Ausgabe 36/2026

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Mittwoch, 02. September 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

Multiple Sklerose (MS) ist eine Krankheit mit vielen Gesichtern – mit Symptomen wie Gefühlsstörungen und Fatigue bis hin zu Epilepsie und Tremor. Gerade diese Vielfalt kann die Diagnose erschweren. Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht jedoch einen früheren Therapiebeginn und kann so dazu beitragen, irreversible Schäden zu begrenzen. Wichtigstes Werkzeug zur Diagnose der MS sind die McDonald-Kriterien, die zuletzt 2024 überarbeitet wurden. Wie groß der zusätzliche diagnostische Gewinn der Überarbeitung ist, haben Forschende aus Hannover nun untersucht – mit dem Ergebnis, dass sich heute fast zehn Prozentpunkte mehr Betroffene bereits bei der Erstuntersuchung diagnostizieren lassen. Der Großteil der zusätzlichen Diagnosen geht auf die neu eingeführte Berücksichtigung von Läsionen des Sehnervs zurück. Auch Menschen mit radiologisch isoliertem Syndrom, bei denen noch keine Symptome aufgetreten sind, können nun bereits schneller eine Diagnose erhalten. Die Aufnahme des Kappa-Index als Liquor-Biomarker stärkt zudem die Rolle der Liquordiagnostik: Ohne sie hätte bei einem Viertel der Betroffenen nach den neuen Kriterien keine Diagnose gestellt werden können.

Gleichzeitig zeigt die Forschung zunehmend, dass sich hinter dem Begriff MS ein Spektrum verschiedener entzündlicher Autoimmunerkrankungen des zentralen Nervensystems verbergen kann. So können auch MOG-Antikörper-assoziierte Erkrankungen (MOGAD) oder Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen (NMOSD) zunächst für MS gehalten werden. Erst der Nachweis spezifischer Antikörper ermöglicht eine genauere Zuordnung. Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung des LMU Klinikums München hat nun ein weiteres Antigen identifiziert, gegen das sich die Immunreaktion bei einigen Betroffenen mit MS-ähnlichen Symptomen richtet. Das Protein MLC1 sitzt auf der Oberfläche von Astrozyten; Antikörper gegen MLC1 können diese Zellen schädigen und dadurch Entzündungen im Rückenmark verstärken.

Unabhängig vom jeweiligen Zielantigen spielen bei vielen dieser Autoimmunerkrankungen B-Zellen eine wichtige Rolle. CAR-T-Zelltherapien, die B-Zellen gezielt erkennen und eliminieren, rücken daher zunehmend in den Fokus. Bei der Autoimmunerkrankung Myasthenia gravis gibt es nun erste positive Langzeitdaten: Drei Jahre nach der CAR-T-Zelltherapie sind die ersten drei weltweit behandelten Patientinnen beschwerdefrei und benötigen keine Medikamente. „Unsere Daten sprechen dafür, dass diese vorübergehende B-Zell-Beseitigung dem Immunsystem die Chance auf einen sogenannten immunologischen Neustart geben kann“, erklärt Prof. Dimitrios Mougiakakos von der Universität Magdeburg, der an der Entwicklung des Therapiekonzepts beteiligt war.

Mehr zu diesen und weiteren Themen finden Sie wie immer in diesem Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal BIERMANN MEDIZIN.

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre!




   Ihre
   Dr. Lena Johannes

 

 
 
Nachweis von Entzündungen des Sehnervs erlaubt frühere MS-Diagnosen

Nachweis von Entzündungen des Sehnervs erlaubt frühere MS-Diagnosen

Die 2024 überarbeiteten McDonald-Kriterien können die Früherkennung von Multipler Sklerose (MS) verbessern. Eine Studie der MHH zeigt, dass durch die hinzugefügten Diagnosekriterien – etwa die Schädigung des Sehnervs – mehr MS-Fälle bereits bei der Erstdiagnose erkannt werden.

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1 Jahr VYVGART bei CIDP*:
Wenn Fortschritt spürbar wird

Nach 30 Jahren der erste innovative Wirkmechanismus bei
CIDP*1–3: VYVGART® ist der erste und bislang einzige FcRn-Blocker zur Behandlung von CIDP* und als Fertigspritze erhältlich.1,5 Der Fortschritt zeigt: 66,5 % erreichten unter VYVGART eine spürbare Verbesserung der funktionellen Fähigkeiten.1,4,a,b

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Weitere Zielstruktur bei MS-ähnlicher Autoimmunerkrankung identifiziert

Die Forschung der vergangenen Jahre hat gezeigt: Die unter dem Begriff Multiple Sklerose firmierte Erkrankung umfasst in Wirklichkeit wohl ein ganzes Spektrum verschiedener entzündlicher Autoimmunerkrankungen des zentralen Nervensystems. Nun hat ein Team von Forschenden des LMU Klinikums München mit nationalen und internationalen Kooperationspartnern ein mögiches Antigen entdeckt.

