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Liebe Leserinnen und Leser,
am Aschermittwoch hat traditionell die Fastenzeit begonnen – in diesem Jahr zeitgleich mit dem Ramadan. Diese Überschneidung ist eine eher seltene Besonderheit und gibt uns Anlass, das Fasten etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Wie der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) betont, kann der Verzicht auf Essen und Trinken für Menschen mit Diabetes schnell gefährlich werden und sollte deshalb immer ärztlich begleitet oder zumindest abgeklärt sein.
Gerade das Intervallfasten erfreut sich auch bei nicht religiösen Menschen immer größerer Beliebtheit. Die wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit solcher Ansätze ist allerdings dünn. Ein aktuelles Cochrane-Review kommt zu dem Schluss, dass übergewichtige Erwachsene durch das Intervallfasten möglicherweise nicht mehr Gewicht verlieren können als durch andere Diäten. Entscheidend für den Gewichtsverlust ist das Kaloriendefizit, welches beim Intervallfasten durch die zeitliche Begrenzung der Nahrungsaufnahme erzielt werden kann. Darüber hinaus gibt aber es bislang kaum Hinweise auf weitere positive Auswirkungen gegenüber anderen Diätformen. Offenbar scheint das Intervallfasten dennoch besser zu sein als keine Ernährungsintervention.
Dass bei Adipositas jedoch dringender Handlungsbedarf besteht, zeigt eine Studie aus der Fachzeitschrift „The Lancet“. Demnach haben Menschen mit Adipositas ein um 70 Prozent höheres Risiko, aufgrund einer Infektion ins Krankenhaus eingeliefert zu werden oder zu sterben als Normalgewichtige. Die Analyse ergab, dass rund jeder zehnte infektionsbedingte Todesfall auf Adipositas zurückgeführt werden konnte. Ursächlich dafür könnte eine Beeinträchtigung des Immunsystems sein, die auch unabhängig von chronischen Stoffwechselerkrankungen vorliegt.
Das gegenteilige Extrem – Untergewicht und Mangelernährung – sind natürlich ebenso problematisch. Frauen, bei denen aufgrund von exzessivem Sport oder Anorexie die Regelblutung ausbleibt, leiden oftmals auch an einer zu niedrigen Knochendichte. Laut einer Metaanalyse des Imperial College London (Großbritannien) kann eine transdermal verabreichte Hormonersatztherapie dagegen helfen. Für eine orale Hormontherapie oder die Pille konnte hingegen kein Nutzen gezeigt werden.
Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre und ein erholsames Wochenende. Allen Fastenden viel Erfolg und Durchhaltevermögen, allen Muslimen Ramadan Kareem!
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