Neue Schweinepest-Fälle nahe Hessen: Sperrzone wird größer11. Mai 2026 Bache mit Nachwuchs (Symbolbild) Foto: © WildMedia – stock.adobe.com Seit knapp einem Jahr versuchen die Behörden, die Tierseuche im Sauerland mit Zäunen und strengen Maßnahmen einzudämmen. Nun gibt es mehrere tote Tiere nahe der hessischen Grenze. Das hat Folgen. Nach dem Fund mehrerer an Afrikanischer Schweinepest (ASP) verendeter Wildschweine außerhalb des bisherigen Seuchengebiets im Sauerland wird die Sperrzone vergrößert. Das teilte das Landwirtschaftsministerium in Düsseldorf mit. Hintergrund der Maßnahme sei, dass inzwischen vier nachweislich an der Tierseuche verendete Wildschweine in Netphen-Grissenbach im Kreis Siegen-Wittgenstein gefunden worden seien – und damit außerhalb der bereits seit dem vergangenen Sommer eingerichteten Zone mit besonderen Schutzmaßnahmen. Das Gebiet werde weiter intensiv nach Kadavern abgesucht, hieß es weiter. Ein Tier war am 1. Mai gefunden worden, drei weitere am vergangenen Donnerstag. Erste Untersuchungsergebnisse belegten inzwischen das ASP-Virus bei diesen Fällen. Um zu verhindern, dass das Virus sich weiter ausbreiten kann, gelten in den Sperrzonen abgestufte Maßnahmen für Landwirte, Jäger und die Bevölkerung. So dürfen Wanderwege nicht verlassen werden. Für Schweinebauern gelten eingeschränkte Vermarktungsmöglichkeiten. Auch der Verlauf neuer Zäune wird angepasst In welchen Gebieten genau nun strengere Maßnahmen verhängt werden, sei noch Gegenstand der Abstimmung zwischen den beteiligten Kreisen. Weil die zuletzt infizierten Wildschweine nahe der Landesgrenze zu Hessen entdeckt wurden, stehe man auch in engem Austausch mit den hessischen Behörden, so ein Sprecher des NRW-Landwirtschaftsministeriums. Dabei stimme man sich auch über gemeinsame Maßnahmen zum Bau von Zäunen ab. Mitte April war mit dem Bau eines zweiten Zaunes begonnen worden. Diese laufenden Arbeiten würden an die neuen Funde angepasst. Bisher rund 600 Tiere positiv auf ASP getestet Seit dem ersten Fund eines mit ASP infizierten Wildschweinkadavers bei Kirchhundem im Kreis Olpe im Juni 2025 wurden in NRW laut dem Landesamt für Verbraucherschutz und Ernährung rund 600 Tiere positiv getestet – bislang alle in den Kreisen Olpe, Siegen-Wittgenstein und im Hochsauerlandkreis. Landesweit mehr als 46.000 Tiere wurden negativ getestet. Für Menschen und andere Tiere ist das Virus ungefährlich. Für Haus- und Wildschweine verläuft eine Infektion jedoch fast immer tödlich. Ist ein Hausschwein erkrankt, muss in der Regel der gesamte Bestand getötet werden. Es drohen wirtschaftliche Einbußen und Handelsrestriktionen. Anders als in anderen Teilen Nordrhein-Westfalens, etwa im Münsterland und Ostwestfalen, gibt es in der bisher betroffenen waldreichen Region vergleichsweise wenige schweinehaltende Betriebe.
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