Ausgabe 33/2026

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Mittwoch, 12. August 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

ich war nicht wenig geschockt, als im Februar dieses Jahres die Nachricht um die Welt ging, dass der Schauspieler Eric Dane mit gerade einmal 53 Jahren verstorben ist – an den Folgen der amyotrophen Lateralsklerose (ALS). Die Krankheit führt in den meisten Fällen innerhalb weniger Jahre zum Tod, eine Heilung gibt es nach wie vor nicht. Therapien zielen darauf ab, Symptome zu lindern und den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. Ein internationales Forscherteam analysierte nun die Daten der Pre-fALS-Studie, die seit fast 20 Jahren Daten und biologische Proben von Personen mit erhöhtem genetischem Risiko für ALS sammelt. Mithilfe eines Hochdurchsatzverfahrens zur Proteinanalyse identifizierten die Forschenden 92 Proteine, deren Konzentrationen bereits vor dem Auftreten klinischer Symptome verändert waren. Anschließend untersuchten sie mithilfe maschinellen Lernens die Vorhersagekraft verschiedener Proteinkombinationen und entschieden sich für eine Signatur aus 19 Proteinen, die über Zeiträume von sechs Monaten bis fünf Jahren die genaueste Vorhersage ermöglichte. Auf Basis dieser Protein-Signatur ließ sich der Zeitpunkt der Phänokonversion mit einer Abweichung von weniger als zwei Jahren prognostizieren. Die Autoren hoffen, mit einer Behandlung bereits kurz vor Symptombeginn den Krankheitsausbruch verhindern oder zumindest hinauszögern zu können. Dafür testen sie in der ATLAS-Studie das ALS-Medikament Tofersen als präventive Therapie bei Personen mit SOD1-assoziiertem ALS-Risiko.

Auch bei der Multiplen Sklerose (MS) gibt es diese Woche spannende neue Erkenntnisse – und zwar zur Wirkweise einer Therapie, die aus der modernen MS-Behandlung nicht mehr wegzudenken ist: der B-Zell-Depletion. Denn wie genau funktioniert die eigentlich? Ein internationales Forschungsteam mit deutscher Beteiligung untersuchte, wie sich die Therapie auf regulatorische B-Zellen auswirkt, die Immunreaktionen bremsen und damit möglicherweise einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben. Die Forschenden analysierten Immunzellen aus Blut, Liquor und Darmschleimhaut von MS-Patientinnen und -Patienten unter B-Zell-Depletion. Dabei zeigte sich, dass die Therapie die Konzentration B-Zell-regulierender Faktoren veränderte und mit einer verstärkten Migration regulatorischer, aus dem Darm stammender B-Zellen in den Blutkreislauf und das zentrale Nervensystem einherging. Höhere Konzentrationen dieser Faktoren waren zugleich mit besseren Behandlungsergebnissen assoziiert. Den Autoren zufolge könnten diese Erkenntnisse neue Ansätze für Therapien eröffnen, die gezielt regulatorische Immunzellen aus dem Darm nutzen.

Mehr zu diesen und weiteren Themen finden Sie wie immer in diesem Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal BIERMANN MEDIZIN.

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre!




   Ihre
   Lena Johannes

 

 
 
Neue Blutbiomarker sagen den Beginn der ALS voraus

Neue Blutbiomarker sagen den Beginn der ALS voraus

Neue Biomarker im Blut könnten den Beginn einer amyotrophen Lateralsklerose (ALS) bereits Monate bis Jahre vor den ersten Symptomen anzeigen. Eine Langzeitstudie identifizierte eine 19-Protein-Signatur, die künftig den gezielten Einsatz präventiver Therapien ermöglichen könnte.

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Atogepant (AQUIPTA®) zur Akuttherapie der Migräne zugelassen

Zusätzlich zur Prophylaxe ist Atogepant als Akutmedikation zugelassen. In der Phase-III-Studie ECLIPSE erreichten signifikant mehr Patient*innen mit Atogepant binnen 2h Schmerzfreiheit vs. Placebo – mit anhaltender Wirkung über 24h. Ebenso signifikant überlegen: z.B. Wirksamkeit bei wiederholten Attacken, normale Funktionsfähigkeit nach 2h und Reduktion des Rescue-Medikationsbedarfs binnen 24h.

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Multiple Sklerose-Therapie nutzt schützende B-Zellen des Darms

Forschende haben einen bisher unbekannten Mechanismus aufgedeckt, durch den B-Zell-Depletionstherapien zu einem besseren Krankheitsverlauf bei Patientinnen und Patienten mit Multipler Sklerose beitragen.

