nature4HEALTH: Chronische Entzündungen durch Ansätze aus der Natur behandeln21. Mai 2024 Stefan Lorkowski und Maria Wallert koordinieren die Forschungsgruppe „nature4HEALTH“. (Foto: © Anne Günther/Uni Jena) Die interdisziplinäre Forschungsgruppe „nature4HEALTH“ in Jena entwickelt ganzheitliche naturstoffbasierte Therapieansätze für die Behandlung Chronisch-entzündlicher Erkrankungen. Zur Therapie chronischer Entzündungen setzt die Medizin bisher vor allem auf Substanzen, die die Immunreaktion des Körpers hemmen. Diese haben aber zum einen oft recht unspezifische Wirkungen, zum anderen zahlreiche Nebenwirkungen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Universitätsklinikums Jena haben sich nun zusammengetan, um ausgesuchte Naturstoffe und Naturstoffextrakte in Kombination mit Nährstoffen für die Behandlung chronischer Entzündungen zu evaluieren. Ziel der neuen Forschungsgruppe „nature4HEALTH“ ist es, die Wirkmechanismen und Wirksamkeiten derartiger Kombinationen aufzuklären. Der Freistaat Thüringen fördert die Gruppe aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bis Dezember 2026 mit knapp 1.000.000 Euro. Kombination aus Naturverbindungen und Nährstoffen Zu den Wirkstoffen auf der Basis von Naturstoffen mit anti-entzündlicher oder entzündungsauflösender Wirkung gehören beispielsweise Extrakte des Weihrauchharzes. Sie werden bereits seit Jahrtausenden in der Ayurvedischen Volksmedizin zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen genutzt. Auch körpereigene Metabolite von Vitamin E sowie essenzielle Nährstoffe wie Selen spielen für die Modulation von Entzündungen eine wichtige Rolle und bieten ein vielversprechendes Potenzial für wirksame Arzneistoffe. „Durch die Kombination vielversprechender Naturverbindungen mit Nährstoffen wie Selen, Vitamin E oder Omega-3-Fettsäuren wollen wir versuchen, die Eigenschaften der Wirkstoffe synergistisch zu verbessern“, sagt Prof. Stefan Lorkowski von der Universität Jena, der die Arbeiten der Forschungsgruppe zusammen mit Dr. Maria Wallert koordiniert. In Nanopartikel verpackt sind Wirkstoffe besser verfügbar Naturstoffe und Naturstoffextrakte haben oft eine geringe und schwierig zu steuernde Verfügbarkeit oder werden nur in sehr kleinen Mengen mit der Nahrung aufgenommen. Um die potenziellen Wirkstoffkombinationen gezielt, sicher und effizient an den gewünschten Wirkort im Körper zu transportieren, wollen die Forschenden sie in Nanomaterialien aus natürlichen und biokompatiblen, synthetischen Polymeren „verpacken“. Auf diese Weise wird die Bioverfügbarkeit verbessert und eine kontrollierte Freisetzung ermöglicht. Mit diesem Konzept wollen die Forschenden künftig auch andere Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen in Nanomaterialien verpacken und für medizinische Anwendungen nutzbar machen, betont Maria Wallert. „So wollen wir nicht nur neue Therapieansätze zur Behandlung von chronisch-entzündlichen Erkrankungen liefern, sondern zu einem besseren Verständnis der Wirkung von Naturstoffen, Naturstoffextrakten und physiologisch relevanten Nährstoffen insgesamt beitragen.“ Zur Forschungsgruppe „nature4HEALTH“ gehören Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Institutes für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Uniklinikums Jena (Prof. Jürgen Reichenbach und Dr. Karl-Heinz Herrmann), der Klinik für Innere Medizin (Prof. Andreas Stallmach), des Institutes für Pharmazie der Universität Jena (Prof. Oliver Werz), des Instituts für Organische Chemie und Makromolekulare Chemie (Dr. Stephanie Schubert) und des Institutes für Ernährungswissenschaften der Universität Jena (Prof. Anna Kipp, Prof. Stefan Lorkowski, Dr. Maria Wallert).
Mehr erfahren zu: "Krankenhäuser fürchten neue Milliardenlöcher und Pleiten" Krankenhäuser fürchten neue Milliardenlöcher und Pleiten Die große Mehrheit der deutschen Krankenhäuser ist in finanziell prekärer Lage. Die Einsparungen der Bundesregierung werden die Not einer Umfrage unter Klinikchefs zufolge noch vergrößern.
Mehr erfahren zu: "Weltmännertag: Echte Stärke heißt auch, auf sich selbst zu achten" Weltmännertag: Echte Stärke heißt auch, auf sich selbst zu achten Zum Weltmännertag am 3. November weist das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) auf das Problem hin, dass Männer oftmals nicht genug auf sich selbst achten – mit Folgen für Gesundheit […]
Mehr erfahren zu: "Till Roenneberg auf der DGSM-Jahrestagung: „Unser Körper und unser Büro liegen oft in verschiedenen Zeitzonen“" Till Roenneberg auf der DGSM-Jahrestagung: „Unser Körper und unser Büro liegen oft in verschiedenen Zeitzonen“ Warum unser Körper und unser Arbeitsalltag oft „in verschiedenen Zeitzonen“ unterwegs sind und welche Folgen das für Gesundheit, Produktivität und Unternehmen hat, erläutert der Chronobiologe Prof. Till Roenneberg auf der […]