Neuer PARP-Inhibitor bei metastasiertem hormonsensitiven Prostatakarzinom erfolgreich in Phase-I/II-Studie12. März 2026 Die Poly-ADP-Ribose-Polymerase 1 bei der Reparatur eines DNA-Einzelstrangbruchs. Grafik: See More – stock.adobe.com Die Phase-I/II-Studie PETRANHA hat ermutigende Ergebnisse der Behandlung des metastasierten hormonsensitiven Prostatakarzinoms (mHSPC) mit der Prüfsubstanz Saruparib in Kombination mit einem Androgenrezeptor-Inhibitor (ARPI) und Androgenentzugstherapie (ADT) gezeigt. Prof. Arun Azad vom Peter MacCallum Cancer Center in Melbourne (Australien) berichtete in einer Poster-Session beim Genitourinary Cancers Symposium der American Society of Clinical Oncology über aktualisierte Wirksamkeits- und Sicherheitsergebnisse der Studie. In PETRANHA prüft das australische Krebszentrum gemeinsam mit dem britisch-schwedischen Hersteller AstraZeneca den neuen Wirkstoff. Es handelt sich um einen selektiven Inhibitor der Poly-ADP-Ribose-Polymerase 1 (PARP). In der Studie erhielten die Patienten einmal täglich 60 mg Saruparib oral, einen vom Arzt gewählten ARPI (Enzalutamid, Abirateronacetat oder Darolutamid) und eine ADT. Eine ADT bis zu 6 Monate vor der Einwilligung war zulässig. Eine vorherige Chemotherapie gegen metastasierten Prostatakrebs war hingegen nicht erlaubt. Die Behandlung wurde bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder dem Auftreten inakzeptabler Toxizität fortgesetzt. Hohe objektive Ansprechrate Zum Stichtag am 10. Juni 2025 wurden 93 mHSPC-Patienten mit Saruparib + ARPI + ADT behandelt. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 16,4 Monate (Spanne: 0,0–34,8 Monate). Insgesamt wiesen 55,9 % (52/93) der Patienten ein hohes Tumorvolumen und 12,9 % (12/93) viszerale Metastasen auf. Der mediane PSA-Ausgangswert lag bei 2,5 ng/ml. Bei den auswertbaren Patienten (34/93) betrug die objektive Ansprechrate (ORR) 82,4 % (28/34; 80 %-KI 71,1–90,5), darunter 5 Komplettremissionen (14,7 %). Bereits die vorläufigen Wirksamkeitsergebnisse aus PETRANHA, über die Azad beim letztjährigen Kongress der European Society of Medical Oncology berichtete, hatten hohe Raten von Patienten gezeigt, bei denen kein PSA mehr nachweisbar war (uPSA). In den aktuellen Daten lag die bestätigte uPSA-Rate nach 52 Wochen bei 76,7 % (46/60; 80 %-KI: 68,2–83,7). Die Analyse differenzierte auch zwischen Patienten, die Mutationen im System der DNA-Reparatur per homologer Rekombination (HRRm) hatten und solchen, die keine Veränderungen darin aufwiesen. Bei HRRm-Patienten betrug die ORR 100 % (4/4) gegenüber 85,7 % (12/14) bei Patienten ohne HRRm. Die bestätigten uPSA-Raten nach 52 Wochen lagen entsprechend bei 77,8 % (7/9) bzw. 73,9 % (17/23). „Akzeptables“ Sicherheitsprofil Die Kombinationstherapie wies nach Ansicht von Azad und Kollegen ein „akzeptables“ Sicherheitsprofil auf. Fast alle Patienten (98,9 %) hatten unter der Therapie unerwünschte Arzneimittelwirkungen (AE); 89,2% können auf Saruparib zurückgeführt werden. AE vom Grad 3 oder höher traten bei weniger als der Hälfte (48,4 %) auf, weniger als ein Drittel (31,2 %) war dem neuen Medikament geschuldet. 7,5 % der Patienten brachen die Saruparib-Therapie ab,, 55,9 % unterbrachen sie und bei 25,8 Prozent war eine Dosisreduktion erforderlich. „Bei Patienten mit mHSPC führte die Kombination aus Saruparib, ARPI und ADT zu hohen Ansprechraten und hohen uPSA-Raten nach 52 Wochen. Die Wirksamkeit war unabhängig vom HRRm-Status“, resümieren Azad und Kollegen. Das Sicherheitsprofil der Kombination sei gut handhabbar gewesen, ohne dass neue Sicherheitssignale aufgetreten wären. Die Autoren betonen, dass diese Ergebnisse der Bestätigung in der laufenden Phase-III-Studie EvoPAR-Prostate01 bedürften. (ms)
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