Lebensmittelallergien in der Kindheit: Antibiotikagaben vor und nach der Geburt erhöhen das Risiko nur leicht5. Juni 2024 Foto: © Pixel-Shot/stock.adobe.com Immer wieder wird ein Zusammenhang zwischen postnataler Antibiotikaexposition (AE) und Nahrungsmittelallergien (NMA) im Kindesalter diskutiert. Ein internationales Forscherteam hat nun die Auswirkungen einer pränatalen und postnatalen AE auf das Risiko einer NMA im Kindesalter untersucht. Dabei zeigte sich, dass der Zusammenhang stärker ausgeprägt war, wenn die AE kurzfristig erfolgte und die Kinder zu früh oder mit geringem Geburtsgewicht zur Welt kamen. In die Analyse schlossen die Wissenschaftler auf Basis der landesweiten Geburtenkohorte in Südkorea alle 3.163.206 Säuglinge (2.322.735 Mütter) ein, die zwischen 2010 und 2017 in Südkorea geboren worden waren. Primärer Outcomeparameter war die Diagnose einer NMA zwischen 2009 und 2021. Für die Analyse der Daten implementierten die Wissenschaftler vier verschiedene Studiendesigns, die aus einer vollständigen unangepassten Kohorte, einer 1:1-Propensity-matched-Kohorte, einer Geschwister-Vergleichskohorte und einer Gesundheits-Screening-Kohorte sowie mehreren Subgruppenanalysen bestanden. Während des Beobachtungszeitraums (Median 6,92 Jahre; IQR 4,72–9,00) wurde bei 29.973 (1,9 %) der eingeschlossenen Säuglinge (52,6 % männlich) eine NMA diagnostiziert. Nach einem 1:1-Propensity-Score-Matching erhöhte die AE das Risiko einer NMA insgesamt (vorgeburtlich: HR 1,05; 95 %-KI 1,04–1,09; nachgeburtlich: HR 1,05; 95 %-KI 1,01–1,10). Stärker ausgeprägt war dieser Zusammenhang, wenn die AE kurzfristig erfolgte und die Kinder als Frühgeborene oder mit geringem Geburtsgewicht zur Welt kamen. Ein trimesterspezifischer Effekt wurde jedoch nicht beobachtet. Kinder, die vor- (17 %) oder nachgeburtlich (15 %) eine engmaschige medizinische Betreuung erhielten, hatten ein höheres NMA-Risiko, was den Autoren zufolge die nachteiligen Auswirkungen kritischer Faktoren wie BMI der Mutter, Raucherstatus und Art der Säuglingsernährung widerspiegelt. Dieser Trend zeigte sich den Autoren zufolge in allen vier Studiendesigns. Der Zusammenhang zwischen AE in der frühen Kindheit und späteren NMA sei zwar nur mäßig, allerdings lege er nahe, dass Kliniker bei der Verabreichung von Antibiotika in der pränatalen und postnatalen Phase Risiken und Nutzen gut gegeneinander abwägen sollten, resümieren die Autoren. (ej)
Mehr erfahren zu: "Krankenhäuser fürchten neue Milliardenlöcher und Pleiten" Krankenhäuser fürchten neue Milliardenlöcher und Pleiten Die große Mehrheit der deutschen Krankenhäuser ist in finanziell prekärer Lage. Die Einsparungen der Bundesregierung werden die Not einer Umfrage unter Klinikchefs zufolge noch vergrößern.
Mehr erfahren zu: "Mehr Bildung verringert das Demenzrisiko Jahrzehnte später" Mehr Bildung verringert das Demenzrisiko Jahrzehnte später Eine britische Schulreform aus dem Jahr 1972 scheint Jahrzehnte später zu weniger Demenzdiagnosen geführt zu haben. Eine Studie deutet darauf hin, dass mehr Bildung das Demenzrisiko senken könnte, selbst bei […]
Mehr erfahren zu: "Einweg-Vapes sind die beliebtesten Nikotin-Produkte bei Jugendlichen" Einweg-Vapes sind die beliebtesten Nikotin-Produkte bei Jugendlichen Bei Schülerinnen und Schülern in Deutschland sind Einweg-E-Zigaretten die am meisten konsumierten Nikotin-Produkte. Eine Krankenkasse fordert, mehr gegen die Attraktivität der Vapes zu tun.