Nach TIA oder Minor Stroke ist das Schlaganfallrisiko langfristig erhöht11. April 2025 Auch wenn die Symptome rasch wieder verschwinden, besteht nach einer transitorisch ischämischen Attacke ein langfristig erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall. (Foto: © samunella – stock.adobe.com) Bei Patienten, die eine transitorische ischämische Attacke (TIA) oder einen Minor Stroke erlitten haben, besteht ein anhaltend hohes Risiko für einen nachfolgenden Schlaganfall. Das geht aus einer Review-Arbeit in „JAMA“ hervor, die die jährlichen Inzidenzraten und die kumulative Inzidenz von Schlaganfällen bis zu zehn Jahre nach solchen Ereignissen ermittelt hat. Die Auswertung von 38 Studien mit mehr als 170.000 Patienten mit TIA oder Minor Stroke ergab ein Risiko für einen nachfolgenden Schlaganfalls von 5,9 Prozent innerhalb eines Jahres, 12,8 Prozent innerhalb von fünf Jahren und 19,8 Prozent innerhalb von zehn Jahren. In die Metaanalyse einschlossen hatten die Autoren alle pospektiven oder retrospektiven Kohortenstudien, die über das Schlaganfallrisiko bei Patienten mit TIA oder kleinem Schlaganfall während einer Nachbeobachtungszeit von mindestens einem Jahr berichten und in den Datenbanken MEDLINE, Embase und Web of Science bis zum 26. Juni 2024 auffindbar waren. Primäres Outcome der Metaanalyse war das Auftreten eines Schlaganfalles. Insgesamt flossen die Daten von 171.068 Patienten (medianes Alter 69 Jahre; Interquartilbereich [IQR] 65–71; medianer Anteil männlicher Patienten 57%; IQR 52–60) in die Metaanalyse ein. Bei ihnen betrug die gepoolte Schlaganfallrate pro 100 Personenjahre betrug 5,94 Ereignisse (95%-Konfidenzintervall [KI] 5,18–6,76; 38 Studien; I2 = 97%) im ersten Jahr, 1,80 Ereignisse (95%-KI 1,58–2,04; 25 Studien; I2 = 90%) jährlich im zweiten bis fünften Jahr und 1,72 Ereignisse (95%-KI 1,31–2,18; 12 Studien; I2 = 84%) jährlich im sechsten bis zehnten Jahr. Die kumulative Fünf- und Zehn-Jahres-Inzidenz von Schlaganfällen betrug 12,5% (95%-KI 11,0–14,1) bzw. 19,8% (95%-KI 16,7–23,1). Die Schlaganfallraten waren in Studien, die in Nordamerika (Rate Ratio [RR] 1,43; 95%-KI 1,36–1,50) und Asien (RR 1,62; 95%-KI 1,52–1,73]) durchgeführt wurden, höher als in Europa. Höher waren sie auch in Kohorten, die im Jahr 2007 oder später rekrutiert wurden (RR 1,42; 95%-KI 1,23–1,64), und in Studien, die aktive bzw. passive Methoden zur Erfassung der Ergebnisse verwendeten (RR 1,11; 95%-KI 1,07–1,17). Studien, die sich ausschließlich auf Patienten mit TIA (RR 0,68; 95%-KI 0,65–0,71) oder erstmaligen Indexereignissen (RR 0,45; 95%-KI 0,42–0,49) konzentrierten, wiesen niedrigere Schlaganfallraten auf als Studien mit einer unselektierten Patientenpopulation. Das in der Studie gezeigte anhaltend hohe Schlaganfallrisiko nach TIA oder kleinem Schlaganfall unterstreicht den Autoren zufolge die Notwendigkeit, die Maßnahmen zur langfristigen Schlaganfallprävention in dieser Patientengruppe zu verbessern. (ej)
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