Neue Empfehlungen zur optimierten Therapie des Vorhofflimmerns12. Januar 2026 Symbolfoto: ©Coloures-Pic/stock.adobe.com Ein internationales Expertengremium hat Empfehlungen zur Verbesserung der Behandlung von Patienten mit Vorhofflimmern veröffentlicht. Die Publikation fasst die Ergebnisse der 10. AFNET/EHRA-Konsensuskonferenz zusammen. Die zweitägige Konferenz wurde im Mai 2025 gemeinsam vom Kompetenznetz Vorhofflimmern (AFNET) und der European Heart Rhythm Association (EHRA) veranstaltet. Daran teil nahmen mehr als 80 namhafte internationale Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Industrie. Am 15. Dezember 2025 wurde der dort gefasste Konsens in einem Bericht in der Fachzeitschrift „EP Europace“ publiziert. Neuer Fokus auf Begleiterkrankungen und Vorhofflimmerlast Dr. Emma Svennberg, Kardiologin aus Stockholm, Schweden, und Erstautorin des Konsensuspapiers, erläutert: „Die Behandlung von Vorhofflimmern unterliegt derzeit einem erheblichen Wandel: Der Schwerpunkt liegt nicht mehr ausschließlich auf der Schlaganfallprävention, sondern zunehmend auch auf der Behandlung von Begleiterkrankungen und der Verringerung der Vorhofflimmerlast.“ Allerdings würden sowohl die Rhythmuskontrolle als auch die Therapie von Begleiterkrankungen nach wie vor zu selten eingesetzt, moniert Svennberg. Deshalb hätten Patienten mit Vorhofflimmern weiterhin schlechte Behandlungsergebnisse und damit verbundene hohe Gesundheitskosten zu verzeichnen. Dies wiederum unterstreiche die Notwendigkeit einer optimierten Behandlung, die auf Risikofaktoren, Vorhofflimmerlast und Rhythmus abziele. Rhythmuskontrolle durch Ablation und Antiarrhythmika Der Hamburger Kardiologe Prof. Paulus Kirchhof, AFNET-Vorstandsvorsitzender und einer der vier Vorsitzenden der Konsensuskonferenz, ergänzt: „Die zunehmende Bedeutung der Rhythmuskontrolle als Behandlung, die durch die Verringerung der Vorhofflimmerlast den Krankheitsverlauf beeinflussen und kardiovaskuläre Ereignisse reduzieren kann, erzeugt einen neuen Bedarf an einfachen, sicheren und wirksamen rhythmuserhaltenden Therapien. Auch wenn die Katheterablation breiter verfügbar wird, werden viele Patient:innen mit Vorhofflimmern weiterhin auf eine medikamentöse rhythmuserhaltende Therapie angewiesen sein, entweder als primäre oder als ergänzende Behandlung.“ Seiner Ansicht nach bleiben die Entwicklung neuer antiarrhythmischer Medikamente, die Optimierung des Einsatzes der vorhandenen Antiarrhythmika und neue Konzepte zur Verhinderung von Vorhofflimmern klinische Notwendigkeiten. Therapie: Personalisiert, multimodal und zugänglich Der Konsensusbericht beschreibt außerdem quantitative Merkmale, die eine Umstellung auf risikoorientierte Therapiestrategien ermöglichen könnten, die sicher, zugänglich und patientenorientiert sind. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz kann die Risikoabschätzung und die Auswahl personalisierter Therapien weiter verbessern. Als AFNET-Vorstandsmitglied und Co-Vorsitzender der Konsensuskonferenz fasst Prof. Andreas Goette, Paderborn, zusammen: „All diese Bemühungen eröffnen Wege zu einem personalisierten, patientenzentrierten, multimodalen und zugänglichen Vorhofflimmern-Management, das Rhythmuskontrolle, Schlaganfallprävention und Therapie von Begleiterkrankungen integriert, um die praktischen Bedürfnisse von heute mit den therapeutischen Innovationen von morgen zu verbinden.“ Prof. Jose Luis Merino, Madrid, Spanien, ehemaliger Präsident der EHRA und Co-Vorsitzender der 10. AFNET/EHRA-Konsensuskonferenz, sagt: „Seit vielen Jahren sind die AFNET/EHRA-Konsensuskonferenzen ein wichtiges Forum für die internationale Zusammenarbeit zwischen anerkannten Expert:innen auf dem Gebiet des Vorhofflimmerns. Wir glauben, dass die Empfehlungen dieses Expert:innengremiums dazu beitragen werden, die Vorhofflimmertherapie zu optimieren und die Ergebnisse für viele Patient:innen mit Vorhofflimmern weltweit zu verbessern.“
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