Neue Studie zur Untersuchung von Zecken in städtischen Grünflächen12. Juli 2024 Ein Teil der GreenBalance Nachwuchsgruppe bei der Zeckensammlung: (v.l.) Sibaram Sadangi, Doktorand, Raphael Räpple, Wissenschaftliche Hilfskraft und Dr. Timo Falkenberg, Leiter der Nachwuchsgruppe GreenBalance. Foto: © K. Wislsperger/ Universitätsklinikum Bonn (UKB) Leben in der Region Köln/ Bonn vermehrt Zecken? Kommen neue Arten vor und welche Krankheiten können diese auf den Menschen übertragen? Um diese Fragen zu beantworten hat das GreenBalance-Projekt eine umfassende Datenerhebung gestartet. Vor allem auf städtische Grünflächen konzentriert sich das Projekt, das am Institut für Hygiene und Public Health (IHPH) des Universitätsklinikums Bonn (UKB) durchgeführt wird. Die Datenerhebung umfasst die Sammlung und Einsendung von Zecken sowie die Durchführung verschiedener Umfragen. Zeckenübertragene Krankheiten verursachen welweit jährlich über 700.000 Todesfälle und machen etwa 17 % der globalen Belastung durch übertragbare Krankheiten aus, was die Notwendigkeit einer intensiveren Überwachung und Prävention unterstreicht. „In den letzten Jahren haben sich insbesondere städtische Grünflächen zunehmend als potenzielle Orte für menschliche Infektionen mit zeckenübertragenen Krankheiten erwiesen“, sagt Dr. Timo Falkenberg, der die Nachwuchsgruppe GreenBalance leitet und außerdem Mitglied im Transdisziplinären Forschungsbereich „Sustainable Futures“ der Universität Bonn ist. „Es ist daher wichtig, diese Gesundheitsrisiken systematisch zu erfassen und bei der zukünftigen Grünflächenplanung zu berücksichtigen.“ Weitere Erkenntnisse durch gezielte Umfragen Die GreenBalance Gruppe hat daher jetzt mit der systematischen Sammlung von Zecken in elf ausgewählten Grünflächen in Bonn und Köln begonnen. Dafür werden monatlich Zecken sowohl auf gemähten und ungemähten Rasenflächen als auch auf Flächen mit Sträuchern und Bäumen gesammelt und anschließend im Labor mittels PCR-Analysen auf Krankheitserreger untersucht. Auch Interessierte aus der Region Köln/ Bonn sind eingeladen, das Projekt zu unterstützen, indem sie gefundene Zecken, die sie an sich selbst oder an ihren Haustieren entdecken, einsenden. Um die Nutzung und das Potential von städtischen Grünflächen weiter zu untersuchen werden zeitgleich außerdem verschiedene Umfragen durchgeführt, darunter Haushaltsumfragen sowie Vor-Ort-Befragungen in Bonner Grünflächen (Baumschulwäldchen, Rheinaue, Binnendüne Tannenbusch, Kottenforst/ Waldau) und auf einer Kölner Grünfläche (Lindenthaler Stadtwald). Vor Ort weisen Poster mit QR-Codes auf die Befragung hin, die etwa zehn Minuten dauert. Die Teilnehmenden werden zu ihrem Nutzungsverhalten, ihrer Besuchsmotivation, der Wahrnehmung der Grünfläche sowie zu mentaler Gesundheit und Wohlbefinden befragt. „Ziel unseres Forschungsprojekts ist es, Handlungsempfehlungen zur Risikoreduzierung und Steigerung der positiven Auswirkungen von städtischen Grünflächen zu erarbeiten und diese an die Entscheidungsträger zu kommunizieren“, erklärt Dr. Falkenberg. Die GreenBalance Nachwuchsgruppe wird noch bis Ende 2027 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit einer Fördersumme von knapp 1,5 Mio. Euro gefördert.
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