Muttermilch reduziert Krankenhausaufenthalte und den Sauerstoffbedarf bei Atemwegsinfekten1. Januar 2025 MAILAND (Biermann) – Stillen führt bei Säuglingen mit akuten Atemwegsinfektionen (ARI) zu einer signifikanten Verringerung der Krankenhausaufenthalte, des Sauerstoffbedarfs und der Sterblichkeit. So lautet das Fazit eines europäischen Forscherteams Review-Beitrags im „Pediatric Infectious Disease Journal“. Stillen versorgt den Säugling mit lebenswichtigen Nährstoffen und trägt zur Entwicklung des kindlichen Immunsystems bei. Daher wird empfohlen, Kinder in den ersten 6 Lebensmonaten ausschließlich zu stillen. Ein Review-Beitrag eines Autorenteams aus Italien, Griechenland und Rumänien fasst nun die bisherigen Erkenntnisse zusammen, wie und in welchem Umfang Muttermilch das Risiko und der Schwere akuter Atemwegsinfektionen (ARI) bei Säuglingen reduziert. „Muttermilch ist reich an Immunglobulinen, antimikrobiellen Peptiden und immunmodulatorischen Faktoren, die vor verschiedenen Krankheitserregern, einschließlich Atemwegsviren, schützen“, schreiben die Autoren. Mehrere Studien hätten gezeigt, dass Stillen bei Säuglingen mit ARI zu einer signifikanten Verringerung der Krankenhausaufenthalte, des Sauerstoffbedarfs und der Sterblichkeit führt. Die Wirksamkeit des Stillens variiere je nach Atemwegsvirus, und eine längere Dauer des ausschließlichen Stillens scheint die Schutzwirkung zu verstärken. Zudem sei belegt, dass sich die Zusammensetzung der Muttermilch als Reaktion auf Infektionen dynamisch anpasse und die Immunabwehr des Säuglings stärke. So nehmen bestimmte immunologische Komponenten der Muttermilch, darunter Leukozyten und Immunglobuline, als Reaktion auf eine Infektion des Säuglings zu und tragen so zur Stärkung seiner Immunabwehr bei. MicroRNAs verbesserten zudem den Immuntransfer auf den Säugling und förderten die frühe Darmreifung. Ihre weitere Untersuchung biete daher neue Einblicke in die antiviralen Eigenschaften der Muttermilch und des Stillens. Darüber hinaus modifiziere das Mikrobiom der Muttermilch zusammen mit anderen Faktoren das Darmmikrobiom und das Immunsystem des Säuglings. All dies sei wichtig, um die globale Belastung durch ARI im Säuglingsalter zu verringern, betonen die Autoren. (ej) Autoren: Vassilopoulou E et al.Korrespondenz: Carlo Agostini; [email protected]Studie: The Role of Breastfeeding in Acute Respiratory Infections in InfancyQuelle: Pediatr Infect Dis J 2024 Nov 1;43(11):1090–1099.Web: doi.org/10.1097/INF.0000000000004454
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