Ausgabe 25/2026

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Montag, 15. Juni 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

drei aktuelle Meldungen lenken den Blick auf klassische, aber keineswegs banale Anästhesie-Themen: Volumentherapie bei pädiatrischem septischem Schock, Blutungsmanagement im OP und renale Sicherheit in der Herzchirurgie.
Bei der pädiatrischen Sepsis ist die Frage nach der optimalen Initialtherapie klinisch hochrelevant, weil sich hier in kurzer Zeit Verlauf und Outcome entscheiden. Die randomisierte Studie PRoMPT BOLUS mit fast 8500 Patienten im Alter von zwei Monaten bis 17 Jahren liefert eine eindeutige Antwort: Balancierte Kristalloide und 0,9-prozentige Kochsalzlösung sind bei septischem Schock im Kindesalter gleichermaßen sicher und wirksam. Unterschiede zeigten sich lediglich in Laborparametern wie Hyperchlorämie und Hypernatriämie, die jedoch eine begrenzte klinische Relevanz haben. Die Konsequenz für die Praxis: Kliniken können die jeweils verfügbare Infusionslösung verwenden.
Die Tranexamsäure ist seit mehr als 30 Jahren ein bewährter Baustein des Blutungsmanagements, doch die neue klinische Studie TRACTION liefert ein überzeugendes Argument für ihren breiteren Einsatz bei großen nicht kardialen Eingriffen. Den Berechnungen zufolge könnten pro 100 mit Tranexamsäure behandelten Patienten zehn Blutkonserven eingespart werden. Besonders relevant: Das Antifibrinolytikum war auch für Krebspatienten sicher und wirksam. Die flächendeckende Einführung birgt laut den Studienautoren erhebliches Potenzial für die Einsparung von Blutkonserven und Kosten.
Und schließlich mahnen die Ergebnisse einer aktuellen Metaanalyse zur Zurückhaltung bei der Verwendung von hyperonkotischem Albumin in der Herzchirurgie. Die Analyse liefert Hinweise auf ein moderat erhöhtes Risiko für eine akute Nierenschädigung nach Infusion von 20- bis 25-prozentigem Albumin – unabhängig davon, ob diese intraoperativ oder innerhalb von 24 Stunden danach erfolgt. Die verantwortlichen Forscher raten zur Vorsicht bei der perioperativen Gabe von hyperonkotischem Albumin, bis weitere Studienergebnisse vorliegen.
Eine interessante Lektüre und einen guten Start in die Woche wünscht




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Septischer Schock bei Kindern: Kristalloide und Kochsalzlösung gleichwertig

Septischer Schock bei Kindern: Kristalloide und Kochsalzlösung gleichwertig

Balancierte Kristalloide oder Kochsalzlösung bei septischem Schock im Kindesalter? Eine Studie mit fast 8500 Patienten zeigt: Beide Strategien sind gleich sicher und wirksam. Unterschiede zeigen sich nur in Laborwerten mit begrenzter klinischer Relevanz.

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Bei großen Operationen: Weniger Bluttransfusionen dank Tranexamsäure

Eine jüngst publizierte klinische Studie im „New England Journal of Medicine“ zeigt, dass Tranexamsäure den Transfusionsbedarf bei verschiedensten größeren Operationen senken kann, ohne das Risiko für gefährliche Blutgerinnsel zu erhöhen.

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AKI nach Herz-OP: Hinweise auf erhöhtes Risiko durch hyperonkotisches Albumin

AKI nach Herz-OP: Hinweise auf erhöhtes Risiko durch hyperonkotisches Albumin

Eine neue Studie aus Japan untersuchte, ob die intra- oder postoperative Verabreichung von 20- bis 25-prozentigem Albumin das Risiko einer akuten Nierenfunktionseinschränkung nach einer Herzoperation im Vergleich zu Kristalloiden oder isoonkotischem (4–5 %) Albumin beeinflusst.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Prospektive Validierung und Echtzeit-Implementierung eines automatisierten maschinellen Lernmodells zur Vorhersage der postoperativen Mortalität.
Br J Anaesth 2026:S0007-0912(26)00287-4.

Bestimmung des Magenrestvolumens bei schwerkranken Kindern: Die randomisierte klinische Studie GASTRIC-PICU.
JAMA 12.06.2026

Hochdosiertes intravenöses Vitamin C und Mortalität sowie Organfunktionsstörungen bei schweren Verbrennungen: Die randomisierte klinische VICTORY-Studie.
JAMA 12.06.2026

 
 

DIVI fordert Regularien für den Einsatz von Vollblut im Krisenfall

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) fordert die Schaffung der regulatorischen und rechtlichen Voraussetzungen für die Einführung von kalt gelagertem Vollblut zur Stärkung der Resilienz im zivilen Gesundheitswesen.

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Sozialer Jetlag der Operierenden als Risiko für Patienten?

Sozialer Jetlag der Operierenden als Risiko für Patienten?

Unregelmäßige Schlafenszeiten als Problem? Patienten, die von Chirurgen mit ausgeprägtem sozialem Jetlag operiert wurden, hatten ein höheres Risiko für unerwünschte Ereignisse. Einen Kausalzusammenhang zeigt die aktuelle Studie nicht.

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KURZMELDUNGEN:

Der BDA begrüßt die Übergangslösung zur Vergütung von Leistungen für Kinder und Jugendliche, kritisiert jedoch deren Ausgestaltung scharf. Die geplante Verteilung der Zuschläge berge rechtliche und praktische Probleme und gefährde eine faire Beteiligung der Anästhesie.
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Die Koalition will die stark steigenden Kosten für die medizinische Versorgung unter Kontrolle bringen. Die konkreten Beratungen für das GKV-Sparpaket beginnen jetzt unter hohem Zeitdruck. Bei den Ländern formiert sich Widerstand.
 
In der dritten Runde ihrer Tarifverhandlungen haben sich der Marburger Bund und die Tarifgemeinschaft der Länder am 9. Juni in Berlin auf ein Tarifergebnis verständigt.
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TERMINE:

52. Jahrestagung der Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin
17.–19. Juni 2026
Mannheim

GTH HICC – Haemostasis in Critical Care 2026
19.–20. Juni 2026
Berlin

International Conference in Surgery and Anesthesia
6.–7. Juli 2026
Singapur

53. Fortbildungsreihe OP-Management Einführungsveranstaltung
8. September 2026
Nürnberg

43rd European Society of Regional Anaesthesia & Pain Therapy Annual Congress
9.–12. September 2026
Lissabon (Portugal)

 
 

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