Ausgabe 8/2026

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Mittwoch, 18. Februar 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

wir sprechen in der Neurologie häufig über Erkrankungen, die das Gehirn im höheren Lebensalter betreffen. Diese Woche wollen wir den Blick jedoch einmal auf die frühe Entwicklung richten. Denn eine japanische Kohortenstudie mit mehr als 23.000 Mutter-Kind-Paaren zeigt, dass perinatale Depressionen das Risiko für autistische Merkmale im Kleinkindalter erhöhen können, insbesondere bei Mädchen. Die Daten machen deutlich, welche Bedeutung die psychische Gesundheit der Mutter für die neurologische Entwicklung des Kindes haben kann und wo mit Prävention ganz viel erreicht werden kann.
 
Auch bei strukturellen Erkrankungen des kindlichen Gehirns gibt es neue therapeutische Hoffnung. Forschende aus Kanada konnten in einem Mausmodell des Schinzel-Giedion-Syndroms mithilfe von Antisense-Oligonukleotiden die Entstehung eines Hydrozephalus verhindern. Damit rückt erstmals die Möglichkeit in den Fokus, die pathologische Ventrikelerweiterung pharmakologisch zu beeinflussen. Bislang dominieren operative Verfahren wie Shunt-Implantation oder endoskopische Drittventrikulostomie, die jedoch eine komplexe Nachbehandlung benötigen.
 
Im Bereich der Autismus-Spektrum-Störungen sorgt eine nachträgliche Auswertung gescheiterter Phase-III-Studien zu Bumetanid für neue Diskussionen. Mithilfe maschinellen Lernens konnten klinische Profile identifiziert werden, die doch von der Therapie profitieren könnten. Der Ansatz zeigt, wie KI mittlerweile helfen kann, Studienergebnisse differenzierter zu interpretieren.
 
Abschließend ein Blick auf die Schlaganfallforschung: Eine chinesische Phase-III-Studie berichtet, dass die Gabe des neuroprotektiven Medikaments Loberamisal innerhalb von 48 Stunden nach einem mittelschweren bis schweren Schlaganfall die funktionelle Erholung verbessern kann. Nach 90 Tagen erreichten 13 Prozent mehr Patientinnen und Patienten eine sehr gute funktionelle Erholung, gemessen an der modifizierten Rankin-Skala. Die Ergebnisse machen deutlich, wie wichtig frühzeitiges Handeln in der Neurologie bleibt – sei es präventiv oder therapeutisch.
 
Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre!




   Ihre
   Lena Johannes

 

 
 
Psychische Gesundheit der Mutter beeinflusst die frühe neurologische Entwicklung

Psychische Gesundheit der Mutter beeinflusst die frühe neurologische Entwicklung

Perinatale Depressionen bei Müttern erhöhen das Risiko für autistische Merkmale bei Kleinkindern, insbesondere bei Mädchen. Zu diesem Ergebnis kommt eine groß angelegte japanische Kohortenstudie mit mehr als 23.000 Mutter-Kind-Paaren.

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Mit moderner Prophylaxe bei Migräne
MEHR möglich machen

Da mit CGRP-gerichteten Migräne-Prophylaktika mehr erreichbar ist, ist die International Headache Society (IHS) für ehrgeizige Therapieziele in der Praxis. Unabhängig von der Ausgangslage sollten ≥75% weniger MMD angestrebt werden – für verbesserte Kontrolle und mehr Lebensqualität.1 Mit Eptinezumab (Vyepti®) erreichte nach der 1. Dosis bis zu ein Drittel der Patient:innen dieses Ziel.2,3

Fachinformation | Referenzen

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Forschende wollen Hydrozephalus mit RNA-Therapie verhindern

Hydrozephalus ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die bei etwa einem von 1000 Neugeborenen auftritt und oft mit invasiven Operationen behandelt wird. Eine neue Studie macht nun Hoffnung, die Erweiterung der Hirnventrikel zu verhindern.

