Ausgabe 35/2026

Klicken Sie hier, um diesen Newsletter online anzusehen!

newsletter-logo-impuls-neuro
 
 

Mittwoch, 26. August 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

die Diskussion um geeignete Alzheimer-Therapien reißt nicht ab. Erst im vergangenen Monat habe ich Ihnen von den eher enttäuschenden Ergebnissen zu Anti-Tau-Therapien berichtet, auch der eingeschränkte Nutzen von Anti-Amyloid-Therapien war bereits Thema. Während inzwischen zumindest bestimmte Patientengruppen von diesen Therapien zu profitieren scheinen, zeigt eine neue US-amerikanische Studie eine mögliche weitere Hürde: Besonders Menschen mit atypischen Formen der Alzheimer-Krankheit erfüllen häufig nicht die Zulassungsvoraussetzungen. Der häufigste Ausschlussgrund sind dabei schlechte Ergebnisse in kognitiven Screening-Tests. Gerade bei atypischen Alzheimer-Formen können Betroffene bei Tests zu visuell-räumlichen Fähigkeiten oder exekutiven Funktionen schlechter abschneiden, obwohl sie sich noch in einem frühen Krankheitsstadium befinden und ihren Alltag weitgehend selbstständig bewältigen. Die Autoren sehen daher Bedarf für eine phänotypspezifische Beurteilung des Krankheits­stadiums und eine entsprechend angepasste Patientenauswahl für die Behandlung.

Auch die Multiple Sklerose ist nicht immer gleich: Obwohl die Erkrankung bei einem Großteil der Betroffenen schubförmig verläuft, kann sie auch unabhängig von Schüben fortschreiten. Da diese schleichende Verschlechterung weniger offensichtlich ist, lässt sie sich häufig erst spät erfassen. Eine Studie der Universität Basel liefert nun Hinweise darauf, dass ein Biomarker diese Form der Krankheits­progression erfassen könnte: In mehr als 18.000 Blutproben von über 2300 Menschen mit Multipler Sklerose waren erhöhte Konzentrationen des sauren Gliafaserproteins (GFAP) sowohl kurz- als auch langfristig mit einem höheren Risiko für eine schubunabhängige Krankheits­progression assoziiert, während der etablierte Biomarker Neurofilament-Leichtkette (NfL) vor allem entzündliche Krankheitsaktivität und das Risiko bevorstehender Schübe widerspiegelt. Zudem war ein Absinken der GFAP-Konzentration nach Beginn einer MS-Therapie mit einem geringeren Progressionsrisiko verbunden. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass GFAP künftig als ergänzender Biomarker zur Beurteilung des Krankheitsverlaufs eingesetzt werden könnte.

Mehr zu diesen und weiteren Themen finden Sie wie immer in diesem Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal BIERMANN MEDIZIN.

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre!




   Ihre
   Lena Johannes

 

 
 
Viele Betroffene mit atypischem Alzheimer könnten für neue Therapien nicht geeignet sein

Viele Betroffene mit atypischem Alzheimer könnten für neue Therapien nicht geeignet sein

Neue Anti-Amyloid-Therapien bieten Hoffnung bei früher Alzheimer-Erkrankung. Eine Studie, die in „Neurology“ veröffentlicht wurde, zeigt jedoch, dass viele Menschen mit atypischen Alzheimer-Formen die aktuellen Behandlungskriterien nicht erfüllen könnten.

Lesen Sie hier weiter ...
 
 
 
    Advertorial    
 
 

Satralizumab bei NMOSD:
Neue Daten für die Langzeittherapie

Stabile Schubkontrolle für eine planbare Patientenführung: Aktuelle 9-Jahres-Daten der offenen Rollover-Studie SAkuraMoon zeigen eine effektive Langzeitkontrolle des IL-6-Rezeptor-Blockers bei AQP4-IgG+ NMOSD. Zudem wurde das günstige Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil von Satralizumab (ENSPRYNG®) über einen Expositionszeitraum von bis zu 7,9 Jahren bestätigt – ohne neue Sicherheitssignale.

Referenz | Fachinformation

200x250
 
 
 

Biomarker gibt Hinweise auf schleichendes Fortschreiten bei Multipler Sklerose

Moderne Therapien können Schübe bei Multipler Sklerose (MS) heute wirksam verhindern. Dennoch kann die Erkrankung auch ohne Schübe fortschreiten. Ein neuer blutbasierter Biomarker könnte helfen, diesen Krankheitsverlauf und den Behandlungserfolg besser zu überwachen.

Lesen Sie hier weiter ...
 

