Ausgabe 4/2026

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Freitag, 23. Januar 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

erlauben Sie mir heute direkt zu Beginn eine Frage: Überprüfen Sie bei Ihren Patienten und Patientinnen mit Diabetes, ob eine psychische Erkrankung vorliegt? Und wenn ja, gibt Ihnen das Anlass, diese Patienten anders zu behandeln? Laut einer umfassenden systematischen Übersichtsarbeit und Metaanalyse unter Leitung der Universität Augsburg sollte es das zumindest. Den Ergebnissen zufolge erhalten psychisch erkrankte Menschen nämlich eine deutlich schlechtere Diabetesversorgung. Sie werden seltener leitliniengemäß behandelt, mit Defiziten bei grundlegenden Maßnahmen des Diabetes-Managements und Prävention von Folgeschäden. Auch die medikamentöse Behandlung weicht ab: Menschen mit psychischen Erkrankungen erhielten häufiger Insulin, dafür seltener moderne GLP-1-Rezeptoragonisten. Unklar bleibt, in welchem Ausmaß diese Erkenntnisse speziell auf Deutschland zutreffen. Zwar wurden Daten aus den USA, Europa, Asien und Australien ausgewertet, doch die größte Datenmenge stammte aus den USA. Die dortigen Turbulenzen mögen sicherlich auch für die Psyche der Menschen hierzulande eine Herausforderung darstellen. Die Unterschiede in den Gesundheitssystemen dürften dennoch einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Versorgung der Menschen haben.
So oder so ist es ratsam, lieber genauer hin- als wegzuschauen. Dafür plädiert auch die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) beim Thema OsteoporoseKnochenbrüche insbesondere bei älteren Menschen und Frauen nach den Wechseljahren sollten nach der Erstversorgung nicht unter den Tisch fallen. Stattdessen sollten die Ursachen abgeklärt werden, um einer möglichen Osteoporose frühzeitig entgegenwirken zu können. Frakturen wegen Glätteunfällen – aufgrund der deutschen Räum- und Streupflicht natürlich eine absolute Ausnahme – könnten beispielsweise als Warnsignal dienen.   
Genauer hingeschaut haben auch Forschende der Universitätsmedizin Göttingen. Sie untersuchten das Darmmikrobiom bei Patienten, die mit einer akuten Pankreatitis ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Tatsächlich stehen frühe Veränderungen in der mikrobiellen Zusammensetzung im Zusammenhang mit bestimmten Spätfolgen, darunter einem Diabetes mellitus. Auf Grundlage ihrer Daten entwickelte das Team ein Modell, mit dessen Hilfe sich die Komplikationen nach einer akuten Pankreatitis künftig vorhersagen lassen könnten.
Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre und ein erholsames Wochenende. Passen Sie auf sich auf!




   Milo Klesse
   Redaktion Diabetologie/Endokrinologie

 

 
 
Menschen mit psychischen Erkrankungen erhalten schlechtere Diabetesversorgung

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Menschen mit Diabetes und psychischen Begleiterkrankungen werden seltener leitliniengerecht medizinisch kontrolliert als Menschen mit Diabetes ohne psychische Begleiterkrankungen. Eine neue Studie offenbart erhebliche Versorgungsunterschiede – mit potenziell gravierenden Folgen für die Lebenserwartung.

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Osteoporose: Glätteunfälle als Warnsignal

Glätteunfälle sind im Winter eine häufige Ursache für Knochenbrüche – insbesondere bei älteren Menschen. Frakturen können auch ein erstes Anzeichen für eine bislang unerkannte Osteoporose sein, warnt die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) und plädiert für eine internistische Anschlussversorgung.

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Neue europäische Adipositas-Leitlinie veröffentlicht

Die European Association for the Study of Obesity (EASO) veröffentlicht eine offizielle Adipositas-Leitlinie und setzt damit neue Standards: Folgen der Adipositas stehen im Fokus und Mounjaro®2,* wird als zentrale Schlüsseltherapie empfohlen. Wie Ihnen die Leitlinie einen roten Faden für die Adipositas-Therapie bietet, erfahren Sie im Beitrag.

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Darmmikrobiom zeigt Komplikationen nach akuter Pankreatitis an

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Langzeitkomplikationen nach einer akuten Pankreatitis gehen mit frühzeitigen Veränderungen des Darmmikrobioms der Patienten einher. Basierend auf diesen Daten entwickelten Göttinger Forschende ein Modell, das mögliche Komplikationen vorhersagen kann.

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Studien zu Kopf-Hals-Tumoren: Gründe für vorzeitigen Abbruch

Warum scheitern Studien zu Kopf-Hals-Tumoren, bevor sie Ergebnisse liefern können? Eine neue Analyse deckt die beiden häufigsten Gründe auf: Entscheidungen der Sponsoren mit Blick auf Sicherheit oder Wirksamkeit und mangelhafte Rekrutierung.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Transkriptionsdynamik des menschlichen subkutanen Fettgewebes auf Einzelzellebene während eines Gewichtsverlusts bedingt durch Lebensstil und bariatrische Operation
Nat Metab 12.01.2026

Teplizumab-Behandlung bei Typ-1-Diabetes im Stadium 2: Eine Bewertung der metabolischen und immunologischen Ergebnisse unter Alltagsbedingungen
Diabetologia 15.01.2026

Hormonelle und metabolische Profile bei Teenagern und jungen Erwachsenen mit polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS)
Endocrine 21.01.2026

Ein Foundation Model für kontinuierliche Glukoseüberwachungsdaten
Nature 14.01.2026

 
 
 
Diabetische Nephropathie: Chinesisches Mehrkräuter-Präparat ist Standardmedikament überlegen

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Laut einer Studie des West China Hospital der Sichuan University (China) zeigt die diabetische Nephropathie unter Behandlung mit der Shenzhuo-Formel – einem Mehrkräuter-Präparat aus der Traditionellen Chinesischen Medizin – einen besseren Erhalt der Nierenfunktion als unter einer Standardtherapie.

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PANORAMA:

An der Universität Bonn gibt es nun einen Supermarkt eigens für Forschungszwecke. Untersuchungen des Einkaufsverhaltens sollen Strategien für gesündere und nachhaltigere Ernährung offenlegen.
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Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) begrüßt die Gesetzesinitiative aus Schleswig-Holstein für eine bundesweite Zuckersteuer.
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Eine One-Health-Studie der Universität Wien untersucht Tiere in extremen Lebensräumen, um neue Erkenntnisse insbesondere zu Adipositas und Typ-2-Diabetes zu gewinnen.
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TERMINE:

31. Jahrestagung der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie
06.02. – 07.02.2026

38th ESE Postgraduate Training Course in Endocrinology, Diabetes and Metabolism
23.02. – 27.02.2026

60. Diabetes Kongress
13.05. – 14.05.2026
Berlin

62nd Annual Meeting of the European Association for the Study of Diabetes
28.09. – 02.10.2026

 
 

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