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VYVGART: Erste zielgerichtete Therapie bei CIDPa zugelassen

Mit VYVGART steht jetzt der erste neuartige Wirkmechanismus für CIDPa seit über 30 Jahren zur Verfügung.1,2,3 VYVGART überzeugte in der Zulassungsstudie ADHERE durch spürbare Verbesserungen der funktionellen Fähigkeiten4,b und ist als subkutane (s.c.) Fertigspritze zur Selbstapplikationc verfügbar1 – für mehr Eigenständigkeit im Alltag.

Pflichtangaben & Quellen.

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KI identifiziert Autismus-Patienten, die von medikamentöser Therapie profitieren könnten

KI identifiziert Autismus-Patienten, die von medikamentöser Therapie profitieren könnten

Nachdem zwei klinische Phase-III-Studien zu Bumetanid bei Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) gescheitert waren, deutet eine nachträglich Auswertung der Ergebnisse mithilfe Maschinellen Lernens auf bestimmte klinische Profile hin, die doch von der Therapie profitieren könnten.

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MS: Ocrelizumab als First Line Therapie

Prof. Gold erläutert den Paradigmenwechsel in der MS-Therapie: Angesichts der aggressiven Natur der MS und der schubunabhängigen Progression (PIRA) ist Abwarten keine Option mehr. Erfahren Sie, wie eine frühe Therapie mit OCREVUS® das Gehirn nachhaltig schützt, das Hirnvolumen im normalen Altersbereich hält und wie 11-Jahres-Daten den nachhaltigen Therapieerfolg belegen.

Referenzen | FI i.v. | FI s.c.

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Neuroprotektives Medikament reduziert Beeinträchtigungen nach Schlaganfall

Die Gabe eines neuroprotektiven Medikaments innerhalb von 48 Stunden nach einem Schlaganfall kann einer chinesischen Phase-III-Studie zufolge 90 Tage später die Beeinträchtigungen reduzieren.

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Energiestoffwechsel des Gehirns bei Menschen mit Post-COVID gestört

Energiestoffwechsel des Gehirns bei Menschen mit Post-COVID gestört

Forschende des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit haben nun Hinweise darauf gefunden, dass bei Menschen mit Post-COVID-Syndrom der Energiestoffwechsel im Gehirn messbar verändert ist.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Früherkennung von Gedächtnisveränderungen im präklinischen Stadium der Alzheimer-Krankheit mithilfe des TabCAT-Favoritentests: Daten aus der europäischen Kohortenstudie zur Prävention der Alzheimer-Krankheit (EPAD).
Alzheimers Dement 2026;22(2):e71035.

Wirksamkeit und Verträglichkeit von Eptinezumab bei Migräne gemäß den Empfehlungen der International Headache Society (IHS) in einer 24-wöchigen, prospektiven multizentrischen Studie (die TACHIS-Studie).
Cephalalgia 2026;46(2):3331024251414659.

Klinische Risikofaktoren für posttraumatische Krampfanfälle: eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse.
J Neurol 2026;273(2):141.

Einnahme von Antidepressiva und Besserung der Dysphagie nach akutem ischämischem Schlaganfall.
Stroke, 13.02.2026

 
 
 

KURZMELDUNGEN:

Psychedelika führen dazu, dass Sehprozesse auf Hirnareale für Gedächtnis und Assoziationen zugreifen – ein möglicher Mechanismus für visuelle Halluzinationen.
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Vom Smartphone zur Diagnose – Forschende aus Österreich zeigen, wie digitale Technologien wie Smartphones und Wearables die Diagnostik und Vorhersage von Schizophrenie-Spektrum-Störungen verbessern könnten.
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Eine amerikanische Studie zeigt, dass eine längere Schwangerschafts- und Stillzeit mit besseren postmenopausalen Gedächtnisleistungen einhergeht.
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TERMINE:

ZNS-Tage 2026
26.02.-28.02.2026
Köln 

60. Münchner EEG-Tage
11.03.-13.03.2026
München

Deutscher Kongress für Parkinson und Bewegungsstörungen
16.04.-18.04.2026
Leipzig

Basic Course: The Prechtl General Movement Assessment
27.04.-30.04.2026
Berlin

51. Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropädiatrie
07.05.-09.05.2026
Linz (Österreich)

 
 

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