Nach Wegfall der Impfpflicht: Influenza-Ausbruch auf US-Militärbasis

Eine Grippeschutzimpfung ist bei den US-Streitkräften seit April nicht mehr Pflicht. (Foto: Anelo/stock.adobe.com)

Kritiker hatten vor den Folgen gewarnt: Nur wenige Wochen nach der Abschaffung der bis dahin vorgeschriebenen Impfung gegen Grippe beim US-Militär kommt es Medien zufolge zu ersten Erkrankungen.

Knapp zwei Monate, nachdem das US-Verteidigungsministerium die verpflichtende Schutzimpfung gegen Grippe für Soldaten abgeschafft hat, ist es nun auf einem texanischen Luftwaffenstützpunkt zu einem Grippeausbruch gekommen. Dies berichten mehrere US-Medien unter Berufung auf das US-Militär. 

Laut informierten Quellen sind rund 160 Soldaten erkrankt. Offiziell spricht das Militär lediglich von einem „lokal begrenzten Grippeausbruch“. 

US-Regierung hatte Pflichtimpfung im April abgeschafft

Brisant ist der Fall, weil das Pentagon erst im April dieses Jahres die verpflichtende Grippeschutzimpfung für Soldaten abgeschafft hatte, unter anderem aus religiösen Gründen. Pentagon-Chef Pete Hegseth, der sich selbst als Kriegsminister bezeichnet, hatte damit eine nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführte und unter republikanischen wie demokratischen Regierungen jahrzehntelang gepflegte Regel gekippt.

„Dein Körper, dein Glaube und deine Überzeugungen sind nicht verhandelbar“, betonte er damals in einer Videobotschaft an die Truppe.

Ob die nun Erkrankten geimpft sind, war laut US-Medien zunächst unklar.

Zudem werde geprüft, ob der Tod eines Rekruten mit dem Ausbruch zusammenhänge. Laut „New York Times“ hat die Luftwaffe inzwischen für Rekruten auf dem Luftwaffenstützpunkt Lackland wieder eine Impfpflicht eingeführt. Ob diese Regelung bereits in Kraft sei, ist laut „Washington Post“ aber unklar.

Umstrittener Impfkurs der US-Regierung 

Kritiker hatten die Lockerung der Impfpflicht im Militär als Fehler bezeichnet und gewarnt, sie könne die Einsatzbereitschaft beeinträchtigen, da sich Krankheiten in eng zusammenlebenden Einheiten schnelle ausbreiten könnten. US-Militärangehörige müssen sich der „New York Times“ zufolge nach wie vor gegen Krankheiten wie Masern, Mumps und Polio impfen lassen. Weitere Impfungen, wie beispielsweise die Anthrax-Impfung, könnten je nach Risiko und militärischer Funktion vorgeschrieben sein, so die Zeitung.

Seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump hat die US-Regierung mehrfach wissenschaftlich anerkannte Fakten zum Thema Impfungen in Abrede gestellt. Besonders Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. zieht die Sinnhaftigkeit von Impfungen in Zweifel. Er stellte einen – von Forschenden widerlegten – Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus her und riet lange von Spritzen gegen Masern ab. Als die Zahl der Neuinfektionen auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten schnellte, bezeichnete er Impfungen dann doch als effektivstes Mittel zur Eindämmung der Epidemie.

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