Ausgabe 19/2026

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Mittwoch, 06. Mai 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

gute Nachrichten für alle Menschen, die in der Vergangenheit bereits mit Psychosen zu kämpfen hatten und zusätzlich die Diagnose ADHS erhalten haben – immerhin zehn bis 15 Prozent aller Menschen mit Psychosen. Eine internationale Studie hat herausgefunden, dass Psychostimulanzien zur Linderung der ADHS-Symptome nicht mit einem erhöhten Risiko für erneute psychotische Episoden einhergehen. Auch wenn die Forschenden betonen, dass eine individuelle Risikoabschätzung nach wie vor wichtig bleibt, so können die Ergebnisse doch dazu beitragen, die starke Zurückhaltung gegenüber der Behandlung Betroffener mit Psychostimulanzien abzubauen.

Bei einem anderen Thema erscheint hingegen mehr Zurückhaltung angebracht. Laut einer repräsentativen Umfrage haben 65 Prozent der 16- bis 39-Jährigen bereits mit Chatbots wie ChatGPT über psychische Probleme gesprochen. Unter jüngeren Menschen mit Depressionen sind es immerhin 35 Prozent, die solche Angebote zur Auseinandersetzung mit ihrer Erkrankung nutzen. Die Anwendung reicht vom Austausch über persönliche Belastungen bis hin zur Suche nach Informationen oder emotionaler Unterstützung. So nachvollziehbar diese Entwicklung vor dem Hintergrund begrenzter Therapieangebote ist, so problematisch ist sie zugleich: 53 Prozent der Befragten berichteten nach der Nutzung von verstärkten Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid. Gleichzeitig sind 62 Prozent der Ansicht, eine KI könne den Gang zum Arzt oder Psychotherapeuten ersetzen. Der Umgang mit solchen Anwendungen erfordert daher mehr Aufklärung – und vielleicht hier und da mehr Vorsicht als blindes Vertrauen.

Zu guter Letzt wollen wir uns einer Gruppe Menschen widmen, die Schwierigkeiten hat, ihrem eigenen Gehirn zu vertrauen: Alzheimer-Patienten. Seit dem jüngsten Wirbel um die neuen Alzheimer-Medikamente ist klar, dass es bei der Behandlung dieser Krankheit noch viel Luft nach oben gibt. Ein neuer Ansatz aus den USA, der kürzlich in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht wurde, hat es zwar noch nicht aus dem Labor geschafft, klingt aber dennoch vielversprechend und macht Hoffnung auf mehr. Mithilfe eines Bottom-up-Bioengineering-Ansatzes mit einer gentechnisch modifizierten Tau-Variante konnte gezeigt werden, dass das natürlich vorkommende L-Arginin die Fähigkeit besitzt, Tröpfchen zu stabilisieren und die Bildung von Proteinaggregaten zu hemmen. Möglicherweise könnte das Prinzip in Zukunft zur Entwicklung einer neuen Klasse an Alzheimer-Medikamenten verwendet werden.

Mehr zu diesen und weiteren Themen finden Sie in diesem Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal. Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre!




   Ihre
   Lena Johannes

 

 
 
ADHS-Medikamente erhöhen bei Psychose-Vorgeschichte nicht das Rückfallrisiko

ADHS-Medikamente erhöhen bei Psychose-Vorgeschichte nicht das Rückfallrisiko

Menschen mit einer Psychose-Vorgeschichte leiden nicht selten auch an ADHS. Die Behandlung stellt Ärzte jedoch vor ein Dilemma: Psychostimulanzien gelten als wirksam bei ADHS, stehen aber im Verdacht, psychotische Episoden zu begünstigen. In einer neuen Studie konnte jedoch kein erhöhtes Risiko für erneute Psychose-Episoden nach Beginn einer medikamentösen ADHS-Behandlung festgestellt werden.

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Materialien für Patient*innengespräche bei Multipler Sklerose

Viele MS-Patient*innen erleben trotz Schubfreiheit eine Behinderungsprogression1–eine Herausforderung für die Kommunikation im Praxisalltag. Zur gezielten Unterstützung von Patient*innengesprächen, stehen Ihnen auf unserer Website hilfreiche Materialien zum Download zur Verfügung. Dazu zählen eine Abgabekarte zur schubfreien Progression, ein Fragebogen zur Blasenfunktion, eine Dokumentationshilfe zur MS-Progression sowie eine verständliche Präsentation zur Patient*innenaufklärung.

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Jeder dritte jüngere Mensch mit Depression nutzt KI als Therapeut

35 Prozent der jüngeren Menschen mit Depression sprechen mit Künstlicher Intelligenz (KI) über ihre Erkrankung, zehn Prozent sogar in längeren, dialogischen Gesprächen wie mit einem menschlichen Therapeuten.

