Nationales Frühwarnsystem zu tierischen Grippeviren etabliert5. November 2025 Wie groß die Gefahr bei tierischen Influenza-Viren ist, von Tieren auf den Menschen überzuspringen, untersucht das neue Verbundprojekt (hier humane Influenza-Viren). Abbildung: © Petr Chlan-da/Universität Heidelberg Ziel des neuen deutschlandweiten Forschungsverbundes FLU-PREP ist es, Grippeviren, die von Tieren auf Menschen übergehen können, frühzeitig zu erkennen und ihr Pandemierisiko einzuschätzen. So sollen Infektionsketten möglichst verhindert oder unterbrochen werden, bevor es zu größeren Ausbrüchen kommt. Mitte Oktober 2025 hat der Verbund seine Arbeit aufgenommen. Das Projekt wird vom Bund mit insgesamt 3,5 Millionen Euro gefördert.„Mit diesem Frühwarnsystem wollen wir schneller verstehen, welche Influenzaviren möglicherweise für den Menschen gefährlich werden“, sagt Prof. Martin Schwemmle, Forschungsgruppenleiter am Institut für Virologie des Universitätsklinikums Freiburg. „Unsere Analysen liefern die Grundlage, um die jeweiligen Risiken besser einzuschätzen und im Ernstfall schnell reagieren zu können.“ Wie leicht springen Erreger vom Tier auf den Menschen über? Die Freiburger Virologen um Schwemmle entwickeln und betreiben gemeinsam mit den Verbundpartnern die zentrale Laborplattform von FLU-PREP. Dort werden verschiedene Grippeviren mithilfe moderner molekularbiologischer und zellbasierter Verfahren untersucht, um ihr zoonotisches Potenzial zu bewerten. Dazu gehören genetische Analysen, Tests zur Virusvermehrung sowie Untersuchungen zur Reaktion des menschlichen Immunsystems. Die Forschung sei eng in die Strukturen des Universitätsklinikums eingebunden, betont die Universität Freiburg: So könnten die neuen Erkenntnisse dazu beitragen, Diagnostik und Prävention bei Patienten zu verbessern.„Mit der Koordination von FLU-PREP übernimmt die Universitätsmedizin Freiburg eine zentrale Rolle bei der Prävention vor potentiell pandemischen Erregern“, erklärt Prof. Lutz Hein, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg und Vorstandsmitglied des Universitätsklinikums Freiburg. Ein gemeinsamer Ansatz für Mensch und Tier FLU-PREP folgt dem One-Health-Prinzip, das die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt gemeinsam betrachtet und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachgebieten voraussetzt. An dem Verbund sind Robert-Koch-Institut, Friedrich-Löffler-Institut, Charitè – Universitätsmedizin Berlin, Universität Münster und das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit beteiligt.
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