Neues Infoportal zu psychischer Gesundheit im Kindes- und Jugendalter17. September 2021 Screenshot von www.ich-bin-alles.de (© www.ich-bin-alles.de) In Partnerschaft mit der Beisheim Stiftung hat die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des LMU Klinikums München ein digitales Infoportal zum Thema Depression und psychische Gesundheit im Kindes- und Jugendalter entwickelt. Das Portal „ich bin alles“ richtet sich an Kinder und Jugendliche mit Depression, nicht erkrankte Kinder und Jugendliche, die sich zu dem Thema informieren möchten, sowie an Eltern. Das Projekt informiert auf der Website sowie über die sozialen Medien und bietet Hilfe und Unterstützung für die steigende Anzahl von Kindern und Jugendlichen mit Depression sowie Ansätze zur Prävention der Depression. Die Kinder- und Jugendpsychiatrie des LMU Klinikums München hat das multimediale Angebot seit 2017 in Partnerschaft mit der Beisheim Stiftung auf Grundlage des wissenschaftlichen Stands und der aktuellen S3-Behandlungsleitlinie entwickelt. Dabei wurden auch Kinder und Jugendliche eingebunden, insbesondere bei der Namensgebung. Annette Heuser, Geschäftsführerin der Beisheim Stiftung, sagt: „Bisher gab es keine zentrale digitale Anlauf- und Informationsstelle für Depression und psychische Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Diese Lücke schließt ‚ich bin alles‘. Wir wollen Kindern und Jugendlichen Wege aufzeigen, wie sie Anzeichen einer depressiven Erkrankung erkennen, mit ihr umgehen und für ihre psychische Gesundheit Sorge tragen können.“ Psychische Belastung bei Kindern und Jugendlichen steigt rapide Bereits vor der Corona Pandemie waren fast 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland von psychischen Auffälligkeiten betroffen Rund zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen zeigten depressive Symptome. Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung verstärkt: Mittlerweile weisen circa 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen psychische Auffälligkeiten auf, etwa 15 Prozent zeigen depressive Symptome. Prof. Gerd Schulte-Körne, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des LMU Klinikums München, sagt: „Wir erleben eine deutliche Zunahme an psychischen Belastungen und Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Die Zahl der Jugendlichen mit ausgeprägten Ängsten, Depressionen und Essstörungen, die dringend behandelt werden müssen, ist seit Jahren anhaltend hoch. Corona hat das Problem weiter verschärft, da viele Kinder und Familien die Pandemie als psychischen Ausnahmezustand erlebt haben. Wichtige und höchst vulnerable Entwicklungsphasen wurden massiv gestört. Umso mehr müssen wir jetzt die Sorgen und Nöte der Kinder im Blick haben und vermehrt auf Prävention und frühzeitige Hilfestellung setzen. ‚ich bin alles‘ bietet ganz konkrete Informationen, Hilfe und Unterstützung.“ Angebot zur Entstigmatisierung psychischer Belastungen Ziel des digitalen Infoportals ist es, Wissen zu vermitteln und gleichzeitig insbesondere bei Kindern und Jugendlichen psychische Erkrankungen zu entstigmatisieren und zu enttabuisieren. “Es besteht in der Gesellschaft eine hohe Unsicherheit gegenüber psychischen Erkrankungen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Immer noch ist es ein Stigma, psychisch zu erkranken. Deshalb dauert es oft mehrere Jahre, bis ein Kind mit einer Depression die notwendige Behandlung erhält. Mit ‚ich bin alles‘ wollen wir dies ändern“, erklärt Schulte-Körne. Zu den Kernbotschaften des digitalen Infoportals gehören grundsätzliche Einordnungen wie „Niemand ist schuld an seiner Depression“, die dringliche Empfehlung „frühzeitig Hilfe zu suchen“ und die Weitergabe der Erfahrung, dass „eine Depression gut behandelbar ist“. Nach Einschätzung der Entwickler ist es die Mischung aus altersgerechter Ansprache, klar formulierten Ratschlägen und soliden Informationen, die das digitale Angebot, das auf wissenschaftlicher Expertise und einer neutralen, nicht kommerziellen Trägerschaft gründet, beispielhaft macht. Über ein Monitoring soll die Wirksamkeit der Website kontinuierlich evaluiert werden, um die Inhalte entsprechend der Auswertungen anzupassen und weiterzuentwickeln.
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