Neurologe der Uniklinik Köln für Schlaganfallforschung geehrt2. November 2018 Prof. Christian Grefkes (Foto: Uniklinikum Köln) Prof. Christian Grefkes, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Uniklinik Köln, ist von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie auf ihrem 91. Jahreskongress in Berlin mit dem Heinrich Pette-Preis 2018 ausgezeichnet worden. Der 41-Jährige erhält den mit 10.000 Euro dotierten Preis für seine wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet der Schlaganfallforschung und Neurorehabilitation. Der Schlaganfall ist nach wie vor die häufigste Ursache für eine dauerhafte erworbene Behinderung. Pro Jahr erleiden in Deutschland mehr als 200.000 Menschen einen Hirninfarkt. Ein Großteil der Patienten erholt sich trotz erheblicher Fortschritte in der Akuttherapie nur unzureichend. „Mein wissenschaftlicher Fokus liegt daher auf der Erforschung der Mechanismen des Nervensystems, mit denen das Gehirn einen Funktionsausfall nach einem Schlaganfall kompensieren kann“, erklärte Grefkes. Gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe verfolgt er seit mehr als zehn Jahren einen multimodalen Forschungsansatz, dessen Ziel es ist, die entscheidenden Faktoren für eine erfolgreiche Funktionserholung nach einem Schlaganfall zu identifizieren und positiv zu beeinflussen. Bei seiner Arbeit stehen insbesondere Netzwerkanalysen im Vordergrund, die das Zusammenspiel von Hirnregionen fernab des eigentlichen Schlaganfall-Gebietes untersuchen, um so beispielsweise möglichen Stellschrauben für eine Verbesserung der motorischen Fähigkeiten auf die Spur zu kommen. Anschließend versucht der Neurologe diese mittels innovativer Verfahren wie der nicht invasiven Hirnstimulation positiv zu beeinflussen. „Der Forschungsbedarf ist groß, denn unsere Arbeiten haben auch gezeigt, dass die Netzwerkveränderungen im Gehirn nach einem Schlaganfall individuell sehr unterschiedlich sind und auch jeder Patient unterschiedlich auf die Neuromodulation anspricht. Wir wollen herausfinden, welcher Patient zu welchem Zeitpunkt an welcher Hirnregion stimuliert werden sollte“, so der Forscher. Aktuell arbeitet er mit seiner Arbeitsgruppe an der Entwicklung neuer Verfahren, mit deren Hilfe sich das Ansprechen auf eine Hirnstimulation für jeden Patienten vorhersagen lässt. Ein solcher an der individuellen Netzwerkstörung orientierter Therapieansatz könnte künftig die Rehabilitation von Patienten mit Hirnschädigung nachhaltig verbessern, vielleicht sogar revolutionieren.
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