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Liebe Leserinnen und Leser,
gute Nachrichten für alle Menschen, die in der Vergangenheit bereits mit Psychosen zu kämpfen hatten und zusätzlich die Diagnose ADHS erhalten haben – immerhin zehn bis 15 Prozent aller Menschen mit Psychosen. Eine internationale Studie hat herausgefunden, dass Psychostimulanzien zur Linderung der ADHS-Symptome nicht mit einem erhöhten Risiko für erneute psychotische Episoden einhergehen. Auch wenn die Forschenden betonen, dass eine individuelle Risikoabschätzung nach wie vor wichtig bleibt, so können die Ergebnisse doch dazu beitragen, die starke Zurückhaltung gegenüber der Behandlung Betroffener mit Psychostimulanzien abzubauen.
Bei einem anderen Thema erscheint hingegen mehr Zurückhaltung angebracht. Laut einer repräsentativen Umfrage haben 65 Prozent der 16- bis 39-Jährigen bereits mit Chatbots wie ChatGPT über psychische Probleme gesprochen. Unter jüngeren Menschen mit Depressionen sind es immerhin 35 Prozent, die solche Angebote zur Auseinandersetzung mit ihrer Erkrankung nutzen. Die Anwendung reicht vom Austausch über persönliche Belastungen bis hin zur Suche nach Informationen oder emotionaler Unterstützung. So nachvollziehbar diese Entwicklung vor dem Hintergrund begrenzter Therapieangebote ist, so problematisch ist sie zugleich: 53 Prozent der Befragten berichteten nach der Nutzung von verstärkten Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid. Gleichzeitig sind 62 Prozent der Ansicht, eine KI könne den Gang zum Arzt oder Psychotherapeuten ersetzen. Der Umgang mit solchen Anwendungen erfordert daher mehr Aufklärung – und vielleicht hier und da mehr Vorsicht als blindes Vertrauen.
Zu guter Letzt wollen wir uns einer Gruppe Menschen widmen, die Schwierigkeiten hat, ihrem eigenen Gehirn zu vertrauen: Alzheimer-Patienten. Seit dem jüngsten Wirbel um die neuen Alzheimer-Medikamente ist klar, dass es bei der Behandlung dieser Krankheit noch viel Luft nach oben gibt. Ein neuer Ansatz aus den USA, der kürzlich in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht wurde, hat es zwar noch nicht aus dem Labor geschafft, klingt aber dennoch vielversprechend und macht Hoffnung auf mehr. Mithilfe eines Bottom-up-Bioengineering-Ansatzes mit einer gentechnisch modifizierten Tau-Variante konnte gezeigt werden, dass das natürlich vorkommende L-Arginin die Fähigkeit besitzt, Tröpfchen zu stabilisieren und die Bildung von Proteinaggregaten zu hemmen. Möglicherweise könnte das Prinzip in Zukunft zur Entwicklung einer neuen Klasse an Alzheimer-Medikamenten verwendet werden.
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