Neue Therapie für Patienten mit lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen10. Mai 2019 Unter MRI Bildgebung wurde der betroffene Anteil des Herzmuskels gezielt bestrahlt (in Farbe). Bild: © Universitätsspital Zürich Weltweit erstmals ist es am Universitätsspital Zürich (USZ) gelungen, einen Patienten mit lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen mit einer MR-geführten Radioablation erfolgreich zu behandeln. Seit April 2019 können in der Klinik für Radio-Onkologie am USZ Patientinnen und Patienten an einem MRI-Linac-Gerät behandelt werden. «Mit diesem Linearbeschleuniger können wir vor und während der Bestrahlung durch MR-Bildgebung jedes Ziel im Körper eines Patienten verfolgen und die Bestrahlung in Echtzeit steuern und anpassen», erklärt Dr. Tanadini-Lang, Leitende Physikerin der Klinik für Radio-Onkologie. Die Bestrahlung kann damit noch präziser erfolgen. Innovativer Therapieansatz für weitere Indikationen «Ursprünglich wurde diese neue Technologie für die Krebsbehandlung entwickelt», erklärt Prof. Matthias Guckenberger, Direktor der Klinik für Radio-Onkologie. «In einem Kooperationsprojekt der Klinik für Kardiologie, des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und der Klinik für Radio-Onkologie wurde die MRI-Linac-Technologie am USZ nun erstmals für eine sogenannte Radioablation zur Behandlung eines Patienten mit wiederkehrenden, lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen eingesetzt.» Bei diesem Verfahren wird das für die Rhythmusstörung verantwortliche Areal des Herzmuskels gezielt bestrahlt. Alle anderen Optionen waren ausgeschöpft Der schwer herzkranke Patient hatte zuvor bereits intensive, aber erfolglose Therapien erhalten. «Trotz intensiver medikamentöser Therapie und mehrmaligen minimal-invasiven und chirurgischen Katheterablationen konnten die Rhythmusstörungen bisher nicht verhindert werden. Aufgrund der komplexen Rhythmusstörung und der Voreingriffe waren weitere invasive Verfahren nicht sinnvoll. Wir benötigten bei diesem Patienten einen neuen, innovativen Therapieansatz», erklärt PD Dr. Ardan Saguner, Oberarzt der Klinik für Kardiologie. Unter MRI Bildgebung wurde der betroffene Anteil des Herzmuskels gezielt bestrahlt (in Farbe). Bild: © Universitätsspital Zürich Die MRI-Linac-Technologie war bei diesem Patienten Voraussetzung dafür, dass eine Radioablation mit der notwendigen Präzision sicher durchgeführt werden konnte. Die lebensgefährlichen Rhythmusstörungen wurden durch die Radioablation gestoppt. Der Patient konnte inzwischen ohne Rhythmusstörungen nach Hause entlassen werden. «Diese erstmals durchgeführte MR-gesteuerte Radioablation von Herzrhythmusstörungen zeigt, wie am USZ erfolgreich interdisziplinär und interprofessionell neueste Technologie mit innovativen Therapieansätzen kombiniert werden», sagt Prof. Nicolaus Andratschke der Leiter des Projektes MRI-Linac und Radioablation von Herzrhythmusstörungen in der Klinik für Radio-Onkologie. «Noch handelt es sich bei dieser Behandlung um ein experimentelles Verfahren, das gezielt in größeren klinischen Studien auch in Bezug auf seine langfristige Wirksamkeit weiter untersucht werden muss», ergänzen Prof. Jan Steffel, Stv. Klinikdirektor und Prof. Frank Ruschitzka, Direktor der Klinik für Kardiologie. Die Klinische Forschungsgruppe am USZ baut dafür auch auf nationaler und internationaler Ebene Kooperationen auf, um den Stellenwert der Radioablation für diese Indikation sorgfältig zu überprüfen.
Mehr erfahren zu: "Hybrid-DRGs lassen Fallzahlen und Ausgaben der Gesetzlichen Krankenkassen in die Höhe schnellen" Hybrid-DRGs lassen Fallzahlen und Ausgaben der Gesetzlichen Krankenkassen in die Höhe schnellen Laut einer aktuellen Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) sind als Folge der Einführung der Hybrid-DRGs im vergangenen Jahr 17 Prozent mehr Behandlungsfälle abgerechnet worden als im Vorjahr. Das […]
Mehr erfahren zu: "Ist die routinemäßige Implantation von Defibrillatoren nach Herzinfarkt noch zeitgemäß?" Ist die routinemäßige Implantation von Defibrillatoren nach Herzinfarkt noch zeitgemäß? Europäische Leitlinien empfehlen für Patienten mit HFrEF nach einem Herzinfarkt den Einsatz eines ICDs zur Prävention des Plötzlichen Herztods. Eine neue Analyse stellt das infrage: In den jüngsten ausgewerteten Patientendaten […]
Mehr erfahren zu: "Aus der Behandlung von Herzinfarkten bekanntes Konzept auch auf Lungenembolien anwendbar" Aus der Behandlung von Herzinfarkten bekanntes Konzept auch auf Lungenembolien anwendbar Bei Patienten mit Lungenembolie mittleren bis hohen Risikos fallen die kurzfristigen klinischen Ergebnisse bei kathetergestützter Thrombolyse im Vergleich zur alleinigen Standard-Antikoagulationstherapie besser aus.