Ausgabe 10/2026

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Mittwoch, 04. März 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

die Medizin der Zukunft beginnt nicht erst mit der Therapie, sondern mit einer immer präziseren Diagnostik. Gleich mehrere aktuelle Studien zeigen, wie sich durch innovative Ansätze invasive Eingriffe reduzieren und Erkrankungen früher erkennen lassen.
So ist es einem internationalen Forschungsteam gelungen, Hirntumoren im Kindes- und Jugendalter mithilfe einer KI-basierten Analyse von Flüssigbiopsien aus dem Liquor mit hoher Spezifität zu klassifizieren. Durch die Kombination einer optimierten Sequenzierungstechnik mit einem neu entwickelten Algorithmus könnten molekulare Diagnosen künftig in einem Teil der Fälle ohne operative Gewebeentnahme möglich werden. Noch steht die klinische Validierung aus, doch das Potenzial für eine schonendere, zugleich präzise Tumordiagnostik ist erheblich.
Wie weit das Konzept nicht invasiver Frühdiagnostik reichen könnte, zeigt auch eine Studie zur Alzheimer-Krankheit: Veränderungen in der peripheren Netzhaut traten in einem Alzheimer-Mausmodell bereits auf, bevor klassische neurologische Symptome manifest wurden. Sollte sich dieser Ansatz bestätigen, könnten routinemäßige augenärztliche Untersuchungen langfristig ein neues Fenster zur Früherkennung neurodegenerativer Erkrankungen eröffnen.
 
Auch in der Psychiatrie zeichnet sich ein Perspektivenwechsel ab. Eine internationale Studie identifizierte bereits in frühen Krankheitsphasen klar unterscheidbare Entzündungs- und Hirnstruktur-Signaturen bei Depression und Psychose. Die Befunde legen nahe, dass biologische Marker künftig helfen könnten, beide Erkrankungen früher und differenzierter voneinander abzugrenzen – eine Voraussetzung für gezieltere therapeutische Strategien und möglicherweise für die Prävention schwerer Verläufe.
Gemeinsam zeigen diese Arbeiten, dass präzise molekulare und bildgebende Marker zunehmend die rein klinische Beurteilung ergänzen und so nicht nur frühere Diagnosen, sondern auch individualisierte Therapien ermöglichen.
Eine aufschlussreiche Lektüre wünscht Ihnen




   Ihre
   Lena Johannes

 

 
 
KI-basierte Auswertung von Flüssigbiopsien ermöglicht Diagnostik von Hirntumoren

KI-basierte Auswertung von Flüssigbiopsien ermöglicht Diagnostik von Hirntumoren

Forschenden ist eine präzise Diagnostik von Hirntumoren im Kindes- und Jugendalter anhand von Tumor-Erbgut im Hirnwasser gelungen. Bisher reichten solche Flüssigbiopsien dafür nicht aus. Das internationale Forscherteam optimierte daher eine spezielle Sequenzierungstechnik und entwickelte eine KI-basierte Auswertung.

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BRIVIACT® - einfache Anwendung bei fokaler Epilepsie

Neben Wirksamkeit und einem geringem Interaktions- sowie Nebenwirkungspotenzial ist auch die einfache Anwendung bei der Auswahl geeigneter Wirkstoffe für die Kombinationstherapie bei fokaler Epilepsie relevant. BRIVIACT® gibt es in verschiedenen Darreichungsformen – bei einem Wechsel ist eine Umstellung 1:1 möglich. Die therapeutische Dosis kann ab dem ersten Behandlungstag eingesetzt werden.1

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Alzheimer: Die Augen als Fenster zur Früherkennung

Der äußere Bereich der Netzhaut könnte laut einer US-amerikanischen Studie ein Fenster zur Früherkennung der Alzheimer-Krankheit bieten – lange bevor irreversible Hirnschäden auftreten.

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Migräne-Prophylaxe: MEHR für
Patient:innen möglich machen

Da mit CGRP-gerichteten Migräne-Prophylaktika mehr erreichbar ist, ist die International Headache Society (IHS) für ehrgeizige Therapieziele in der Praxis. Unabhängig von der Ausgangslage sollten ≥75% weniger MMD angestrebt werden – für verbesserte Kontrolle und mehr Lebensqualität.1 Mit Eptinezumab (Vyepti®) erreichte nach der 1. Dosis bis zu ein Drittel der Patient:innen dieses Ziel.2,3

Fachinformation | Referenzen

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Biomarker zur Unterscheidung von Depression und Psychose

Biomarker zur Unterscheidung von Depression und Psychose

In frühen Phasen der beiden psychischen Erkrankungen weisen Patientinnen und Patienten oft bestimmte Entzündungswerte im Blut und Veränderungen in der Grauen Substanz des Gehirns auf. Ein besseres Verständnis dieser Biomarker eröffnet neue diagnostische Optionen und therapeutische Maßnahmen.

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Früher Chronotyp und körperliche Aktivität mit geringerem ALS-Risiko assoziiert

Frühaufsteher und körperlich aktivere Menschen haben laut einer kürzlich veröffentlichten vorläufigen Analyse ein geringeres Risiko für Amyotrophe Lateralsklerose (ALS).

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Frühdiagnose von AlzheimerMaschinelles Lernen bei der Analyse struktureller MRT-Daten.
Curr Alzheimer Res 26.02.2026

Nutzen der anästhetischen Blockade des großen Hinterhauptnervs bei der Behandlung von Migräne bei Kindern und Jugendlichen.
Neurologia (Engl Ed) 27.02.2026

Dual-gerichtete Nano-Inhibitoren der Pyroptose zur synergistischen Therapie von Schädel-Hirn-Traumata.
J Control Release 28.02.2026

Geschlechtsspezifische Unterschiede bei den neuropsychiatrischen Symptomen der Multiplen Sklerose.
Can J Psychiatry 28.02.2026

 
 
 
3D-Modell eröffnet neue Ansatzpunkte für Therapien von Hirnmetastasen nach Brustkrebs

3D-Modell eröffnet neue Ansatzpunkte für Therapien von Hirnmetastasen nach Brustkrebs

Forschende haben ein neuartiges 3D-Modell entwickelt, das die Umgebung von Neuronen nachbildet und zeigt, wie sich das neuronale Netzwerk durch Hirnmetastasen nach Brustkrebs verändert. Die Studie trägt zum Verständnis der Therapieresistenz von Hirnmetastasen bei Brustkrebs bei und bietet zugleich neue Ansatzpunkte für eine verbesserte Behandlung.

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KURZMELDUNGEN:

Forschende der Universität Basel haben eine mögliche Gentherapie entwickelt, die LAMA2-Muskeldystrophie bei Kindern heilen könnte.
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US-amerikanische Forschende konnten nachweisen, dass das Serum von Patienten mit Major Depression immunologische Auffälligkeiten aufweist, die mit denen bei entzündlichen Dermatosen vergleichbar sind.
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Das Robert Koch-Institut hat zwei neue Risikogebiete für die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis in Niedersachen und Sachsen-Anhalt ausgewiesen.
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TERMINE:

60. Münchner EEG-Tage
11.03.-13.03.2026
München

Deutsche Schmerz- und Palliativtage 2026
19.03.-21.03.2026
Frankfurt am Main

Deutscher Kongress für Parkinson und Bewegungsstörungen
16.04.-18.04.2026
Leipzig

51. Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropädiatrie
07.05.-09.05.2026
Linz (Österreich)

 
 

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