Neue Forschungsergebnisse zu Kombinationstherapien bei Hochrisikopatienten mit COVID-191. Dezember 2023 Symbolbild: ©Dr_Microbe/stock.adobe.com Expertinnen und Experten des Zentrums für Integrierte Onkologie (CIO), Aachen/Bonn/Köln/Düsseldorf (ABCD) haben neue Erkenntnisse zu einer wirksamen Kombinationstherapie bei Hochrisikopatienten erlangt. Mit einer solchen konnte ein langer Virusnachweis in 86 Prozent der Fälle vermieden werden. Bei immungeschwächten Patienten werden nach wie vor schwere Verläufe von COVID-19 beobachtet. Außerdem werden sie häufig lange (>21 Tage) positiv auf SARS-COV-2 getestet und gelten solange als infektiös. Eine frühzeitige Monotherapie mit antiviralen Medikamenten oder monoklonalen Antikörpern wird in den internationalen Leitlinien empfohlen, hat sich bei diesen Patientinnen und Patienten aber nicht immer als ausreichend effektiv gezeigt. Kombinationstherapien wurden bereits als individuelle Heilversuche eingesetzt. Die Datengrundlage war bisher jedoch auf In-vitro-Daten und kleinere Fallserien beschränkt. Diese Lücke haben Forschende des CIO ABCD nun geschlossen. Das CIO ABCD besteht seit 2018. Als gemeinsames Tumorzentrum arbeiten die vier Universitätskliniken im Bereich Forschung, Diagnostik und Behandlung zusammen. In einer multizentrischen Studie erhielten 144 hauptsächlich immungeschwächte Patienten eine COVID-19-Kombinationstherapie. Die Verläufe blieben infolgedessen leichter und ein verlängerter Virusnachweis wurde in 86 Prozent der Fälle verhindert. Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) werde die Daten in ihre Empfehlungen aufnehmen, wie das Universitätsklinikum Bonn (UKB) im Zusammenhang mit der Publikation vermeldet. Prof. Annkristin Heine und Prof. Jürgen Rockstroh, die als Experten vom UKB an der Auswertung beteiligt waren, fassen zusammen: „Insgesamt haben vor allem Patienten mit hämato-onkologischen Erkrankungen von einer frühen dualen Anti-SARS-CoV-2-Behandlung profitiert. Aber auch anderen immunsupprimierten Patienten sollte diese Therapieoption nicht vorenthalten werden. Aus infektiologisch-epidemiologischer Sicht sind die Ergebnisse ebenfalls relevant, denn ein langer Virusnachweis bei Patienten birgt auch das Risiko, dass sich neue Virusvarianten entwickeln.“ Dr. Malte Monin, Principle Investigator der Studie und ehemaliger Arzt am UKB, ergänzt: „Die Publikation zur Kombinationstherapie ist für uns etwas ganz Besonderes. Nicht nur tragen die Ergebnisse positiv zur Behandlung unserer Patientinnen und Patienten bei. Es ist auch eine bedeutende gemeinsame Veröffentlichung des CIO ABCD und damit ein tolles Zeichen für die exzellente Zusammenarbeit nach innen und auch für die Öffentlichkeit.“ Monin wurde neben den beiden Erstautoren Dr. Hans-Martin Orth und Dr. Charlotte Flasshove vom Universitätsklinikum Düsseldorf von einem Expertenteam aus Köln um Prof. Oliver Cornely und Aachen um PD Dr. Jens Panse unterstützt.
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