Ausgabe 09/2026

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Freitag, 27. Februar 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

über das Gesundheitsrisiko von Übergewicht wird immer wieder diskutiert. Kern der Argumentation ist, dass Adipositas nicht automatisch mit einem gestörten Stoffwechsel einhergeht. Der metabolische Status wird durch den klassischen Body-Mass-Index (BMI) allerdings nicht abgebildet. Eine Möglichkeit, die gleichzeitige Erfassung des Stoffwechsels zu ermöglichen, ist beispielsweise der metabolische BMI, den ich Ihnen Anfang Januar vorgestellt habe. Dieser deckt insbesondere auch bei normalgewichtigen Personen bereits vorhandene Stoffwechselstörungen auf.

Eine internationale Kommission von „The Lancet Diabetes & Endocrinology“ schlug vor etwa einem Jahr ein anderes Konzept vor: die Unterteilung in präklinische und klinische Adipositas. Demnach ist neben dem BMI (≥ 30 kg/m2) mindestens ein weiteres anthropometrisches Kriterium für die Diagnose nötig. Liegt darüber hinaus bereits eine Folgeerkrankung wie Bluthochdruck oder Prädiabetes vor, gelten diese Personen als klinisch adipös.

Eine Forschungsarbeit unter Beteiligung des Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) zeigt nun, dass rund 80 Prozent aller Betroffenen die Kriterien für eine klinische Adipositas erfüllen. Im Vergleich zu Normalgewichtigen ist ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen etwa dreimal, ihr Risiko für Typ-2-Diabetes sogar achtmal so hoch. Und selbst bei präklinischer Adipositas ist Letzteres immer noch vierfach erhöht.

Die Autorinnen und Autoren der aktuellen Studie kommen zu dem Schluss, dass die Bestätigung einer Adipositas durch weitere anthropometrische Maße in der Praxis nicht notwendig erscheint – 100 Prozent der Teilnehmenden erfüllten dieses Kriterium. Da außerdem lediglich einer von fünf Übergewichtigen als präklinisch eingestuft wurde, hinterfragen sie die Notwendigkeit einer zusätzlichen, umfangreichen Diagnostik. Ist metabolisch gesunde Adipositas also vielleicht doch bloß ein Mythos? Oder sind es eben nur ein paar wenige Ausnahmen, die sich trotz überschüssiger Pfunde keine Sorgen machen müssen? 

Auch bei Jugendlichen ist Adipositas ein buchstäblich wachsendes Problem – und der wichtigste Risikofaktor für Typ-2-Diabetes. Mehr dazu und vielen weiteren Entdeckungen erfahren Sie in diesem Newsletter, auf unserem Nachrichtenportal und in der aktuellen Ausgabe unserer KOMPAKT DIABETOLOGIE UND ENDOKRINOLOGIE.

Viel Spaß beim Lesen und ein entspanntes Wochenende wünscht Ihnen




   Milo Klesse
   Redaktion Diabetologie/Endokrinologie

 

 
 
Klinische Adipositas: Große Mehrheit der Betroffenen erfüllt Kriterien

Klinische Adipositas: Große Mehrheit der Betroffenen erfüllt Kriterien

Neuen Daten zufolge erfüllen rund 80 Prozent der Betroffenen die Kriterien für eine klinische Adipositas. Die vorgeschlagene Einteilung in präklinische und klinische Adipositas durch zusätzliche Diagnoseschritte scheint nach Ansicht der Forschenden in der Praxis demnach nicht notwendig.

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Herzgesundheit stärken: Neue Daten zu Mounjaro®1,*

Die SURPASS-CVOT-Studie zeigt den kardiovaskulären Nutzen von Mounjaro®1,* gegenüber dem GLP-1-RA Trulicity® bei Menschen mit Typ-2-Diabetes.2,a Welche weiteren gesundheitlichen Vorteile mit der Therapie des GIP/GLP-1-Rezeptor-Agonisten für Ihre Patient:innen einhergehen, erfahren Sie hier.

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Zentrale Adipositas ist bei Jugendlichen Hauptrisikofaktor für Typ-2-Diabetes

Fast jeder dritte amerikanische Jugendliche leidet an Diabetes oder Prädiabetes. Der stärkste unabhängige Prädiktor hierfür ist das Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergröße, wie Daten von knapp 2000 Jugendlichen zeigen.

