Nachweis einer gestörten Glukosetoleranz: Proteomische Signaturen identifiziert

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Die Diagnose von Typ-2-Diabetes (T2D) konzentriert sich auf die Messung von glykiertem Hämoglobin und Nüchternglukosewert. Dieser Ansatz führt dazu, dass viele Personen mit isoliert eingeschränkter Glukosetoleranz (iIGT), die nur durch orale Glukosetoleranztests (oGTTs) identifizierbar sind, dem Diabetesrisiko und seinen Komplikationen ausgesetzt sind.

Julia Carrasco-Zanini von der University of Cambridge School of Clinical Medicine (Großbritannien) und ihre Kollegen gingen einem neuen Ansatz nach. Die Forschenden wendeten in ihrer Studie Maschinelles Lernen auf die Proteomikprofile einer einzelnen Nüchternprobe von 11.546 Teilnehmern der Fenland-Studie an. Dadurch sollte getestet werden, ob die Methode die unter Verwendung der Goldstandard-oGTTs definierte iIGT unterscheiden kann.

Das Autorenteam beobachtete eine signifikant verbesserte Unterscheidungsleistung, indem sie zum besten klinischen Modell 3 Proteine (RTN4R, CBPM und GHR) hinzufügten (AUROC=0,80; 95%-KI 0,79–0,86; p=0,004). Dieses Modell wurde zudem an einer externen Kohorte validiert. Erhöhte Plasmaspiegel der Kandidatenproteine waren demnach in einer unabhängigen Kohorte mit einem erhöhten Risiko für zukünftig auftretendes T2D assoziiert. Des Weiteren waren die Proteine auch bei Personen erhöht, die genetisch anfällig für eine gestörte Glukosehomöostase und T2D waren.

Fazit
Die Forschenden stellten fest, dass die Bewertung einer begrenzten Anzahl von Proteinen Personen identifiziert, die von den derzeitigen Diagnosestrategien wahrscheinlich übersehen werden, aber ein hohes Risiko für T2D und seine Komplikationen haben. (sh)

Autoren: Carrasco-Zanini J et al.
Korrespondenz: Claudia Langenberg; [email protected]
Studie: Proteomic signatures for identification of impaired glucose tolerance
Quelle: Nat Med 2022;28(11):2293–2300.
Web: https://doi.org/10.1038/s41591-022-02055-z