Neue Einblicke in die Struktur eines Killerproteins28. September 2018 Stephanie Bleicken (links), Enrica Bordignon und Tufa Assafa haben das Protein Bax mit verschiedenen Spektroskopietechniken untersucht. (Foto: © RUB, Kramergeben) Neue Einblicke in die Struktur des Proteins Bax haben Forscher der Ruhr-Universität Bochum und der Eberhard-Karls-Universität Tübingen erlangt. Das Protein leitet den programmierten Zelltod ein, mit dem der Körper nicht mehr benötigte oder krankhaft veränderte Zellen entsorgt. Da Bax in der Zelle seinen Aufenthaltsort ändert, ist seine Struktur schwer zu untersuchen. In jeder Sekunde sterben etwa eine Million Zellen im Körper durch programmierten Zelltod, auch Apoptose genannt. Störungen in diesem Mechanismus können lebensbedrohlich sein, etwa Krebs oder neurodegenerative Erkrankungen auslösen. Eine Gruppe von Proteinen, die Bcl-2-Proteine, zu denen auch Bax gehört, spielen eine entscheidende Rolle bei der Apoptose. „Diese Proteine sind schwer zu untersuchen, weil sie sich von der wässrigen Zellflüssigkeit zur Mitochondrien-Membran bewegen“, erklärt Dr. Stephanie Bleicken aus der Bochumer Arbeitsgruppe EPR-Spektroskopie von Prof. Enrica Bordignon. „Gerade die aktive Form des membrangebundenen Proteins lässt sich nur mit wenigen Methoden untersuchen.“ Wahrscheinlichstes Strukturmodell identifiziert Das Team nutzte verschiedene Spektroskopiemethoden, um Bax zu untersuchen. Es erfasste sowohl die Struktur der membrangebundenen Form von Bax als auch dessen Interaktionen mit dem Lösungsmittel, also mit dem Wasser oder den Lipiden. Diese Daten verglichen die Forscher dann mit zuvor publizierten Informationen zur Struktur des Proteins und überprüften, welche Ergebnisse miteinander vereinbar sind. „Wir haben alle vorhandenen Strukturmodelle bewertet und das wahrscheinlichste Modell für die Struktur von Bax identifiziert“, resümiert Bordignon. Um die Apoptose einzuleiten, erzeugt Bax ein Loch in der Membran der Mitochondrien, welche die Kraftwerke der Zellen darstellen. Mit weiteren Methoden wollen die Bochumer Forscherinnen das Protein künftig direkt an der Membran von isolierten Mitochondrien untersuchen. Außerdem wollen sie die Interaktion von Bax mit den umgebenden Wassermolekülen bei Temperaturen, wie sie im Körper vorkommen, genauer analysieren; die dafür notwendigen Verfahren hat Bordignons Gruppe im Rahmen von Resolv selbst entwickelt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanzierte die Arbeiten durch das Schwerpunktprogramm 1601 „New Frontiers in Sensitivity in EPR Spectroscopy“, die Projekte Nummer BO 3000/5-1 und INST 130/972-1 FUGG, die Forschergruppe 2036 sowie das Exzellenzcluster Resolv (EXC 1069). Weitere Förderung kam vom Europäischen Forschungsrat (ERC-2012-StG 309966).
Mehr erfahren zu: "Teure Zigaretten: Tabaksteuern ziehen deutlich an" Teure Zigaretten: Tabaksteuern ziehen deutlich an Millionen Menschen rauchen in Deutschland, das beschert dem Bund Milliarden über die Tabaksteuer. Künftig sollen es noch mehr Einnahmen werden. Raucher müssen sich daher auf höhere Preise einstellen.
Mehr erfahren zu: "Schwangerschaftskomplikationen mit deutlich höherem kardiometabolisch-renalen Risiko verbunden" Schwangerschaftskomplikationen mit deutlich höherem kardiometabolisch-renalen Risiko verbunden Frauen, bei denen es während der einer Schwangerschaft zu Komplikationen gekommen ist, haben in den Folgejahren ein deutlich erhöhtes Risiko für kardiometabolisch-renale (CKM) Erkrankungen. Darauf deutet eine Beobachtungsstudie an rund […]
Mehr erfahren zu: "CED: Warum Unverträglichkeiten gegen zuvor tolerierte Lebensmittel auftreten" CED: Warum Unverträglichkeiten gegen zuvor tolerierte Lebensmittel auftreten Chronische Entzündungen im Darm können bei Bakterien zu Veränderungen in der Verarbeitung von Nahrung führen und Immunreaktionen gegen Lebensmittel zur Folge haben, die zuvor problemlos konsumiert werden konnten.