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CLEAR Outcomes: Evidenz für Bempedoinsäure bei Diabetes

Diabetes mellitus ist mit einem erhöhten kardiovaskulären (CV) Risiko assoziiert. Die CLEAR-Outcomes-Studie zeigt, dass Bempedoinsäure bei Menschen mit Diabetes LDL-C effektiv senken und das Risiko schwerwiegender CV-Ereignisse reduzieren kann – ohne Einfluss auf den Glukosestoffwechsel. Mit Nustendi® (Bempedoinsäure/Ezetimib) als orales Add-on zu Statin steht eine praxisnahe Option zur Verfügung.

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Diabetische Retinopathie: Medikament zur Gewichtsreduktion senkt Krankheitsrisiko

Diabetische Retinopathie: Medikament zur Gewichtsreduktion senkt Krankheitsrisiko

Neue Ergebnisse der Weill Cornell Medicine in New York, USA, zeigen, dass Patienten unter Tirzepatid deutlich seltener eine Verschlechterung der diabetischen Retinopathie erleiden.

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Erreichen Ihre Patient*innen mit
Typ-1-Diabetes 80% TIR?

Die Real-World-Daten zu Omnipod® 5 liefern starke klinische Ergebnisse im täglichen Gebrauch bei Typ-1-Diabetes: 20% der erwachsenen Omnipod-5-Anwendenden erreichten 80% Zeit im Zielbereich (TIR) oder höher mit einem durchschnittlichen Zielwert von 110 mg/dL.1

Zu den Studien-Ergebnissen zu Omnipod 5 – dem schlauchlosen automatisierten Insulin-Dosierungssystem 

 


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KI entschlüsselt Merkmale von Typ-2-Diabetes in Pankreas-Gewebeschnitten

Welche Gewebestrukturen spielen im Pankreas bei Typ-2-Diabetes eine Rolle? Und wie verändern sie sich durch den Krankheitsverlauf? Darauf können Forschende nun mithilfe von erklärbarer Künstlicher Intelligenz (XAI) eine Antwort geben.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Canagliflozin schwächt die mittels CMR quantifizierte Myokardfibrose bei Personen mit Typ-2-Diabetes und hohem kardiovaskulärem Risiko ab
Diabetologia 24.02.2026

Funktionsstörungen mehrerer Drüsen durch Immuncheckpoint-Inhibitoren: ein Fall von HypothyreoseDiabetes und Nebenniereninsuffizienz
JCEM Case Rep 23.02.2026

Case Report zu Cushing-Syndrom: Anwendung der Antikoagulationstherapie
J Clin Endocrinol Metab 2026;111(3):e943-e950.

Schlauchlose automatisierte Insulin-Dosierung (AID) im Vergleich zu täglichen Injektionen bei Kindern und Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes und erhöhtem HbA1c-Wert (RADIANT-Studie)
Lancet Diabetes Endocrinol 23.02.2026

 
 
 
Kardiorenal-metabolisches Syndrom: Chronische Nierenkrankheit hat größten Einfluss auf Gesamtmortalität

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Eine aktuelle Studie aus China zeigt, dass chronische Nierenkrankheiten (CKD) der stärkste Prädiktor für Todesfälle im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen sind.

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PANORAMA:

Deutschland hat zu wenige Fachärztinnen und -ärzte in der Endokrinologie. Die Versorgungslücken sind insbesondere für seltene hormonelle Erkrankungen problematisch.
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Der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) sieht derweil in der neuen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) die Osteoporose-Versorgung gefährdet. Kernpunkt der Kritik ist die unzureichende Vergütung der DXA-Diagnostik.
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Auf ihrem Parteitag hat sich die CDU gegen eine Zuckersteuer auf Softdrinks entschieden. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) will es nun über den Bundesrat versuchen.
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TERMINE:

69. Deutscher Kongress für Endokrinologie
11.03. – 13.03.2026
Weimar

60. Diabetes Kongress
13.05. – 16.05.2026
Berlin

3rd Conference on Experimental Endocrinology
28.09. – 29.09.2026
Gießen

13. Norddeutsche Hormon- und Stoffwechseltage
09.10. – 10.10.2026
Hamburg

 
 

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