 
 
Depressionen im Alter mit geringerem Volumen in Teilen des Hippocampus verbunden

Depressionen im Alter mit geringerem Volumen in Teilen des Hippocampus verbunden

Eine Studie mit mehr als 2000 kognitiv gesunden älteren Erwachsenen ergab, dass Depressionen mit strukturellen Unterschieden in einem bestimmten Bereich des Hippocampus einhergingen – unabhängig von wesentlichen Risikofaktoren für die Alzheimer-Krankheit.

Lesen Sie hier weiter ...
 
 

 
 

Demenzprävention: Drei Risikofaktoren verkürzen die demenzfreie Lebenszeit

Die drei kardiovaskulären Risikofaktoren Bluthochdruck, Diabetes und Rauchen verkürzen die demenzfreie Lebenszeit deutlich. Eine Langzeitstudie zeigt, dass eine konsequente Demenzprävention bereits in der Lebensmitte mehrere zusätzliche Jahre ohne kognitive Einschränkungen ermöglichen könnte.

Lesen Sie hier weiter ...
 
 
 

Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Gabapentin und kognitive Beeinträchtigung nach Schädel-Hirn-Trauma: Eine multinationale Kohorte von 49.925 Patienten.
Neurotherapeutics 13.08.2026

Evaluierung eines KI-gestützten Tools zur Verbesserung der Läsionsdarstellung in der kontrastmittelverstärkten Standarddosis-MRT des Gehirns: eine retrospektive multizentrische Studie.
AJNR Am J Neuroradiol 13.08.2026

Zusammenhänge zwischen selbstberichteter sowie objektiv gemessener körperlicher Aktivität und dem Risiko für amyotrophe Lateralsklerose.
J Neurol Neurosurg Psychiatry 13.08.2026

Die Wirkung von tDCS auf emotionsbezogenes Risikoverhalten und Delay Discounting bei Erwachsenen mit ADHS.
J Psychiatr Res 12.08.2026

 
 
 
Zucker in der frühen Entwicklung könnte das spätere Demenzrisiko beeinflussen

Zucker in der frühen Entwicklung könnte das spätere Demenzrisiko beeinflussen

Ein geringerer Konsum von Zucker während der Schwangerschaft sowie in den ersten ein bis zwei Lebensjahren könnte mit einem niedrigeren Demenzrisiko und einem späteren Krankheitsbeginn verbunden sein. Darauf weist eine Studie hin, die in der Fachzeitschrift „Neurology“ veröffentlicht wurde.

Lesen Sie hier weiter ...
 
 
 

KURZMELDUNGEN:

Künstliche Intelligenz könnte laut einer neuen deutschen Studie künftig die psychiatrische Befunderhebung unterstützen.
Weiterlesen ...

Erhöhte Schwermetall-Konzentrationen im Blut der Mütter während der Schwangerschaft sind mit autismusähnlichen Merkmalen bei Kindern assoziiert.
Weiterlesen ...

Wie werden Bewegungen im Gehirn geplant und gesteuert?
Weiterlesen ...

TERMINE:

8th International Congress on Borderline Personality Disorder and Allied Disorders
7.–9. September 2026
Lausanne (Schweiz)

2. Deutscher Schlaganfallkongress
10.–12. September 2026
Berlin

62. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Neurochirurgie
10.–12. September 2026
Graz (Österreich)

Fachtagung Dissoziative Identitätsstörung – Perspektiven verbinden, Komplexität verstehen
18.–20. September 2026
Bad Mergentheim

 
 

„IMPULS NEUROLOGIE UND PSYCHIATRIE“ ist ein Titel der Biermann Verlag GmbH in Köln. Sie erhalten diese E-Mail, da Sie für diesen Newsletter angemeldet sind. Sie können in unserem Fachportal weitere Newsletter zu verschiedenen medizinischen Fachrichtungen abonnieren. Sollten Sie kein Interesse mehr an diesem Newsletter haben, können Sie sich hier abmelden. Haben Sie Fragen oder Anregungen zu unseren Themen und Inhalten, freuen wir uns auf Ihre E-Mail: [email protected]. Bitte beachten Sie, dass dieser Newsletter nur Angehörigen der Heilberufe gemäß HWG §10 zugänglich gemacht werden darf; das gilt auch für das Weiterempfehlen und Weiterleiten.

Impressum: Biermann Verlag GmbH | MedCon Health Contents GmbH | HRB Bonn 11110 | HRB Köln 78926

Geschäftsführer: Dr. med. Hans Biermann

Hier vollständiges Impressum aufrufen