Neue Therapien bei Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

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Das Behandlungsumfeld von Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) erweitert sich rasch mit der Entwicklung neuer therapeutischer Optionen. Um eine aktuelle Übersicht über die Wirkmechanismen und die verfügbaren Daten aus klinischen Studien zu neuen medikamentösen CED-Therapien zu erlangen, durchsuchten Forschende Pubmed, Medline und die Cochrane-Library bis Juli 2021.

Für ihre Suche verwendeten die Forschenden die Stichwörter „Inflammatory Bowel Disease“ bzw. „IBD“, „Crohn’s disease“, „ulcerative colitis“ und „trial“, „phase“ und „study“. Zudem überprüften sie klinische Studienregister und Abstracts von Gastroenterologie-Konferenzen in den Jahren 2020 und 2021.

Bei Colitis ulcerosa wurden in Phase-IIb- und Phase-III-Studien die primären Studienendpunkte für Sphingosin-1-Phosphat(S1P)-Rezeptoragonisten (Estrasimod, Ozanimod), Anti-Interleukin(IL)-23-Wirkstoffe (Mirikizumab), Wirkstoffe gegen Lymphozyten-Migration (Ontamalimab, subkutanes Vedolizumab), Januskinasen(JAK)-Inhibitoren (Upadacitinib, Filgotinib) und Toll-like Receptor 9(TLR9)-Agonisten (Cobitolimod) erfüllt.

Bei Morbus Crohn erreichten Anti-IL-23-Wirkstoffe (Risankizumab, Mirikizumab, Guselkumab), JAK-Inhibitoren (Upadacitinib, Filgotinib) und Wirkstoffe gegen Lymphozyten-Migration (Ontamalimab, Etrolizumab) in randomisierten kontrollierten klinischen Studien die primären Endpunkte.

Fazit
Mehrere neue medikamentöse CED-Therapien haben demnach in frühen klinischen Studien positive Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten erbracht, sodass sich nun mehrere neue Medikamente in der therapeutischen Pipeline befinden. Da immer mehr Behandlungen für M. Crohn und C. ulcerosa für den klinischen Einsatz zugelassen werden, sind weitere Arbeiten zur Bewertung von Prädiktoren für das Therapieansprechen und Head-to-Head-Studien erforderlich, um besser zu verstehen und eingehend darüber zu informieren, wie verschiedene therapeutische Optionen für Patienten mit CED am besten und effektivsten positioniert werden können. (bi)

Autoren: Grossberg LB et al.
Korrespondenz: Laurie B. Grossberg; [email protected]
Studie: Emerging drug therapies in inflammatory bowel disease
Quelle: Aliment Pharmacol Ther 2022;55(7):789–804.
Web: https://doi.org/10.1111/apt.16785