Ausgabe 20/2026

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Freitag, 15. Mai 2026

Liebe Leserinnen und Leser,
 
wussten Sie, dass die Leber in der Antike für die Entstehung von Gefühlen verantwortlich gemacht wurde und als Quelle von Zorn und schlechter Laune galt? Die sogenannte „Temperamentenlehre“, abgeleitet von der Humoralpathologie nach Hippokrates, hat heutzutage keine medizinische Relevanz mehr. Damit ist das Stoffwechselorgan zwar nicht am gelegentlichen Chaos unserer Gefühle schuld. Doch die Leber selbst ist durchaus anfällig für Chaos – und zwar beim Essen.
 
Denn wie viele andere Prozesse in unserem Körper auch, unterliegt sie dem zirkadianen Rhythmus. Beispielsweise zeigen die Ergebnisse einer erst kürzlich veröffentlichten Studie, dass die Triglyceridsekretion der Leber dem zirkadianen Rhythmus folgt. Gleichzeitig deutet eine andere Studie an, dass eine unregelmäßige Nahrungsaufnahme diesen Rhythmus messbar verändern kann. Wird die innere Uhr der Leber längerfristig aus dem Takt gebracht, könnten dadurch Stoffwechselprozesse durcheinandergeraten und Lebererkrankungen begünstigt werden.
 
Eine entscheidende Rolle für die Aufrechterhaltung des natürlichen Rhythmus spielt der Glykogenstoffwechsel. Das Hormon Glukagon ist dabei für den Abbau von Glykogen in der Leber zuständig. Wissenschaftler des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) haben nun herausgefunden, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes bereits innerhalb des ersten Jahres nach der Diagnose postprandial rund 75 Prozent höhere Glukagonspiegel aufweisen als Personen ohne Diabetes. Dieser Anstieg ist offenbar eng mit dem Fettgehalt der Leber verknüpft – und nicht, wie bislang oft angenommen, mit Insulinresistenz oder bestimmten Stoffwechselprodukten im Blut. Diese Daten verdeutlichen laut den Forschenden, dass Typ-2-Diabetes nicht ausschließlich unter dem Aspekt der Insulinwirkung betrachtet, sondern die Leber und die Regulation von Glukagon stärker berücksichtigt werden sollten.
 
Neue Zusammenhänge haben britische Forschende übrigens auch zwischen Stoffwechselerkrankungen und Bauchspeicheldrüsenkrebs entschlüsselt. Wie genetische Analysen nahelegen, liegen beiden dieselben Entzündungsprozesse zugrunde. Diese Ergebnisse könnten erklären, warum Menschen mit Stoffwechselerkrankungen häufig eine schlechtere Prognose bei Krebserkrankungen haben.
 
Schlechte Prognosen liefert derzeit auch die Wettervorhersage. Dennoch wünsche ich Ihnen eine informative Lektüre und ein schönes, langes Wochenende!
 




   Milo Klesse
   Redaktion Diabetologie/Endokrinologie

 

 
 
Feste Routine statt Zwischenmahlzeiten: Ständiges Essen bringt zirkadianen Rhythmus der Leber aus dem Takt

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Lange hielt sich die Empfehlung, besser mehrere kleine Mahlzeiten anstatt drei großer einzuplanen. Aktuelle Studienergebnisse sprechen nun dafür, zugunsten der Gesundheit der Leber auf Zwischenmahlzeiten weitestgehend zu verzichten.

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Früh leitliniengerecht kombinieren

Bei erhöhtem kardiorenalen Risiko empfiehlt die NVL frühzeitig eine Kombinationstherapie.1 Ozempic® direkt mit Metformin* für eine leitliniengerechte Therapie.

