Neuer Vorstoß: SpiFa will Hygieneaufwand im EBM dargestellt sehen

In welcher Form soll der gestiegene Hygieneaufwand vergütet werden? Der SpiFa schlägt jetzt ein Konzept auf Basis des EBM vor. Foto: ©HNFOTO – stock.adobe.com

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) schlägt zur Abgeltung des Hygieneaufwandes eine Kostenstelle „Hygiene/Aufbereitung“ im einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) vor. Zusätzlich sieht der SpiFa-Vorstoß Zuschläge und Teilleistungen vor.

In seiner Kampagne zur Abgeltung des gestiegenen Hygieneaufwandes in den Facharztpraxen hat die Arbeitsgruppe AG Hygiene des SpiFa bisher darauf gesetzt, Termine auszusetzen oder den Krankenkassen die Hygieneaufwendungen gesondert in Rechnung zu stellen. Jetzt ändert der SpiFa laut eigener Mitteilung seine Strategie mit einem “inhaltlich-konzeptionellen Vorstoß”, indem der Hygieneaufwand im EBM dargestellt werden soll.

Ein erstes Konzept sei vom Berufsverband der Niedergelassenen Gastroenterologen Deutschlands (bng) ausgegangen und befinde sich aktuell in der „Arbeitsebene“. Weitere Verbände beabsichtigen nach SpiFa-Angaben, das Konzept weiterzuentwickeln und dessen fachgruppenübergreifende Anwendbarkeit zu prüfen. Der methodische Ansatz zur Abgeltung des Hygieneaufwands basiere auf einer separaten Kostenstelle „Hygiene/Aufbereitung“ sowie einer “Formulierung und Bewertung von Zuschlägen bzw. Teilleistungen für den kostenstellen- bzw. leistungsspezifischen, besonderen Hygieneaufwand”, heißt es in der Mitteilung.

Die ersten Reaktionen seien vielversprechend. Laut bng begrüßen die Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und einzelne kassenärztliche Vereinigungen der Länder dieses konzeptionelle Vorgehen. „Die ersten Rückmeldungen und Reaktionen zeigen, dass wir hier einen richtigen Weg einschlagen”, sagt dazu der vom SpiFa mit der AG Hygiene Beauftragte Dr. Axel Schroeder, der in seiner Zeit als Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Urologen (BvDU) die Hygiene-Kampagne maßgeblich vorangetrieben hat. “Mithilfe dieses konzeptionellen Ansatzes ist nun eine Diskussionsgrundlage auf Sachebene geschaffen. Wir werden diesen unsererseits weiterverfolgen und vorantreiben, gleichzeitig erwarten wir aber nun aber umso mehr Offenheit und Gehör seitens der Krankenkassen.“

Der SpiFa fordert bereits seit langem eine finanzielle Abgeltung für besonderen Hygieneaufwand bei einzelnen Leistungen. “Den pauschalen Hygienezuschlag, den die Praxen ab Januar erhalten, sehen wir als Tropfen auf den heißen Stein”, betont der neue SpiFa-Hauptgeschäftsführer Robert Schneider. „Er bildet nicht einmal ansatzweise den Hygieneaufwand ab, der tatsächlich betrieben wird und benachteiligt zudem einzelne ärztliche Fachrichtungen mit besonders hohem Aufwand.“

(SpiFa/ms)