Neuartige Steuerung von Prothesen mit Quantentechnologie im Fokus15. März 2024 Urs Schneider (l.) und Michael Förtsch setzen sich mit der Partnerschaft ehrgeizige Ziele für die Entwicklung neuartiger Prothesensteuerungen. (Bild: Fraunhofer IPA) Anfang März haben das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA und das Technologieunternehmen Q.ANT einen Vertrag zur Gründung des Kompetenz-Zentrums Mensch-Maschine-Schnittstelle unterzeichnet. Ziel der Kooperation sei es, feinste Nervensignale aus Muskelaktivitäten zu detektieren, daraus entstehende Informationen zu interpretieren, um damit Maschinen und Geräte anzusteuern. So könnten sich künftig etwa Handprothesen intuitiv steuern lassen. „Die Magnetfeldsensorik auf Basis von Quantentechnologie spielt eine wichtige Rolle für die Prothetik. Der Sensor ermöglicht die feinen Sensitivitäten, die wir für das Auslesen von Biosignalen benötigen”, sagt Dr. Urs Schneider, Leiter der Biomechatronik-Forschung am Fraunhofer IPA. „Mit Q.ANT, das sich auf Quantentechnologien für Sensorik und Computing spezialisiert hat, konnten wir den richtigen Partner gewinnen.” Das Kompetenzzentrum hat seinen Sitz in Stuttgart-Vaihingen und bringt rund 15 Experten aus Forschung und Industrie zusammen. „Wir wollen Handprothesen, wie gesunde Gliedmaßen, durch neuronale Impulse steuern. Das Fraunhofer IPA bringt ausgewiesene Expertise auf diesem Feld der Biomechatronik in unsere strategische Partnerschaft mit ein. Hieraus lassen sich komplett neuartige Anwendungen in der Medizintechnik denken. Wir gehören damit zu den Pionieren auf diesem vielversprechenden Anwendungsfeld für Quantensensorik und definieren die Mensch-Maschine-Schnittstelle neu”, sagt Dr. Michael Förtsch, CEO von Q.ANT. Beide Kooperationspartner bringen langjährige Erfahrung in die Kooperation ein: Q.ANT entwickelt seit fünf Jahren einen auf Quantentechnologie basierenden Magnetfeldsensor. Er zeichnet sich insbesondere durch seine Kombination aus Sensitivität, Größe und einen Betrieb bei Raumtemperatur aus. Das Fraunhofer IPA kann auf mehr als 15 Jahre Expertise in Biomechatronik und Biosignal-Prozessierung bauen. So werden die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen vom Fraunhofer IPA Biosignale charakterisieren, um dann entsprechende Algorithmen zu programmieren, die die Sensordaten in Steuerungsbefehle für die Prothese umwandeln. Am Institut werden auch die entsprechenden Versuchsreihen mit Patientinnen und Patienten durchgeführt, deren Ergebnisse in die Entwicklung der Prothesen-Prototypen einfließen.
Mehr erfahren zu: "Chirurgen zwischen verschiedenen Kulturen und Ausbildungssystemen" Chirurgen zwischen verschiedenen Kulturen und Ausbildungssystemen In der DKOU-Session „Diversity matters” beschrieb ein junger Arzt aus Indien die Herausforderungen, die er als Assistenzarzt in Orthopädie und Unfallchirurgie ebenso wie viele andere Ärztinnen und Ärzte mit Migrationshintergrund […]
Mehr erfahren zu: "BVOU widerspricht Studie zur Akutversorgung in Hausarztpraxen" BVOU widerspricht Studie zur Akutversorgung in Hausarztpraxen Aufgrund einer einzigen deutschen Studie1 werde immer wieder wird behauptet, 80 bis 90 Prozent aller akuten Behandlungsfälle ließen sich fallabschließend in der Hausarztpraxis versorgen. Eine genaue Betrachtung zeigt laut BVOU: […]
Mehr erfahren zu: "Analgetische Wirkung von Ketamin: Braucht es die Dissoziation?" Analgetische Wirkung von Ketamin: Braucht es die Dissoziation? Ketamin wird als Analgetikum und Anästhetikum eingesetzt. Neben der schmerzstillenden Wirkung hat es auch einen dissoziativen Effekt. Dieser scheint jedoch nicht Voraussetzung für die Analgesie zu sein, wie eine experimentelle […]