr Nachsorge und weitere Studien nötig „Diagnostik und Versorgung bei Gestationsdiabetes haben in verschiedenen Teilen des Landes sehr unterschiedlich ausgesehen. Es besteht Bedarf sowohl an einer verbesserten Nachsorge nach Gestationsdiabetes als auch an weiteren Studien, die untersuchen, wie sich eine solche Nachsorge auf die künftige Gesundheit und Prognose auswirkt“, erklärt Annika Rosengren, Professorin an der Universität Göteborg. (lj/BIERMANN) Mehr zu dem Thema: Blutzuckerspiegel während der Schwangerschaft beeinflusst das Risiko für Präeklampsie SSRI in der Schwangerschaft: höheres Gestationsdiabetes-, niedrigeres Frühgeburtsrisiko
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