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Liebe Leserinnen und Leser,
die Diskussion um geeignete Alzheimer-Therapien reißt nicht ab. Erst im vergangenen Monat habe ich Ihnen von den eher enttäuschenden Ergebnissen zu Anti-Tau-Therapien berichtet, auch der eingeschränkte Nutzen von Anti-Amyloid-Therapien war bereits Thema. Während inzwischen zumindest bestimmte Patientengruppen von diesen Therapien zu profitieren scheinen, zeigt eine neue US-amerikanische Studie eine mögliche weitere Hürde: Besonders Menschen mit atypischen Formen der Alzheimer-Krankheit erfüllen häufig nicht die Zulassungsvoraussetzungen. Der häufigste Ausschlussgrund sind dabei schlechte Ergebnisse in kognitiven Screening-Tests. Gerade bei atypischen Alzheimer-Formen können Betroffene bei Tests zu visuell-räumlichen Fähigkeiten oder exekutiven Funktionen schlechter abschneiden, obwohl sie sich noch in einem frühen Krankheitsstadium befinden und ihren Alltag weitgehend selbstständig bewältigen. Die Autoren sehen daher Bedarf für eine phänotypspezifische Beurteilung des Krankheitsstadiums und eine entsprechend angepasste Patientenauswahl für die Behandlung.
Auch die Multiple Sklerose ist nicht immer gleich: Obwohl die Erkrankung bei einem Großteil der Betroffenen schubförmig verläuft, kann sie auch unabhängig von Schüben fortschreiten. Da diese schleichende Verschlechterung weniger offensichtlich ist, lässt sie sich häufig erst spät erfassen. Eine Studie der Universität Basel liefert nun Hinweise darauf, dass ein Biomarker diese Form der Krankheitsprogression erfassen könnte: In mehr als 18.000 Blutproben von über 2300 Menschen mit Multipler Sklerose waren erhöhte Konzentrationen des sauren Gliafaserproteins (GFAP) sowohl kurz- als auch langfristig mit einem höheren Risiko für eine schubunabhängige Krankheitsprogression assoziiert, während der etablierte Biomarker Neurofilament-Leichtkette (NfL) vor allem entzündliche Krankheitsaktivität und das Risiko bevorstehender Schübe widerspiegelt. Zudem war ein Absinken der GFAP-Konzentration nach Beginn einer MS-Therapie mit einem geringeren Progressionsrisiko verbunden. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass GFAP künftig als ergänzender Biomarker zur Beurteilung des Krankheitsverlaufs eingesetzt werden könnte.
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Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre!
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