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Liebe Leserinnen und Leser,
erlauben Sie mir heute direkt zu Beginn eine Frage: Überprüfen Sie bei Ihren Patienten und Patientinnen mit Diabetes, ob eine psychische Erkrankung vorliegt? Und wenn ja, gibt Ihnen das Anlass, diese Patienten anders zu behandeln? Laut einer umfassenden systematischen Übersichtsarbeit und Metaanalyse unter Leitung der Universität Augsburg sollte es das zumindest. Den Ergebnissen zufolge erhalten psychisch erkrankte Menschen nämlich eine deutlich schlechtere Diabetesversorgung. Sie werden seltener leitliniengemäß behandelt, mit Defiziten bei grundlegenden Maßnahmen des Diabetes-Managements und Prävention von Folgeschäden. Auch die medikamentöse Behandlung weicht ab: Menschen mit psychischen Erkrankungen erhielten häufiger Insulin, dafür seltener moderne GLP-1-Rezeptoragonisten. Unklar bleibt, in welchem Ausmaß diese Erkenntnisse speziell auf Deutschland zutreffen. Zwar wurden Daten aus den USA, Europa, Asien und Australien ausgewertet, doch die größte Datenmenge stammte aus den USA. Die dortigen Turbulenzen mögen sicherlich auch für die Psyche der Menschen hierzulande eine Herausforderung darstellen. Die Unterschiede in den Gesundheitssystemen dürften dennoch einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Versorgung der Menschen haben.
So oder so ist es ratsam, lieber genauer hin- als wegzuschauen. Dafür plädiert auch die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) beim Thema Osteoporose. Knochenbrüche insbesondere bei älteren Menschen und Frauen nach den Wechseljahren sollten nach der Erstversorgung nicht unter den Tisch fallen. Stattdessen sollten die Ursachen abgeklärt werden, um einer möglichen Osteoporose frühzeitig entgegenwirken zu können. Frakturen wegen Glätteunfällen – aufgrund der deutschen Räum- und Streupflicht natürlich eine absolute Ausnahme – könnten beispielsweise als Warnsignal dienen.
Genauer hingeschaut haben auch Forschende der Universitätsmedizin Göttingen. Sie untersuchten das Darmmikrobiom bei Patienten, die mit einer akuten Pankreatitis ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Tatsächlich stehen frühe Veränderungen in der mikrobiellen Zusammensetzung im Zusammenhang mit bestimmten Spätfolgen, darunter einem Diabetes mellitus. Auf Grundlage ihrer Daten entwickelte das Team ein Modell, mit dessen Hilfe sich die Komplikationen nach einer akuten Pankreatitis künftig vorhersagen lassen könnten.
Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre und ein erholsames Wochenende. Passen Sie auf sich auf!
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