Neurologische und psychologische Veränderungen bei Zöliakie24. November 2020 © Krakenimages.com – stock.adobe.com (Symbolbild) Um Berichte über kognitive Auffälligkeiten oder gar Gehirnschäden bei Patienten mit Zöliakie zu validieren, untersuchten britische Wissenschaftler die Prävalenz neuropsychologischer Funktionsstörungen bei Personen mit Zöliakie. Die Daten stammten aus der National UK Biobank, welche experimentelle medizinische Daten von 500.000 Erwachsenen in Großbritannien enthält. Die identifizierten Studienteilnehmer mit Zöliakie (n=104; mittleres Alter, 63 Jahre; 65% weiblich) wurden mit gesunden Personen (Kontrollen, n=198; mittleres Alter, 63 Jahre; 67% weiblich) hinsichtlich Alter, Geschlecht, Bildungsniveau, BMI und Hypertonie verglichen. Die Autoren analysierten die Ergebnisse von 5 kognitiven Tests und Multiple-Choice-Antworten auf 6 Fragen zur psychischen Gesundheit zwischen den Gruppen mithilfe des t-Tests und Chi-Quadrat-Analysen. Analysen von MRT-Gehirndaten umfassten eine Studie der Diffusions-Tensor-Bildgebungsmetrik (mittlere Diffusivität, fraktionierte Anisotropie, radiale Diffusivität, axiale Diffusivität), Voxel-basierte Morphometrie und Mann-Whitney U-Vergleiche von Fazekas-Graden). Im Vergleich zu den Kontrollpersonen zeigten sich bei Teilnehmern mit Zöliakie signifikante Defizite in der Reaktionszeit (p=0,004). Bei signifikant mehr Patienten gab es Hinweise auf Angst (p=0,025), Depression (p=0,015), Gedanken an Selbstverletzung (p=0,025) und gesundheitsbezogene Traurigkeit (p=0,010). Die Analyse der traktbasierten räumlichen Statistik zeigte eine signifikant erhöhte axiale Diffusivität in ausgedehnten Bereichen und Veränderungen der weißen Substanz im Gehirn von Zöliakie-Patienten. Voxel-basierte Morphometrie und Fazekas-Grad-Analysen unterschieden sich nicht signifikant zwischen den Gruppen. Fazit Zusammenfassend stellten die Wissenschaftler bei Studienteilnehmern mit Zöliakie somit kognitive Defizite, Hinweise auf eine verschlechterte psychische Gesundheit und Veränderungen der Weißen Substanz fest. Diese Ergebnisse unterstützen vorherige Studienberichte, dass Zöliakie mit neurologischen und psychologischen Merkmalen assoziiert ist. (bi) Autoren: Croall ID et al. Korrespondenz: Iain Croall; [email protected] Studie: Cognitive Deficit and White Matter Changes in Persons With Celiac Disease: A Population-Based Study Quelle: Gastroenterology 2020; 158(8):2112–2122. Web: https://doi.org/10.1053/j.gastro.2020.02.028
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