Neugeborenen-Screening: DGKJ warnt vor kommerziellen Angeboten26. November 2024 Für das Neugeborenen-Screening wird den Kindern an der Ferse Blut abgenommen. (Foto: © HAYRULLAH – stock.adobe.com) Obwohl das Neugeborenen-Screening allen Kindern offensteht, tümmeln sich auch private Anbieter auf dem Markt. Experten der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) warnen vor den Risiken, die mit kommerziellen Testangeboten verbunden sind. Diese haben nämlich keine Anbindung an die hochspezialisierten Behandlungsnetzwerke. „Der Zeitfaktor ist beim erweiterten Neugeborenen-Screening absolut entscheidend“, betont Prof. Georg F. Hoffmann von der Screening-Kommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ): „Bei manchen Erkrankungen geht es innerhalb weniger Stunden um das Überleben des Kindes. Jede Verzögerung der Behandlung erhöht das Risiko schwerwiegender Schädigungen.“ Kommerzielle Anbieter werben mit umfassenden Testmöglichkeiten, bieten den Eltern bei Erkrankung ihres Kindes jedoch nicht die Verknüpfung mit den hierauf spezialisierten pädiatrischen Einrichtungen. Eltern erhalten weder eine strukturierte Therapieempfehlung noch die sofortige Integration in lebenswichtige Behandlungsprogramme. Dadurch können wertvolle Stunden und Tage verloren gehen. Zudem mangelt es der DGKJ zufolge an Transparenz hinsichtlich der Testqualität und der Ergebnisse dieser privat angebotenen Verfahren. Das erweiterte Neugeborenen-Screening, das jedem Baby in Deutschland frei zugänglich ist, wird ab dem 13. Januar 2025 durch neue Regelungen weiter verbessert. Optimierungen im Probentransport und in der Kommunikation zwischen Laboren und spezialisierten Kliniken stellen sicher, dass die Abklärungsergebnisse innerhalb von maximal 72 Stunden direkt an die Eltern übermittelt werden. Ziel ist es, die therapeutische Versorgung noch schneller und effizienter zu gestalten. Die DGKJ appelliert an werdende Eltern, sich umfassend über die Vorteile des etablierten Screening-Programms zu informieren und den wissenschaftlich fundierten Strukturen zu vertrauen. „Eltern müssen wissen, welchen lebensrettenden Nutzen das erweiterte Neugeborenen-Screening bietet“, erklärt Hoffmann. „Die medizinischen Standards und spezialisierten Netzwerke, die dahinterstehen, sind einzigartig und unverzichtbar.“
Mehr erfahren zu: "Krankenhäuser fürchten neue Milliardenlöcher und Pleiten" Krankenhäuser fürchten neue Milliardenlöcher und Pleiten Die große Mehrheit der deutschen Krankenhäuser ist in finanziell prekärer Lage. Die Einsparungen der Bundesregierung werden die Not einer Umfrage unter Klinikchefs zufolge noch vergrößern.
Mehr erfahren zu: "Mehr Bildung verringert das Demenzrisiko Jahrzehnte später" Mehr Bildung verringert das Demenzrisiko Jahrzehnte später Eine britische Schulreform aus dem Jahr 1972 scheint Jahrzehnte später zu weniger Demenzdiagnosen geführt zu haben. Eine Studie deutet darauf hin, dass mehr Bildung das Demenzrisiko senken könnte, selbst bei […]
Mehr erfahren zu: "Einweg-Vapes sind die beliebtesten Nikotin-Produkte bei Jugendlichen" Einweg-Vapes sind die beliebtesten Nikotin-Produkte bei Jugendlichen Bei Schülerinnen und Schülern in Deutschland sind Einweg-E-Zigaretten die am meisten konsumierten Nikotin-Produkte. Eine Krankenkasse fordert, mehr gegen die Attraktivität der Vapes zu tun.