Ausgabe 50/2025

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Mittwoch, 10. Dezember 2025

Liebe Leserinnen und Leser,

manchmal überrascht uns die Medizin dort, wo wir es am wenigsten erwarten würden. Etwa bei einer Impfung, die primär vor unangenehmem Hautausschlag schützen soll, und sich nun als möglicher Schutzfaktor für das Gehirn entpuppt. Eine Analyse aus Wales zeigt nämlich: Die Herpes-zoster-Impfung könnte das Demenzrisiko senken und sogar das Fortschreiten bestehender Demenz verlangsamen. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie eng Immunologie und Neurologie miteinander verwoben sind.
Doch nicht nur Infektionen beeinflussen die Gesundheit unserer Nervenzellen. Ein Forschungsteam aus München hat ein defektes Enzym als Auslöser für nervenzellschädigende Ferroptose identifiziert – ein Mechanismus, der besonders bei schweren frühkindlichen Demenzen eine zentrale Rolle spielt. Die jüngsten Erkenntnisse eröffnen neue Ansatzpunkte für zukünftige Therapien.
Und es gibt noch mehr neuronale News, denn auch ein sehr grundlegender Mechanismus rückt diese Woche in den Fokus: die Art und Weise, wie Nervenzellen über elektrische Synapsen miteinander kommunizieren. So wurde erstmals eine ringförmige „Kappe“ auf elektrischen Synapsen sichtbar gemacht. Diese neu identifizierte Struktur scheint Gap Junctions von innen zu regulieren und könnte als kleines molekulares Bauteil von potenziell großer Bedeutung für die neuronale Kommunikation sein.
Von zellulären Störenfrieden bis zu schützenden Strategien – diese Woche macht die Forschung wieder einmal deutlich, wie vielseitig und überraschend unser Gehirn ist. Viel Spaß beim Lesen und Entdecken!




   Ihre
   Lena Johannes

 

 
 
Studie zeigt: Herpes-zoster-Impfung könnte den Krankheitsverlauf von Demenz verlangsamen

Studie zeigt: Herpes-zoster-Impfung könnte den Krankheitsverlauf von Demenz verlangsamen

Eine große Analyse aus Wales zeigt: Die Herpes-zoster-Impfung könnte das Demenzrisiko deutlich senken – und sogar das Fortschreiten bereits bestehender Demenz verlangsamen. Die Ergebnisse liefern neue Hinweise auf den Einfluss von Virusinfektionen auf neurodegenerative Erkrankungen.

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Metaanalyse: SSRI können sexuelle
Dysfunktion auslösen

Eine Metaanalyse zeigte für einige SSRI eine signifikant höhere Rate an spezifischer behandlungsbedingter sexueller Dysfunktion als unter Placebo. Bei einer depressiven Episode kann auch hochdosierter Johanniskraut (z.B. Laif® 900) eine leitliniengerechte Option sein. Das pflanzliche Antidepressivum wird bisher nicht sexuellen Funktionsstörungen in Verbindung gebracht.

Pflichttext

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Defektes Enzym als Auslöser für Nervenverlust bei Demenz identifiziert

Forschende von Helmholtz Munich, der Technischen Universität München und des LMU Klinikums haben einen Mechanismus entschlüsselt, der Nervenzellen vor Ferroptose schützt. Die Ergebnisse eröffnen neue Ansatzpunkte für die Erforschung zukünftiger Therapien – insbesondere bei schwerer frühkindlicher Demenz.

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Evrysdi® – wirksam und sicher in der
Real World1

Evrysdi® ist jetzt sowohl als 5 mg Filmtablette als auch als Lösung erhältlich.2

Fachinformation | Referenzen

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Wie eine unsichtbare „Kappe“ elektrische Synapsen steuert

Wie eine unsichtbare „Kappe“ elektrische Synapsen steuert

Ein internationales Team um die Goethe-Universität Frankfurt hat mittels Mikroskopie Gap Junctions im Inneren einer lebenden Zelle sichtbar gemacht. Dabei stieß es auf eine zusätzliche Struktur: eine bislang unbekannte ringförmige „Kappe“, die den Kanal von der Zellinnenseite bedeckt oder gar abschließt. Sie scheint vom Protein UNC-1 gebildet zu werden, dessen Proteinfamilie im Zusammenhang mit unterschiedlichen Erkrankungen steht. Die Ergebnisse sind in „Science Advances“ erschienen.

