Neoadjuvante ADT bei lokalisiertem Prostatakrebs verändert immunologische Mikroumgebung

Eine präoperative Androgenentzugstherapie (ADT) bei lokalisiertem Prostatakrebs (PCa) führt zu einem ausgeprägten Immunphänotyp. Das hat ein US-Wissenschaftlerteam herausgefunden.

Matthew C. Dallos vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York (NY, USA) und Kollegen analysierten 49 primäre PCa-Tumore. Um das immunologische Mikroumfeld zu untersuchen, verglichen sie diejenigen, die lediglich operiert wurden, mit denen, die neoadjuvant per ADT mit Degarelix vorbehandelt wurden, und zwar 4, 7 bzw. 14 Tage vor der Operation. Mithilfe von Next-Generation-DNA- und RNA-Sequenzierung und Multiplex-Immunfluoreszenz bestimmten die Forscher die Veränderungen der Immunphänotypen in Anwesenheit oder Abwesenheit der ADT.

Die Forscher fanden heraus, dass die ADT das normalerweise unauffällige Mikroumfeld des Prostatatumors innerhalb weniger Tage schnell in eine entzündete Umgebung verwandelt. Insbesondere beobachteten sie einen Anstieg aktivierter CD8-T-Zellen sowie unterdrückender ­regulatorischer T-Zellen (Treg). Der myeloide Anteil, insbesondere proinflammatorischer M1-ähnlicher tumorassoziierter Makrophagen, war erhöht.

Interessanterweise seien auch in Tumorzellen bisher nicht beschriebene Veränderungen aufgetreten, berichten die Wissenschaftler weiter. So war die Antigenpräsentation durch die MHC-Klassen I und II hochreguliert, während unerwarteterweise das „Friss-mich-nicht“-Signal CD47 verringert war.

„Diese Beobachtungen unterstreichen die entscheidende Rolle des Zeitpunkts und des Krankheitskontexts, um die therapeutische Wirksamkeit von Immunmodulatoren in Kombination mit Androgen­ablation zu optimieren“, urteilen Dallos und Kollegen abschließend. Das neoadjuvante Setting könnte dafür ideal sein, schätzen sie.

(ms)