Neue Therapie gegen Abstoßungsreaktion bei Nierentransplantation als wirksam erwiesen27. Mai 2024 Foto: © manassanant/stock.adobe.com Im Rahmen einer internationalen und multidisziplinären klinischen Studie unter Leitung der MedUni Wien und dem AKH Wien, hat sich ein in der Transplantationsmedizin neues Therapieprinzip als sicher und höchst wirksam erwiesen. An der Forschungsarbeit, die in der Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ publiziert wurde, waren 22 Patienten beteiligt, bei denen zwischen 2021 und 2023 am Universitätsklinikum AKH Wien und an der Charité – Universitätsmedizin Berlin nach einer Nierentransplantation eine antikörpervermittelte Abstoßung (AMR) diagnostiziert wurde. In der randomisierten, doppelblinden und Placebo-kontrollierten Studie wurde den Patienten entweder die Substanz Felzartamab oder ein Mittel ohne pharmakologische Wirkung (Placebo) verabreicht. „Aufgrund seines Potenzials, Immunreaktionen auf eine sehr besondere Art zu beeinflussen, rückte Felzartamab auch ins Blickfeld der Transplantationsmedizin“, berichtet Studienleiter Georg Böhmig über jüngste Entwicklungen, die maßgeblich auf seine Initiative zurückzuführen sind. „Unser Ziel war es, die Sicherheit und Verträglichkeit des Antikörpers als erste mögliche Therapieoption bei AMR nach Nierentransplantationen zu überprüfen“, ergänzt Katharina Mayer. Nach einer sechsmonatigen Therapiephase und einer ebenso langen Beobachtungszeit der Studienteilnehmern konnten die Forschern vielversprechende Ergebnisse verzeichnen: Vor allem die morphologischen und molekularen Untersuchungen von Transplantatbiopsien deuten darauf hin, dass Felzartamab das Potenzial hat, AMR nach Nierentransplantationen wirksam und sicher zu bekämpfen. Möglicher Durchbruch erzielt Mit rund 330 pro Jahr stellen Nierentransplantationen die häufigste Form vonOrgantransplantationen in Österreich dar. Die AMR ist dabei eine der häufigsten Komplikationen. „Die Ergebnisse unserer Studie könnten einen Durchbruch in der Therapie von AMR nach Nierentransplantationen darstellen“, bringt es Mayer auf den Punkt. „Außerdem geben unsere Erkenntnisse Anlass zur Hoffnung, dass Felzartamab auch den Abstoßungen von anderen Spenderorganen wie Herz oder Lunge entgegenwirken könnte. Auch Xenotransplantationen von genetisch modifizierten Schweineorganen könnten dadurch vielleicht weiter in den Bereich des Möglichen rücken“, betont Böhmig. Große Hoffnung für Transplantationsmedizin Als erste klinische Forschungsarbeit, die eine wirksame Maßnahme bei AMR aufzeigt, wurde die interdisziplinäre Phase-II-Studie in Kooperation mit mehreren Fachabteilungen von MedUni Wien und AKH Wien wie der Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie (Bernd Jilma) durchgeführt, sowie auf internationaler Ebene u. a. mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin (Klemens Budde), dem Universitätsspital Basel, der University of Alberta, Kanada, und dem US-Start-up Human Immunology Biosciences. Als Voraussetzung für die Zulassung des Medikaments müssen die Ergebnisse im nächsten Schritt in einer multizentrischen Phase-III-Studie abgesichert werden, die basierend auf den aktuellen Studienergebnissen bereits in Planung ist.
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