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Verantwortung heißt früh entscheiden: First Line OCREVUS®

In der First Line Therapie legen Sie das Fundament für die Zukunft Ihrer Patient:innen. Ein früher Beginn mit OCREVUS® bietet verlässlichen Schutz für ein stabiles Leben mit MS. Teil dieser schützenden Fürsorge ist neben der hohen Wirksamkeit auch, dass die Applikation sicher in ärztlicher Hand bleibt. Studiendaten zeigen: Ein früherer Start kann die Behinderungsprogression um >8 Jahre verzögern.

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Alzheimer: Ein natürlich vorkommendes Molekül kann die Bildung von Fibrillen verhindern

Alzheimer: Ein natürlich vorkommendes Molekül kann die Bildung von Fibrillen verhindern

Ein natürlich vorkommendes Molekül könnte helfen, die schädliche Bildung von Amyloid-Fibrillen bei Alzheimer zu verhindern, ohne die physiologische Funktion der Kondensate zu beeinträchtigen.

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Kostenloses Online-Webinar: DiGA bei ADHS
und Depression

Sichern Sie sich noch heute Ihre Teilnahme an unserem kostenlosen MEDICE Online (CME-)Webinar 2026. In unserem interaktiven Online-Webinar lernen Sie die DiGAs attexis® und Selfapy: Depression kennen und erfahren von unseren Experten, wie Sie diese in die Therapie einbinden, damit Ihre Patient:innen im Alltag optimal profitieren.

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Akupunktur zur Migräne-Prophylaxe: belegter Nutzen nur für engen Anwendungsbereich

Aktuelle klinische Studien sind unabdingbar für eine gute Nutzenbewertung. Das zeigt sich auch am Beispiel der manuellen Akupunktur zur Prophylaxe bei Migräne.

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Depressionen: Johanniskraut – jeden Sommer
der gleiche Mythos…

Photosensibilisierende Effekte unter Therapie mit Johanniskraut-Extrakt werden oft überschätzt. Daten widerlegen diesen Mythos: Im Unterschied zu einer Behandlung mit Citalopram (SSRI) sind
z. B. für Laif® 900 nur Einzelfälle bekannt, in denen eine arzneimittelindizierte Lichtempfindlichkeit auftrat. Kein Grund also, die Therapie im Sommer regelhaft zu unterbrechen!

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Infrarotlicht-aktiviertes Nano-Medikament: Nanozyme gegen Hirntumore

Infrarotlicht-aktiviertes Nano-Medikament: Nanozyme gegen Hirntumore

Hirntumore lassen sich mit gängigen Therapien nicht immer erfolgreich behandeln. Ein Team der Empa und des Spitalverbunds „HOCH Health Ostschweiz“ entwickeln daher sogenannte Nanozyme, die Zellen eines Hirntumors während der operativen Entfernung direkt im Hirngewebe angreifen können.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Zusammenhang zwischen der 24-Stunden-Blutdruckvariabilität und kognitiven Funktionen sowie MRT-Markern für strukturelle Veränderungen im Gehirn bei Erwachsenen im mittleren bis höheren Lebensalter.
Neurology 2026;106(10):e214935.

Verlauf der motorischen und kognitiven Funktionen bei isolierter REM-Schlafverhaltensstörung: Eine prospektive, gepaarte Kohortenstudie über sieben Jahre.
Mov Disord 01.05.2026

Blutbiomarker zur Verbesserung der Diagnosegenauigkeit bei Demenz: eine Querschnittsanalyse.
BMC Geriatr 01.05.2026

Eine auf Maschinellem Lernen basierende Multi-Omics-Analyse deckt wichtige molekulare Determinanten für den Schweregrad der Parkinson-Krankheit auf.
Neurobiol Dis 30.04.2026

 
 
 

KURZMELDUNGEN:

Eine neue Studie zeigt, dass Resilienz kein starrer Grundzustand ist, sondern aktiven Veränderungen im Gehirn unterliegt.
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Bonner Forschende konnten zeigen, dass eine Störung im Zellrecycling der primäre Auslöser für die Myofibrilläre Myopathie Typ 6 ist.
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Eine österreichische Studie zeigt, wie sich das zentrale Nervennetzwerk im Hippocampus nach der Geburt entwickelt.
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TERMINE:

31. Wissenschaftliches Symposium des Norddeutschen Suchtforschungsverbunds
12. Mai 2026
Hamburg

Psychiatrie und Psychotherapie Refresher Berlin
28.–30. Mai 2026
Berlin/online

Kongress 2026: Psychiatrie im Spannungsfeld von Autonomie und Wohlergehen
4.–6. Juni 2026
Berlin

 
 

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