Neuer Schub für Immuntherapien29. Oktober 2021 Logo des Forschungsverbundes IMAGINE. Quelle: IMAGINE Ein neuer Forschungsverbund will die Immuntherapie mit CAR-T-Zellen bei Krebs weiter verbessern. Wichtige Partner sind Universität und Universitätsklinikum Würzburg. Als Hoffnungsträger für bessere Überlebenschancen gilt die CAR-T-Zelltherapie. Damit diese gelingt, müssen zuerst passende Antigene auf den Tumorzellen identifiziert werden. Dann gilt es, geeignete T-Zellen zu finden und sie mit hoher Präzision in effektive CAR-T-Zellen umzuwandeln. In diesem Prozess kommen bislang zwei Nachweismethoden zum Einsatz, deren Sensitivität zu wünschen übriglässt – die Immunhistochemie und die Durchflusszytometrie.Mikroskopie-Plattform mit Super-AuflösungHier will das Initiativprojekt IMAGINE (Fighting Cancer with Optimal Personalized Immunotherapies) für Fortschritte sorgen. „Wir möchten eine superauflösende Mikroskopie-Plattform entwickeln, die im klinischen Alltag einsetzbar ist“, sagt der Mikroskopie-Experte Prof. Markus Sauer von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU), der den neuen Verbund koordiniert.Die Plattform soll automatisiert und mit hohem Probendurchsatz tumorspezifische Antigene auf Tumorzellen erkennen. Außerdem soll sie die Qualität der im Labor erzeugten Antigen-Rezeptoren für die CAR-T-Zellen charakterisieren. „Damit könnten die beiden Zielmoleküle, Tumorantigene und Rezeptoren, mit bislang ungekannter Präzision identifiziert werden“, so Sauer.Gefördert vom BundesforschungsministeriumDem neuen Verbund aus sieben Partnern steht ein Budget von 12 Mio. Euro zur Verfügung. Gefördert wird er vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Offiziell ist das Projekt am 1. Oktober 2021 mit einer Laufzeit von drei Jahren gestartet. Neben dem JMU-Lehrstuhl von Sauer ist auch ein Team um Klinikdirektor Prof. Hermann Einsele, Prof. Michael Hudecek und Dr. Thomas Nerreter von der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Universitätsklinikums Würzburg beteiligt.CAR-T-Zellen auch für andere KrankheitenDas Team um Einsele und Hudecek ist auf dem Gebiet der CAR-T-Zellen seit Jahren aktiv, in der präklinischen Entwicklung als auch in der klinische Anwendung der ersten Präparate bei Leukämie und Multiplen Myelom.Im Verbund wollen sich die Mediziner in der ersten Phase auf Patienten mit akuter lymphatischer Leukämie konzentrieren. „Sie sprechen zwar sehr häufig auf die CAR-T-Zell-Therapie an, erleiden dann aber oft einen Rückfall“, erklärt Einsele. Weitere Krebsarten, gegen die CAR-T-Zellen schon eingesetzt werden, sind Lymphome oder das Multiple Myelom. „Bei beiden ist die Ansprechrate deutlich geringer und der Verbesserungsbedarf noch größer.“IMAGINE lege den Grundstein dafür, dass CAR-T-Zellen in naher Zukunft auch für die Behandlung häufiger Krebsformen wie Brustkrebs, Lungenkrebs, Darmkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs zum Einsatz kommen können, sagt Einsele. Projektpartner* Lehrstuhl für Biotechnologie und Biophysik, Julius-Maximilians-Universität Würzburg (Koordination)* Medizinische Klinik und Poliklinik II, Universitätsklinikum Würzburg* Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG, Bergisch Gladbach* LaVision BioTec GmbH, Bielefeld* Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. – Max-Planck-Institut für Biochemie, Planegg* Massive Photonics GmbH, Gräfelfing* T-CURX GmbH, Würzburg
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