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VYVGART: Erste zielgerichtete Therapie bei CIDPa zugelassen

Mit VYVGART steht jetzt der erste neuartige Wirkmechanismus für CIDPa seit über 30 Jahren zur Verfügung.1,2,3 VYVGART überzeugte in der Zulassungsstudie ADHERE durch spürbare Verbesserungen der funktionellen Fähigkeiten4,b und ist als subkutane (s.c.) Fertigspritze zur Selbstapplikationc verfügbar1 – für mehr Eigenständigkeit im Alltag.

Pflichtangaben & Quellen.

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Resistenzen beim Neuroblastom überwinden

Ein bereits zugelassenes Medikament könnte die Überlebenschancen von Kindern mit rezidiviertem Neuroblastom verbessern. Darauf deuten die Ergebnisse eines australischen Forschungsteams am Tiermodell hin.

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RYSTIGGO®: Wirtschaftlich und flexibel bei gMG

Die Behandlung der generalisierten Myasthenia gravis (gMG) erfordert eine starke Therapie, Flexibilität in der Anwendung und Wirtschaftlichkeit in der Verordnung.1-4
RYSTIGGO® ist zugelassen als Zusatzbehandlung zur Standardtherapie für erwachsene Anti-AChR- oder Anti-MuSK-Ak-positive gMG-Patient:innen4 und als bundesweite Praxisbesonderheit gemäß §130b SGB V anerkannt.1

Fachinformation | Pflichttext | Referenzen

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LAMA2-Muskeldystrophie: Auch Muskelstammzellen sind betroffen

LAMA2-Muskeldystrophie: Auch Muskelstammzellen sind betroffen

Bei der LAMA2-Muskeldystrophie sterben die Muskeln der Betroffenen allmählich ab. Nun haben die Forschende der Universität Basel (Schweiz) herausgefunden, dass bei der Erbkrankheit auch die Funktion von Muskelstammzellen beeinträchtigt ist. Künftige Therapien sollten daher auch diesen Aspekt fördern.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Korrelationsanalyse der Serumspiegel von Neurofilament-Leichtketten und glialem fibrillärem saurem Protein mit amyotropher Lateralsklerose.
Sci Rep, 05.12.2025

Wechsel von Anti-CD20-Therapien zu Cladribin und umgekehrt – Analyse einer deutschen Kohorte von Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose.
Neurotherapeutics, 03.12.2025

Die Aktivierung von Astrozyten hält ein Jahr nach einem Schädel-Hirn-Trauma an: ein dynamischer Wandel von Entzündung zu Neurodegeneration.
Commun Biol 2025;8(1):1745.

Neuroichthyose: das Zusammenspiel zwischen Gehirn und Haut.
Pract Neurol, 04.12.2025

 
 
 

KURZMELDUNGEN:

Höhere Liquor-Werte der freien Kappa-Leichtketten sind mit größerer periventrikulärer Läsionslast und geringerer kortikaler Dicke bei Multipler Sklerose assoziiert.
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Das neueste in Deutschland zugelassene Alzheimermedikament scheint keinen nachgewiesenen Vorteil gegenüber dem bestehenden Therapiestandard zu bieten.
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Mit drei Nahrungsergänzungsmitteln ist es taiwanesischen Forschenden gelungen, autismusbedingte Verhaltensweisen bei Mäusen umzukehren.
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TERMINE:

Düsseldorfer Neurologiesymposium 2025
13. Dezember 2025
Düsseldorf

15. Fachtag Sexualität & Psyche – Dimensionen des Begehrens
16.-17. Januar 2026
Mülheim an der Ruhr

27. Jahrestagung der Norddeutschen Vereinigung für Schlafmedizin
17. Januar 2026
Hamburg

ANIM 2026 – 40. Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin 43. Jahrestagung der DGNI und DSG
5. – 7. Februar 2026
Dortmund

 
 

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