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Liebe Leserinnen und Leser,
bei neueren Wirkstoffen wird üblicherweise von der Anwendung direkt vor oder während einer Schwangerschaft abgeraten, um mögliche negative Folgen für Mutter und Kind zu umgehen. Denn gerade in dieser sensiblen Phase mangelt es – aus gutem Grund – häufig an Sicherheitsdaten. Diese kristallisieren sich erst im Laufe der Zeit heraus, wenn es (meist unbeabsichtigt) doch zu Schwangerschaften unter der Medikation kommt. Dies gilt auch für GLP-1-Rezeptoragonisten. Bisherige Beobachtungsstudien konnten noch keine eindeutigen Belege für die Sicherheit dieser Substanzen in der perikonzeptionellen Phase liefern. Die AG Diabetes und Schwangerschaft der Deutschen Diabetes Gesellschaft rät daher von der Anwendung in den zwei Monaten vor Beginn sowie während einer Schwangerschaft ab.
Eine landesweite Registerstudie aus Dänemark liefert nun Hinweise darauf, dass das Sicherheitsprofil in der Frühschwangerschaft je nach Indikation zu variieren scheint. Demnach könnte es bei der Anwendung zur Behandlung eines Diabetes eher zu Frühgeburten kommen – bei der Indikation Adipositas wurde ein solcher Zusammenhang nicht festgestellt. Laut den Forschenden legt diese Erkenntnis nahe, dass nicht die Medikamente selbst, sondern der zugrunde liegende Diabetes das Risiko für Frühgeburten erhöht. Sie meinen aber auch, dass es noch mehr Daten braucht, um eine Änderung der Empfehlungen vorzunehmen.
Auch interessant: Ein deutsches Forschungsteam entwickelte eine erklärbare KI, die anhand von Gewebeschnitten der Bauchspeicheldrüse Menschen mit und ohne Typ-2-Diabetes unterscheiden kann. Die Erkenntnisse sollen nicht zur klinischen Diagnostik, sondern zum weitergehenden Verständnis struktureller Krankheitsmechanismen dienen.
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