Neuropsychiatrische Komorbiditäten bei Psoriasis: Auch Heranwachsende weisen bereits Störungen auf11. Dezember 2018 © Michail Petrov – fotolia.com Unter Erwachsenen gilt Psoriasis als Risikofaktor für die Herausbildung neuropsychiatrischer Erkrankungen; über den Einfluss der Schuppenflechte auf die geistige Gesundheit von Heranwachsenden ist bislang eher wenig bekannt. Israelische Dermatologen der Universitätsklinik Tel Aviv haben in einer aktuellen Studie untersucht, wie sich der Zusammenhang zwischen Psoriasis und neuropsychiatrischen Komorbiditäten sowie der sozialen Kompetenz heranwachsender Psoriasis-Patienten darstellt. Hierzu führten sie zwischen Januar 1999 und Januar 2014 eine populationsbasierte Querschnittstudie mit 1746 Patienten mit leichter Psoriasis und 1366 Patienten mit moderater bis schwerer Psoriasis durch. Das Alter der Patienten lag zwischen 16 und 18 Jahren. Sämtliche Psoriasis-Diagnosen wurden von Dermatologen, neuropsychiatrische Diagnosen von Neurologen oder Psychiatern unternommen. Die soziale Kompetenz wurde mittels psychosozialer Untersuchungsmethoden evaluiert. Die Psoriasis-Patienten wurden durch multivariate Analyse (adjustiert nach Alter, Geschlecht, Herkunftsland, sozio-ökonomischem Status, kognitiven Fähigkeiten sowie Body Mass Index) mit 884.653 Kontrollprobanden verglichen. Chronische Kopfschmerzen (8,1 % gegenüber 3,4 %), Migräneanfälle mittlerer Frequenz (4,8 % gegenüber 1,6 %), Migräneanfälle niedriger Frequenz und nicht durch Migräne bedingter Kopfschmerz (3,4 % gegenüber 1,8 %) waren im Vergleich mit gesunden Probanden bei Patienten mit moderater bis schwerer Psoriasis assoziiert (adjustierter Risikoquotient 1,9; 95 % Konfidenzintervall, 1,6-2,4; 2,3, 95 % Konfidenzintervall, 1,8-3,0; 1,5; 95 % Konfidenzintervall 1,1-2,1). Angststörungen (2,1 % gegenüber 0,8 %) und gestörte Fähigkeit zur sozialen Anpassung (7,5 % gegenüber 4,2 %) standen ebenfalls nur beim Vergleich von Patienten mit moderater bis schwerer Psoriasis mit gesunden Probanden in Zusammenhang (adjustierter Risikoquotient 2,9; 95 % Konfidenzintervall, 1,6-5,5; 1,9; 95 % Konfidenzintervall, 1,3-2,6). Abhängig vom Schweregrad der Schuppenflechte steht die Erkrankung bei Heranwachsenden in einem deutlichen Zusammenhang mit neuropsychiatrischen Störungen und verminderten sozialen Anpassungsfähigkeiten, so das Fazit der Autoren.
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