Nach COVID-19 häufiger bakterielle und virale Infektionen beobachtet24. Oktober 2025 © Dragana Gordic – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine groß angelegte Auswertung zeigt: Wer positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde, hat in den 12 Monaten nach der akuten Infektion ein höheres Risiko für weitere bakterielle und virale Infektionen. Ob und wenn ja, welcher Zusammenhang besteht zwischen einem positiven COVID-19-Test im Vergleich zu einem negativen Ergebnis und der Rate künftiger Infektionen mit anderen Krankheitserregern? Um dies zu beantworten, haben Forschende Informationen zu 231.899 positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Personen sowie zu 605.014 negativ getesteten Personen (Kontrollgruppe) ausgewertet (Zeitraum: 01.11.2021–31.12.2023). Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein positiver (im Vergleich zu einem negativen) Test auf COVID-19 mit einer höheren Rate von Diagnosen verschiedener Infektionen in den 12 Monaten nach der akuten SARS-CoV-2-Infektion assoziiert ist. Um die Spezifität der Ergebnisse in Bezug auf COVID-19 zu bewerten, verglichen die Wissenschaftler die Raten eines vorab festgelegten Satzes von Infektionskrankheiten-Outcomes in einer Kohorte von aufgrund von COVID-19 Hospitalisierten (n=12.450) mit denen von Personen, die wegen saisonaler Grippe in ein Krankenhaus kamen (n=3293). Die Ergebnisse wurden 30 Tage nach dem Datum des ersten Tests bis zum Ende der Nachbeobachtung (365 Tage nach dem ersten Test plus 30 Tage bis zum Tod oder 18. Juli 2024) verifiziert. In den 12 Monaten der Nachbeobachtung wiesen Personen mit COVID-19, die während der akuten Infektionsphase nicht hospitalisiert werden mussten, im Vergleich zu Personen mit einem negativen COVID-19-Test erhöhte Testpositivitätsraten für bakterielle Infektionen und Viruserkrankungen auf. In Analysen vorab festgelegter Outcomes ließ sich erkennen, dass positiv auf SARS-CoV-2 Getestete, die nicht stationär behandelt werden mussten, im Vergleich zur Kontrollgruppe mit negativem Test signifikant höhere Raten ambulanter Diagnosen von Infektionskrankheiten aufwiesen (relatives Risiko [RR] 1,17; 95%-KI 1,15–1,19). Die Raten der vorab festgelegten Outcomes waren im Allgemeinen bei den Personen höher, die während der akuten Phase der Erkrankung wegen COVID-19 in ein Krankenhaus eingeliefert wurden. Im Vergleich zu Personen mit einer Hospitalisierung wegen saisonaler Grippe kam es bei wegen COVID-19 eingelieferten Personen zu höheren Raten von Krankenhauseinweisungen wegen Infektionskrankheiten (RR 1,24; 95%-KI 1,10–1,40), Krankenhauseinweisungen wegen Sepsis (RR 1,35; 95%-KI 1,11–1,63) und zu höheren Raten der Anwendung antimikrobieller Medikamente im Krankenhaus (RR 1,23; 95%-KI 1,10–1,37). Fazit Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein positives Testergebnis auf COVID-19 (im Vergleich zu einem negativen Testergebnis) mit erhöhten Raten diagnostizierter verschiedener Infektionen in den 12 Monaten nach einer akuten SARS-CoV-2-Infektion assoziiert war. Die vermuteten langfristigen Auswirkungen von COVID-19 auf das Immunsystem und die Neigung zu weiteren Infektionen durch andere Krankheitserreger sollten in zukünftigen Studien weiter untersucht werden. (ac) Autoren: Cai M et al. Korrespondenz: Ziyad Al-Aly; [email protected] Studie: Rates of infection with other pathogens after a positive COVID-19 test versus a negative test in US veterans (November, 2021, to December, 2023): a retrospective cohort study Quelle: Lancet Infect Dis 2025;25(8):847–860. Web: https://doi.org/10.1016/S1473-3099(24)00831-4
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