Nephronsparende Operation beim Wilms-Tumor im Vorteil6. Juni 2022 Nierenkrebs im Kindesalter (Symbolbild). Grafik: maniki – stock.adobe.com Ein systematischer Review mit Metaanalyse hat ergeben, dass eine nephronerhaltende Operation (nephron-sparing surgery, NSS) bei ein- oder beidseitigem Wilms-Tumor (WT) bessere Langzeitergebnisse erzielt als eine radikale Nephrektomie (RN). Die Qualität der Evidenz sei allerdings gering, schränken die Autoren ein. Erstautor Adree Khondker und seine Kollegen führten im September 2020 eine systematische Literatursuche zum Thema durch. Zu den bewerteten Langzeitergebnissen (>1 Jahr nach der Operation) gehörten unter anderem chronische Nierenerkrankungen, Bluthochdruck und die glomeruläre Filtrationsrate. Insgesamt bezogen die Autoren 23 Studien, die 293 Fälle von unilateralem WT und 386 Fälle von bilateralem WT beschreiben, in die qualitative Synthese ein. Schätzungen des Gesamteffektes zeigten, dass Patienten, die sich einer RN unterziehen, eine signifikant erhöhte Wahrscheinlichkeit hatten, bei der Langzeitnachbeobachtung eine abnormale Nierenfunktion (OR 4,29; 95 %-KI 1,02–18,00) und eine niedrigere geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (mittlere Differenz -8,99; 95 %-KI -16,40 bis -1,58) zu entwickeln als Patienten mit NSS. Bei bilateralem WT hatten Patienten, die eine RN mit kontralateraler NSS erhielten, im Vergleich zu bilateraler NSS eine höhere Wahrscheinlichkeit, eine abnormale Nierenfunktion (OR 3,82; 95 %-KI 1,76–8,33) und Bluthochdruck (OR 5,81; 95 %-KI 1,31–25,68) zu erleiden. (ms)
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