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Nicht nur Insulin ist entscheidend: Frühe Glukagonerhöhung bei Typ-2-Diabetes hängt mit Fettlebererkrankung zusammen

Im Mittelpunkt der Typ-2-Diabetes-Forschung stand bislang vor allem Insulin. Doch neue Forschungsergebnisse zeigen, dass auch das Hormon Glukagon schon früh erhöht ist. Diese Erhöhung steht mit einer Stoffwechseldysfunktion-assoziierten steatotischen Lebererkrankung (MASLD) in Zusammenhang.

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Hypoglykämien im Blick: mit KI-gestützten Prädiktionen

Die Sorge vor Hypoglykämien begleitet viele Menschen mit Diabetes – und das durchaus berechtigt: Denn Studien zufolge können diese etwa 70 Mal im Jahr auftreten.1 Mit den KI-gestützten Prädiktionen von Accu-Chek SmartGuide können Patient:innen frühzeitig reagieren, um Hypoglykämien zu verhindern bzw. deren Tiefe und Dauer zu verringern.2

Quellen

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Entzündungsgene als Link zwischen Bauchspeicheldrüsenkrebs und Stoffwechselerkrankungen

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Neuen Daten zufolge sind bei Bauchspeicheldrüsenkrebs, Adipositas und Diabetes dieselben Gene aktiv. Gemeinsame Entzündungsprozesse könnten erklären, warum Menschen mit Stoffwechselerkrankungen häufig eine schlechtere Prognose bei Krebserkrankungen haben – und neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnen.

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Diabetische Retinopathie: Vielversprechender Ansatz für zielgerichtete Therapien

Ein internationales Forscherteam unter Mannheimer Leitung hat Lipidmetaboliten als zentralen Treiber krankhafter Gefäßbildung im Auge identifiziert.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Ein Vergleich der Wirkungen von Tirzepatid und Dulaglutid auf schwerwiegende Nierenereignisse bei Menschen mit Typ-2-Diabetes: präspezifizierte explorative Analysen der SURPASS-CVOT-Studie.
Lancet Diabetes & Endocrinol 11.05.2026

Die Reaktionen der Darmmikrobiota auf bariatrische Operationen sind mit metabolischen Outcomes und der Remission von Typ-2-Diabetes assoziiert.
Nat Metab 07.05.2026

Der Einfluss der automatisierten Insulinabgabe auf das Glukosemanagement bei Menschen mit Diabetes und fortgeschrittener chronischer Nierenerkrankung.
Diabetologia 11.05.2026

Eine Gewichtsabnahme unter GLP-1-Medikamenten führt bei adipösen Mäusen und Menschen nicht zu einem unverhältnismäßigen Verlust an Muskelmasse oder -funktion.
Cell Rep Med 2026;7(3):102665.

 
 
 
Zentrales Nervensystem spielt Schlüsselrolle bei diabetesbedingten Schmerzen

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Schmerz bei diabetischer Neuropathie entsteht nicht nur in geschädigten peripheren Nerven. Eine aktuelle Übersichtsarbeit verdeutlicht, dass zentrale Mechanismen eine relevante Rolle spielen – und gibt Hinweise auf neue Ansatzpunkte für bessere Therapien.

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PANORAMA:

Die Deutsche Diabetes-Hilfe und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) fordern ein einheitliches Vorgehen bei der Anerkennung von Pflegegrad 2 für Kinder mit Typ-1-Diabetes.
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Makrophagen im Bauchraum können die Heilung von Hautwunden beschleunigen – das eröffnet neue Perspektiven für die Behandlung von Wundheilungsstörungen nach Operationen.
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Das „Kuschelhormon“ Oxytocin spielt offenbar auch im (sportlichen) Wettkampf eine Rolle.
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TERMINE:

Gemeinsame Jahrestagung SAE/DGAE 2026
19.–20. Juni 2026
Wittenberg

European Society of Endocrinology Summer School
5.–8. Juli 2026
Innsbruck (Österreich)

64. Jahrestagung der European Society for Paediatric Endocrinology
8.–10. September 2026
Marseille (Frankreich)

 
 

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