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Liebe Leserinnen und Leser,
Propofol ist aus der modernen Anästhesie nicht wegzudenken. Von der WHO wird es seit Jahren als unentbehrliches Arzneimittel gelistet. Aufgrund seines raschen Wirkeintritts und seiner kurzen Halbwertszeit ist das Injektionsnarkotikum gut steuerbar und gilt heutzutage als das Standardhypnotikum bei der Einleitung und Aufrechterhaltung einer Narkose. Verwendet wird das Arzneimittel als Öl-in-Wasser-Emulsion, worin es allerdings bei Kontamination zum Wachstum von Mikroorganismen kommen kann. Die Mehrfachentnahme aus einem Behältnis ist daher zum Schutz vor einer lebensbedrohlichen Sepsis untersagt. Somit müssen die Reste einer angebrochenen Propofol-Ampulle verworfen werden, weshalb es mengenmäßig den größten Anteil am Medikamentenverwurf im Operationssaal ausmacht.
Ein „Green-Team“ vom Universitätsklinikum Bonn untersuchte nun, ob sich der individuelle Propofolbedarf präoperativ besser abschätzen lässt, um den Propofol- und Spritzenabfall während einer totalen intravenösen Anästhesie (TIVA) und somit den ökologischen Fingerabdruck in der Anästhesie zu reduzieren. Ihrer aktuellen Studie zufolge kann die präoperative Schätzung des Propofolbedarfs mit dem Eleveld-TCI-Modell den Propofolabfall bei TIVA deutlich senken, sogar bei unklarer OP-Dauer. Die Studiendetails erfahren Sie im entsprechenden Beitrag.
Weitere spannende Meldungen im heutigen Newsletter beschäftigen sich mit der Wirkung von Tranexamsäure zur Vorbeugung von starken Blutungen nach Kaiserschnitt aufgrund einer Plazenta praevia, mit neuen Daten zum Enhanced Recovery After Cardiac Surgery aus 15 Jahren Praxis, mit der Kritik von intensivmedizinischen Fachgesellschaften am aktuellen Entwurf der Notfallreform sowie mit der Gabe von Antibiotika bei Kindern mit Wheezing.
Viel Freude bei der Lektüre und einen guten Start in die Woche wünscht
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