Neue Professur zielt auf Translation bei Neuropathien und Schmerzerkrankungen4. September 2018 Nurcan Üçeyler ist seit Juli dieses Jahres Universitätsprofessorin für Translationale Somatosensorik an der Universität Würzburg. (Bild: Brigitte May/Uniklinikum Würzburg) Seit Juli dieses Jahres leitet Prof. Nurcan Üçeyler von der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg den im Rahmen einer Heisenberg-Professur neu geschaffenen Bereich „Translationale Somatosensorik“. Im Zentrum ihres Forschungsinteresses stehen unter anderem die feinsten Fasern des peripheren Nervensystems sowie die mit ihnen zusammenhängenden Neuropathien und Schmerzen. Üçeyler arbeitet seit 2015 als Oberärztin an der von Prof. Jens Volkmann geleiteten Klinik, seit dem Jahr 2017 zudem als außerplanmäßige Professorin. Als jüngster Karriereschritt wurde Üçeyler mit Wirkung zum 2. Juli 2018 zur Universitätsprofessorin für Translationale Somatosensorik an der Universität Würzburg ernannt. Dazu hatte sie erfolgreich eine Heisenberg-Professur eingeworben. Forschungsinteresse an Small Fibers In der internationalen Fachwelt besonders auf sich aufmerksam machte die Neurologin im Jahr 2013 mit einer vielbeachteten Veröffentlichung zur Fibromyalgie. Zusammen mit ihrem Forschungsteam konnte Üçeyler zeigen, dass der Schmerzerkrankung möglicherweise eine Schädigung der Small Fibers zugrundeliegt. Als Teil des peripheren Nervensystems sind sie zum Beispiel für das Wärme- und Kälteempfinden, für Juckreiz, aber auch das Wahrnehmen von angenehmen Berührungen zuständig. Anders als dicke Nervenfasern sind die Small Fibers mit Routineuntersuchungen nicht zu erfassen. „Das bedeutet, dass man klinisch und grundlagenwissenschaftlich zur Erforschung und Diagnostik der kleinen Fasern neue Werkzeuge entwickeln und etablieren muss“, erklärt Üçeyler. Ziel: Schmerzbilder noch besser diagnostizieren und therapieren Generell zielt ihr Schwerpunkt darauf ab, die unterschiedlichen Formen von Neuropathien und neuropathischen Schmerzen noch besser diagnostizieren und therapieren zu können. „Dabei ist die Fibromyalgie nur ein möglicher Ansatzpunkt, über den wir die zugrundeliegenden Mechanismen in Zukunft hoffentlich noch besser verstehen. Die in diesem Zusammenhang erarbeiteten Untersuchungs- und Behandlungsmethoden möchten wir dann auch auf andere Formen von Schmerz anwenden“, erläutert die Professorin. Forschungsthemen aus der klinischen Praxis abgeleitet Seit der Anerkennung der Heisenberg-Professur teilt sie ihre Arbeitszeit etwa hälftig zwischen der klinischen Tätigkeit als Oberärztin und ihren Forschungsthemen auf. Dabei ist der Kontakt mit den Patienten auch für ihre wissenschaftliche Arbeit essenziell. „Wir leiten unsere Forschungsfragen direkt aus der klinischen Praxis ab und versuchen dann mit grundlagenwissenschaftlichen Techniken, tierexperimentellen Ansätzen und klinischen Studien Antworten zu finden, mit denen wir den Patienten weiterhelfen können“, unterstreicht Üçeyler.
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