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„Antidepressiva wirken nur, wenn sie auch eingenommen werden“

Die weitgehende Nebenwirkungsfreiheit ist ein unschlagbarer Vorteil von Johanniskraut-Extrakt (z. B. Laif® 900), so Prof. Hans-Peter Volz. Er betont, dass unter dem pflanzlichen Antidepressivum 60% weniger Patient*innen die Medikation absetzen als unter synthetischen Alternativen.1 Warum die leitliniengerechte Therapie mit Johanniskraut damit einen Wirksamkeitsvorteil hat, erklärt Volz im Video.

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Myasthenia gravis: CAR-T-Zelltherapie zeigt anhaltende Wirksamkeit

Myasthenia gravis: CAR-T-Zelltherapie zeigt anhaltende Wirksamkeit

Drei Jahre nach dem weltweit ersten Einsatz der CAR-T-Zelltherapie bei Myasthenia gravis sind die behandelten Patientinnen beschwerdefrei und benötigen keine Medikamente. Dies berichtet die Universitätsmedizin Magdeburg, wo zwei Patientinnen mit der gegen B-Zellen gerichteten Therapie behandelt wurden.

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Morbus Fabry: Elfabrio® jetzt im 4-wöchentlichen
Intervall

Nur bei Elfabrio® haben Sie jetzt die Wahl: Die Enzymersatztherapie bei Morbus Fabry ist ab sofort im 2- oder 4-wöchentlichen Intervall möglich.# Der längere Abstand zwischen den Infusionen bringt Ihnen und Ihren Patient*innen mehr Flexibilität und Entlastung im Therapiealltag – Sie profitieren von weniger Terminen, weniger Aufwand und mehr Freiheit.

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Waldbrandrauch erhöht Schlaganfallrisiko bei Senioren deutlicher als Feinstaub aus anderen Quellen

Eine aktuelle nationale Kohortenstudie an rund 25 Millionen Medicare-Versicherten aus den USA zeigt, dass eine langfristige Exposition gegenüber Feinstaub der Partikelgröße PM2,5 aus Waldbränden mit einem signifikant erhöhten Schlaganfallrisiko bei älteren US-Bürgern verbunden ist.

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NEU: Aripiprazol axunio® mit 1 mg und 2,5 mg Tabletten

Aripiprazol axunio®: 1 mg und 2,5 mg ermöglichen flexible Dosistitration und helfen so beim „Start low, Go slow“. Die neuen Tablettenstärken ergänzen die fehlenden Teile im Dosierungspuzzle. Unkomplizierte Handhabung für unterwegs, ohne ungenaue Tablettenteilung bei fehlender Bruchkerbe.

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Zahnseidenutzung mit geringerem Risiko für Schlaganfall und Vorhofflimmern assoziiert

Zahnseidenutzung mit geringerem Risiko für Schlaganfall und Vorhofflimmern assoziiert

Regelmäßige Zahnseidenutzung könnte das Risiko für Schlaganfälle und Vorhofflimmern verringern. Eine große Kohortenstudie liefert neue Hinweise auf den Zusammenhang zwischen Mundgesundheit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Datengetriebenes SuStaIn-Modell zur Progression der Behinderung bei amyotropher Lateralsklerose.
Ann Clin Transl Neurol 30.08.2026

Parkinson-Krankheit und Altersunterschied der Netzhaut: Eine Querschnittsanalyse.
Mov Disord 30.08.2026

Charakteristische Merkmale und Risikofaktoren symptomatischer und inzidenteller DWI-Läsionen bei zerebraler Amyloid-Angiopathie.
J Neurol 2026;273(9):559.

Auswirkungen von Depressionen auf das Mortalitätsrisiko nach einem Schädel-Hirn-Trauma: Eine Studie im Rahmen des „Traumatic Brain Injury Model Systems“-Programms.
J Head Trauma Rehabil 01.09.2026

 
 
 

KURZMELDUNGEN:

Botulinumtoxin A kann die Häufigkeit von Kopfschmerzen sowie die kopfschmerzbedingte Beeinträchtigung bei Kindern und Jugendlichen mit chronischer Migräne verringern.
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Ein verschreibungspflichtiges Medikament mit dem Cannabinoid THC kann gegen traumabedingte Albträume helfen.
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Eine Metaanalyse zeigt, dass die Nutzung von KI-Chatbots, um über persönliche und psychische Probleme zu sprechen, Risiken birgt.
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TERMINE:

2. Deutscher Schlaganfallkongress
10.–12. September 2026
Berlin

62. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Neurochirurgie
10.–12. September 2026
Graz (Österreich)

Fachtagung Dissoziative Identitätsstörung – Perspektiven verbinden, Komplexität verstehen
18.–20. September 2026
Bad Mergentheim

Deutscher Suchtkongress 2026
21.–23. September 2026
Hamburg

 
 

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