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Liebe Leserinnen und Leser,
fast 30 Prozent der Menschen mit schweren Depressionen sprechen nicht ausreichend auf Standardbehandlungen an. Ketamin ist eine der wenigen effektiven Alternativen bei therapieresistenten Depressionen, doch die Wirkung einer Dosis hält oft nur wenige Tage bis Wochen an, sodass eine regelmäßige Behandlung durch Infusionen notwendig wird. Japanische Forschende haben nun in einer neuen Studie gezeigt, dass die Kombination von Ketamin mit einem Inhibitor des Enzyms NADPH-Oxidase-1 zu einer signifikanten Verlängerung der Wirkungsdauer führt. Auch ein neuer Wirkstoff namens K-4, ein positiver allosterischer Modulator von AMPA-Rezeptoren, zeigt eine länger anhaltende antidepressive Wirkung als Ketamin und könnte künftig zur Entwicklung einer neuen Klasse von Antidepressiva beitragen.
Einer der vielen Risikofaktoren für Depressionen ist Narzissmus. Laut einer neuen Studie ist das Persönlichkeitsmerkmal jedoch wider Erwarten kaum das Resultat von familiärem Umfeld und Erziehungsstil. Stattdessen ist Narzissmus etwa zur Hälfte genetisch bedingt, wie Daten der erweiterten Zwillingsstudie „TwinLife“, in die auch Eltern und Geschwister einbezogen wurden, zeigen. Die übrigen 50 Prozent werden individuellen, nicht geteilten Umwelteinflüssen wie Erfahrungen in Partnerschaft, Beruf und Bildung zugeschrieben, die den Autoren zufolge künftig stärker in den Vordergrund rücken sollten.
Ein weiterer Einflussfaktor für die Entstehung psychischer Probleme wurde in einer US-amerikanischen Studie untersucht. Rauchen während der Schwangerschaft war mit einem erhöhten Risiko für multiple mentale und Verhaltensprobleme bei Kindern assoziiert, mit besonders ausgeprägten Effekten in der frühen Kindheit unter sieben Jahren und in der frühen Pubertät zwischen neun und zwölf Jahren. Die Effekte wurden bei Jungen und Mädchen gleichermaßen beobachtet und waren unabhängig vom familiären Hintergrund. Die Ergebnisse zeigen, dass bereits vergleichsweise einfache Maßnahmen wie der Verzicht auf Rauchen während der Schwangerschaft die mentale Gesundheit von Kindern langfristig verbessern können.
Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre!
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