Neues Schulungsprogramm und computergesteuerte Simulationen6. März 2020 Foto: ©Tyler Olson – Adobe Stock Am Universitätsklinikum Halle (Saale) werden in diesem Jahr im Rahmen eines Projektes hochmoderne Simulationstrainings im Rahmen eines neuen Schulungsprogramms durchgeführt. Ziel ist es, nicht nur die Sicherheit der Patientinnen und Patienten zu erhöhen, sondern auch die Behandlungssicherheit für die Beschäftigten. Das neue Schulungsprogramm heißt Crew Ressource Management (CRM) und basiert neben einem Kommunikationstraining auf einem IT-basierten Simulationstraining. Anfang März beginnt der erste Block des Projektes mit Kommunikationsseminaren für die Teilnehmenden aller interdisziplinären operativen Intensivstationen und einer operativen Intermediate-Care-Station. Die simulierten Zwischenfälle werden sowohl vor Ort auf den jeweiligen Stationen als auch im Simulationszentrum des Dorothea Erxleben Lernzentrums der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg durchgeführt. Die Simulationstrainings werden sowohl mit computergesteuerten Simulatoren – in diesem Fall Puppen – als auch mit Schauspielerpatientinnen und -patienten durchgeführt. Der Sinn des Trainings sei das situative Lernen. „In 70 Prozent der Fälle sind sogenannte ‚human factors‘ – also die menschliche Komponente – für Fehler verantwortlich“, erklärt Prof. Dr. Michael Bucher, Direktor der Universitätsklinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin am UKH. Es gehe darum, auch in Stress-Situationen richtige Entscheidungen zu treffen, Missverständnisse zu vermeiden und koordiniert zusammenzuarbeiten, so Bucher. Im Simulationstraining stehe deswegen nicht das fachliche Wissen im Vordergrund, sondern die professionelle Kommunikation und Interaktion im Team zu Gunsten des Patienten. „Das Trainingsverfahren stammt ursprünglich aus der Luftfahrt. Auch dort werden die Piloten regelmäßig mit Hilfe eines Simulators auf schwierige oder seltene Zwischenfälle vorbereitet und wird mittels Simulation das richtige Verhalten in Notfallsituationen trainiert“, so Bucher weiter. Bereits während ihrer Ausbildung lernen angehende Medizinerinnen und Mediziner in Halle bei modernen Simulationstrainings im Dorothea Erxleben Lernzentrum praktische Fertigkeiten wie Blutabnahme, Injektionen oder Basic-Life-Support. Außerdem können sie komplexe medizinische Szenarien üben. Erfahrungswerte zeigen, dass Simulationstrainings eine langfristige Wirkung im Sinne der Etablierung einer Sicherheitskultur haben. Internationale Studien haben dramatische Verbesserungen in den Abläufen und eine markante Reduktion von Komplikationen festgestellt.
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