Neues Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in der Medizin: Land Niedersachsen und VolkswagenStiftung fördern Konsortium mit rund 15 Millionen Euro16. November 2023 Bild: ©tippapatt – stock.adobe.com Eine verbesserte Gesundheitsversorgung und eine Stärkung von personalisierter Medizin: In Niedersachsen entsteht ein neues Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (KI) und kausale Methoden in der Medizin (CAIMed – Lower Saxony Center for Artificial Intelligence and Causal Methods in Medicine). Forschende der Informatik und Medizin aus Hannover, Göttingen und Braunschweig entwickeln darin innovative Methoden und Anwendungen der KI. Das Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die VolkswagenStiftung stellen dafür in den nächsten 5 Jahren 15 Mio. Euro aus dem gemeinsamen Programm „zukunft.niedersachsen“ bereit. Die Sprecherfunktion hat Prof. Wolfgang Nejdl vom Forschungszentrum L3S an der Leibniz Universität Hannover (LUH) übernommen. Mit der Digitalisierung der Lebenswissenschaften ergeben sich gänzlich neue Potenziale zur Bewältigung von Volkskrankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und neurodegenerativen Erkrankungen. Das Zentrum setzt daher auf die Verknüpfung von Forschungsdaten, klinischen Daten und Daten der Patientenversorgung, den Einsatz von KI und kausalen Methoden in der Medizin. Kausale Methoden ermöglichen es, den Zusammenhang von Ursache und Wirkung einer Krankheit zu untersuchen. Dadurch können Vorsorge, Diagnostik, Therapie und die Überwachung des Behandlungserfolgs wirkungsvoller und effizienter werden und die individuellen Bedarfe jedes einzelnen Menschen besser ermittelt und bedient werden. Die Forschenden konzentrieren sich dabei auf die medizinischen Schwerpunkte Onkologie, Herz-Kreislauf- und Lungenmedizin sowie Infektionsmedizin. „Mit CAIMed setzt die niedersächsische Forschung die erforderliche fach- und methodenübergreifende Vernetzung ihrer Forschungsaktivitäten konsequent fort und führt die starken lebens- und datenwissenschaftlichen Kompetenzen in der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg enger zusammen. Durch Methoden der KI und des Maschinellen Lernens sollen hier neue Impulse für eine moderne, zunehmend personalisierte Medizin gesetzt werden, um insbesondere Patientinnen und Patienten, die unter einer der Volkskrankheiten leiden, neue Heilungsperspektiven zu eröffnen,“ sagt Falko Mohrs, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur. „Wenn wir die Chancen der KI nutzen wollen, müssen wir die Technologien beherrschen und weiterentwickeln. Der CAIMed-Verbund bringt dazu die Expertise von unterschiedlichen Standorten zusammen. Gemeinsam können wir es schaffen, Niedersachsen sichtbar auf der Landkarte der KI-Forschung zu platzieren und so Talente aus aller Welt für uns zu gewinnen“, sagt der Generalsekretär der VolkswagenStiftung, Dr. Georg Schütte. CAIMed-Sprecher Nejdl ergänzt: „Im niedersächsischen Forschungszentrum für KI und kausale Methoden in der Medizin entwickeln wir innovative Methoden für eine verbesserte und personalisierte Gesundheitsversorgung. Damit liefern wir Lösungen für globale Herausforderungen. Indem wir exzellente niedersächsische Standorte der methodischen KI-Forschung, datenintensiven Medizin, Medizininformatik und medizinischen Grundlagenforschung vernetzen und stärken, entsteht ein einzigartiger Leuchtturm für die Forschung zur Künstlichen Intelligenz und personalisierten Medizin.“ „Neben der Entwicklung von Methoden der KI steht für uns der Transfer in die klinische Anwendung im Fokus. Ziel unserer Forschungstätigkeiten ist es, mit Hilfe von KI die Entscheidungsfindung und Therapie in der Behandlung von Patientinnen und Patienten zu verbessen. Damit wird die Leistungsfähigkeit unseres Gesundheitssystems in Zukunft maßgeblich erhöht“, sagt Prof. Wolfgang Brück, Sprecher des Vorstands der Universitätsmedizin Göttingen. Das Zentrum wird getragen durch Wissenschaftler des Forschungszentrums L3S an der LUH, der Medizinischen Hochschule Hannover, dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung Braunschweig/Center for Individualized Infection Medicine (CiiM) sowie der Georg-August-Universität Göttingen/Campus Institut Data Science (CIDAS) und der Universitätsmedizin Göttingen (UMG).Weiterführende Informationen gibt es unter www.caimed.de Konsortium• Prof. Wolfgang Nejdl (Geschäftsführender Direktor, Forschungszentrum L3S, Leibniz Universität Hannover, Sprecher des Konsortiums CAIMed)• Prof. Ramin Yahyapour (Geschäftsführende Leitung, Campus Institut Data Science (CIDAS) der Georg-August-Universität Göttingen)• Prof. Niels Grabe (Institut für Pathologie der Universitätsmedizin Göttingen)• Prof. Michael Marschollek (Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik der TU Braunschweig und der Medizinischen Hochschule Hannover; Forschungszentrum L3S)• Prof. Michael Meyer-Hermann, Leiter der Abteilung System Immunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig
Mehr erfahren zu: "NSCLC: Weltweit erste Patientin erhält experimentellen Impfstoff" NSCLC: Weltweit erste Patientin erhält experimentellen Impfstoff Am britischen Clatterbridge Cancer Centre in Liverpool hat die weltweit erste Patientin den NEOVACC-Krebsimpfstoff gegen ihr fortgeschrittenes Nichtkleinzelliges Lungenkarzinom erhalten, das nur teilweise auf einen Immuncheckpoint-Inhibitor angesprochen hat.
Mehr erfahren zu: "Pankreaskarzinom: Mit KI entwickelter niedermolekularer Inhibitor vielversprechend" Weiterlesen nach Anmeldung Pankreaskarzinom: Mit KI entwickelter niedermolekularer Inhibitor vielversprechend Forscher der Mayo Clinic haben mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) ein experimentelles Medikament entwickelt, das die als „nicht medikamentös behandelbar“ geltende PDZ-Domäne des GIPC1-Proteins angreift.
Mehr erfahren zu: "Mehrheit der Medizinstudierenden in Sachsen offen für Niederlassung" Mehrheit der Medizinstudierenden in Sachsen offen für Niederlassung Viele Medizinstudierende in Sachsen können sich eine eigene Praxis vorstellen – auch auf dem Land. Welche für sie dabei besonders wichtige Bedienungen für eine Niederlassung sind, zeigt eine Umfrage.