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Depressionen: Damit aus der Remission kein Rezidiv wird

Bei der Behandlung von Depressionen ist die Adhärenz entscheidend. Damit aus der Remission kein Rezidiv wird, empfiehlt die Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression nach der Akuttherapie eine 6 bis 12-monatige Erhaltungstherapie, auch wenn sich keine depressiven Symptome mehr zeigen. Warum eine Therapie mit Johanniskraut (z. B. Laif® 900) die Adhärenz steigern kann, erfahren sie hier.

Pflichttext

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Nicotinamid-Ribosidchlorid schützt Nervenzellen vor alkoholbedingten Schäden

Nicotinamid-Ribosidchlorid schützt Nervenzellen vor alkoholbedingten Schäden

Eine aktuelle Studie zeigt: Nicotinamid-Ribosidchlorid kann in Zell- und Mausmodellen alkoholbedingte Schäden an Nervenzellen reduzieren. Der NAD⁺-Vorläufer verbessert die mitochondriale Qualitätskontrolle und könnte damit einen neuen Ansatz zur Behandlung alkoholassoziierter kognitiver Beeinträchtigungen darstellen.

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ADHS 360°: Online-Fortbildungsreihe zu ADHS im Erwachsenenalter

Sichern Sie sich Ihre Teilnahme an den Veranstaltungen der Online-Fortbildungsreihe ADHS 360°. Es erwarten Sie in diesem Jahr noch 4 kompakte, praxisorientierte Fortbildungen zu Diagnostik, Differenzialdiagnostik und Therapie der ADHS im Erwachsenenalter. Renommierte Expertinnen und Experten aus Klinik und Praxis vermitteln Grundlagen und aktuelle Erkenntnisse zu Komorbiditäten, Therapieoptionen und Abrechnung.

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Waldbrandrauch als Trigger für Migräne-Attacken

Eine große Case-Crossover-Studie aus Kanada assoziiert rauchspezifischen Feinstaub mit der Zunahme von Notaufnahme-Besuchen aufgrund von akuten Migräne-Attacken und anderen Kopfschmerzsyndromen.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Prospektive Studie zu Efgartigimod bei schweren Exazerbationen der Myasthenia gravis, die eine Beatmung oder enterale Unterstützung erfordern.
J Neuromuscul Dis 04.08.2026

Ein Online-Tool zum Selbstmanagement für Epilepsie-Patienten: Eine formative Usability-Studie.
JMIR Hum Factors 05.08.2026

Quantifizierung des Krankheitsverlaufs bei Patienten mit Charcot-Marie-Tooth-Neuropathie Typ 1A mittels quantitativer Muskel-MRT und klinischer Parameter.
Neurology 2026;107(4):e218411.

Zusammenhang zeitgemittelter systemischer Immun-Entzündungsindizes mit der Krankenhaussterblichkeit nach intrazerebraler Blutung: eine retrospektive Studie.
J Clin Neurosci 2026;153:112227.

 
 
 
Gewalt gegen Frauen und weibliche Suizidrate: Studie zeigt erstmals Zusammenhang auf

Gewalt gegen Frauen und weibliche Suizidrate: Studie zeigt erstmals Zusammenhang auf

Dass Frauen, die geschlechtsspezifische Gewalt erleben, häufiger an psychischen Erkrankungen leiden und ein erhöhtes Risiko für suizidales Verhalten aufweisen, ist bereits bekannt. Eine Studie der Medizinischen Universität Wien zeigt nun erstmals auf Bevölkerungsebene, dass ein höheres Ausmaß geschlechtsspezifischer Gewalt mit höheren Suizidraten bei Frauen assoziiert ist.

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KURZMELDUNGEN:

Fusobacterium necrophorum kann bei Kindern über einem Jahr schwerwiegende Meningitiden auslösen – meist als Folge einer akuten Otitis media.
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Rund 30 Prozent der Gefangenen im NRW-Strafvollzug leiden unter psychiatrischen Erkrankungen – die häufigste Diagnose: Sucht.
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Eine neue deutsche Studie hat frühe Immun- und Synapsenveränderungen im Hirngewebe von Parkinson-Patienten entdeckt.
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TERMINE:

Swiss Society of Spinal Surgery Annual Meeting 2026
27.–28. August 2026
Luzern (Schweiz)

13th Annual EANS Vascular Section Meeting
31. August–2. September 2026
Marseille (Frankreich)

3. Jenaer Neurologie Symposium
5. September 2026
Jena

 
 

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