|
Liebe Leserinnen und Leser,
die kontinuierliche Glukosemessung (CGM) hat das Leben von Betroffenen mit Typ-1-Diabetes und insulinpflichtigem Typ-2-Diabetes deutlich vereinfacht und ermöglicht Vielen einen weitgehend normalen Alltag. Bei Personen mit Typ-2-Diabetes ohne Insulintherapie sowie bei Menschen mit Adipositas oder Prädiabetes ist die Datenlage einem aktuellen Review zufolge eher begrenzt. Für einen gesundheitlichen Nutzen bei gesunden Menschen fehlt es bislang ebenso an wissenschaftlichen Belegen. Doch ist die Nutzung von CGM-Sensoren durch letztere Personengruppen deshalb mit negativen Auswirkungen und Risiken verbunden?
Insgesamt gelten CGM-Sensoren zwar als sicher, einheitliche Qualitätsstandards gibt es für die Herstellung der Medizinprodukte bislang jedoch nicht. Ein Bündnis deutscher Fachgesellschaften und Verbände fordert nun, eben solche Mindeststandards in Europa einzuführen. Das größte Problem sehen die Expertinnen und Experten aktuell in der Vergleichbarkeit. Demnach würden unterschiedliche CGM-Systeme bei der gleichen Person und gleicher Stoffwechsellage unterschiedliche Messergebnisse liefern. Diese Tatsache ist nicht nur potenziell für Betroffene problematisch, sondern schränkt womöglich auch die Aussagekraft von Vergleichsstudien und systematischen Reviews ein.
Mit Paragrafen herumschlagen müssen sich auch all jene, die mit der Erstattung von Arzneimittelkosten zutun haben. Menschen mit Adipositas sind dabei insbesondere vom berüchtigten „Lifestyle-Paragrafen“ betroffen, nach dem die Kosten für wissenschaftlich belegte, wirksame Abnehmmedikamente nicht von den Krankenkassen übernommen werden dürfen. Doch unter der neuen Leitung von Sonja Optendrenk zeigt sich der Gemeinsame Bundesausschuss nun wohl gesprächsbereit, was die Erstattung für zugelassene inkretinbasierte Therapien für Adipositas anbelangt. Ob und wie schnell sich daraus aber eine positive Änderung für Patientinnen und Patienten ergeben könnte … Der Konjunktiv spricht für sich.
Hätte, wäre, könnte sind auch anderswo prominent: Hätten die fast 10.000 Hitzetoten Ende Juni vermieden werden können? Wäre das prognostizierte Milliardenloch der Krankenkassen deutlich kleiner, wenn sich nicht eine Reihe von ihnen auf fragwürdige Anlagengeschäfte eingelassen hätte? Könnten die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bonn den Rhein angesichts historischer Niedrigwasserstände bald zu Fuß überqueren? Fragen über Fragen, auf die Sie in diesem Newsletter zwar keine Antworten bekommen werden. Trotzdem viel Spaß beim Stöbern und ein schönes Wochenende wünscht Ihnen
|