Neue Anlage zur Produktion von Zelltherapieprodukten für die Behandlung von Krebs eröffnet11. November 2019 V. l. n. r. : Prof. Dr. Gerhard Ehninger, Ingrid Maria Seidel, Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Carla Kreissig, Volker Knöll. © massmedia Thomas Granitzny Im Beisein von NRW-Wirtschafts- und Innovationsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart (FDP) wurde die neue Cellex Cell Manufacturing Plant in Köln-Ossendorf eröffnet. Die Anlage ist das Herzstück für die Produktion von CAR-T-Zellen zur gezielten Behandlung verschiedener Krebsarten und anderer Erkrankungen. Für die Produktion und die Qualitätskontrolle stehen ein Reinraumlabor und weitere Räume auf über 800 Quadratmetern zur Verfügung. „Mit den neuen Räumlichkeiten haben wir unsere Produktionskapazitäten verdoppelt und so die Voraussetzungen geschaffen, Patienten, die auf neue Therapien zur Behandlung schwerer Krankheiten angewiesen sind, weltweit umfassend zu unterstützen“, sagte Carla Kreissig, Geschäftsführerin der Cell Manufacturing Plant. Die Cellex Group wurde 2001 gegründet, wobei man sich zunächst auf die Entnahme von Stammzellen und Knochenmark fokussierte. Heute verfügt Cellex in Köln über das weltweit größte und erfahrenste Entnahmezentrum für allogene Blutstammzellen- und Knochenmarkspenden. Rund 55 Prozent aller Stammzellspenden in Deutschland werden bei Cellex durchgeführt. Darüber hinaus entwickelte sich Cellex zu einem wesentlichen Full-Service-Dienstleister für andere Unternehmen bei der Produktion von neuartigen zellulären Therapieprodukten (z.B. CAR-T-Zellen). Seit 2014 werden in Kooperation mit dem Dresdner Schwesterunternehmen GEMoaB zudem eigene innovative CAR-T-Zellen und bispezifische Antikörper gegen Krebs entwickelt. Die starke Nachfrage aus aller Welt bei gleichzeitig weltweiten Produktionsengpässen, aber auch die Vielzahl erfolgversprechender Forschungen zu neuen Therapieansätzen bei verschiedenen Krebsarten, führten nun dazu, dass die Produktionskapazitäten verdoppelt und so die Voraussetzungen für künftige Aufgaben geschaffen wurden. In der neuen Cell Manufacturing Plant erfolgt die Herstellung von „advanced therapy medicinal products“ (ATMPs), so auch die Produktion der CAR-T-Zellen unter modernsten Methoden, die u a. eine magnetische Selektionierung, Zellreinigung, Kryokonservierung und zellbasierte Wirksamkeitstests umfassen. Weitere Services umfassen zudem die langfristige Kryolagerung von ATMPs. Durch die modulare In-House-Bauweise war, und wird auch in Zukunft bei weiteren geplanten Bauabschnitten, eine vergleichsweise kurze Bauzeit für Reinraumlabore ermöglicht. Der zweite Bauabschnitt wird ab Januar 2020 in Betrieb genommen © Sonja Hensel Prof. Dr. Gerhard Ehninger, Gründer und Eigentümer von Cellex, hob bei der Eröffnung insbesondere die Möglichkeiten der von Cellex selbst entwickelten CAR-T-Zell-Therapien hervor. „Die Bekämpfung von Krebs mit CAR-T-Zellen, die gezielt gegen Tumorzellen vorgehen, ist derzeit einer der vielversprechendsten Therapieansätze. Die bisher entwickelten CAR-T-Zellen haben jedoch diverse Risiken, wie etwa eine überschießende Zytokinfreisetzung oder die Entwicklung von Resistenzen. In Kooperation mit unserem Schwesterunternehmen GEMoaB arbeiten wir daher gegenwärtig an neuen, besser kontrollierbaren Plattformen wie bispezifischen Antikörpern oder den UniCAR-Zellen, die sich derzeit in ersten Studien befinden.“ Die Reinraumlaborfläche ist in Suiten unterteilt, die alle (z.B. hinsichtlich des Luftdruckes und der Kühlschranktemperaturen) elektronisch überwacht werden . © Sonja Hensel Innovationsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart betonte vor allem den hohen Stellenwert des BioTech-Standortes NRW: „Es gibt die klugen Köpfe und herausragenden Forschungseinrichtungen im Bereich Biomedizin in Nordrhein-Westfalen. Zudem haben wir hier die Infrastruktur, die es erlaubt hoch anspruchsvolle Produkte herzustellen und weltweit verfügbar zu machen. Cellex nutzt mit der neuen Cell Manufacturing Plant diese guten Standortbedingungen, um modernste Therapien für möglichst viele Patientinnen und Patienten effizient zur Anwendung zu bringen. Die hoch innovative, auf die jeweiligen Patientenanforderungen zugeschnittene Medizin eröffnet bessere Heilungschancen und zugleich eine Stärkung des gesamten Wissenschafts- und Wirtschaftsstandortes.“ Volker Knöll, Geschäftsführer der Cellex Group, rechnet mit einer steigenden Nachfrage aus aller Welt nach Cellex-Produkten. „Neben dem Know-how, das für die Produktion von Zelltherapieprodukten unabdingbar ist, verfügt Cellex auch über Entnahmezentren für Stammzell- und Knochenmarkspenden und eine CellCommunity, die für Zellspenden für Wissenschaft und Forschung zur Verfügung steht. Hierdurch sind wir bestens gerüstet, um möglichst vielen Patienten rasch Hilfe anbieten zu können.“
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